... Foren-Archiv 2000 bis 09/2003; ca. 40.000 Postings

    
... Anzeige im separaten Fenster!

> Rubrik: Archiv
  Seite: ... | Foren-Archiv | ...  ]

 
Tipp:
 >> Hilfe im §§-Dschungel ...
Komplette Übersicht
über alle Foren oder
Beiträge (24 Std.)
Dieses Foren-Archiv wird betreut
durch Administrator: Rolf Tjardes :-)
 


[ Foren-Archiv | Neue Beiträge | Beitrag hinzufügen ]

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]

 
 Suche auch ähnliche Worte | Erweitert

Hinweis: Neue Foren-Software Online! Am 23.09.2003 wurde dieses Board abgeschaltet. Bitte nutzen Sie ab sofort das neue Forum für Ihre Beiträge. Vielen Dank. Zum neuen Forum: Hier klicken :-)

Rückstellung des Versicherers

hinzugefügt von Norbert Demin [Email: Keine]
am 14.05.02 21:28

Wer kennt sich im Versicherungstarifrecht aus? Mir wird vorgeworfen, beim Einparken auf das hinter mir stehende Fahrzeug aufgefahren zu sein und an der Stoßstange einen kleinen Lackkratzer von ca. 6 mm verursacht zu haben, was ich bestreite. Der Fahrzeughalter will dies von der Wohnung aus beobachtet haben. Die Polizei wurde gerufen. Diese schloß eine Verursachung durch mich nicht aus, stellte aber auch fest, daß sich dies nicht beweisen läßt. Meiner Versicherung wurde dieser Bagatellschaden ordnungsgemäß gemeldet. Daraufhin wurde mir mitgeteilt, daß nach § 16 der Tarifbestimmungen eine Rückstellung für den Fall gebildet wird, daß die Versicherung zahlen muß. Angeblich sei die Versicherung verpflichtet, bei Anmeldung eines Schadens den Vertrag zu belasten. Im Falle der Unschuld würde man dann dies wieder rückgängig machen. Dies kommt m. E. einer Vorverurteilung gleich und stellt das Recht auf den Kopf, in dem ich nun möglichst schnell meine Unschuld beweisen muß, so daß mein Vertrag wieder lastenfrei gestellt wird. Wer kennt sich hier aus ? Können Rückstellungen jederzeit ohne Rücksicht auf die Höhe des Schadens und einen Schuldbeweis gebildet werden ? Ich habe zudem schlechte Erfahrungen mit meiner Versicherung gemacht, da diese voreilig einen größeren Schaden zu meinen Lasten geregelt hat, obwohl der Anspruch nicht berechtigt war. Nun schlägt diese Versicherung mir vor, beide Fahrzeuge durch einen Gutachter des Hauses bewerten zu lassen. Nach meinen Erfahrungen habe ich jedoch Bedenken hinsichtlich mangelnder Objektivität. Muß ich mich darauf einlassen und gibt es nicht einen anderen Weg ? Ich wäre für wertvolle Hinweise sehr dankbar.


[ Nach oben ]

Zu: Rückstellung des Versicherers

angehängt von Peter Lustig (macmen@web.de)
am 15.05.02 10:31

Als Kunde und Betroffener hast Du in solchen Fällen in der Regel wenig Möglichkeiten, gegen diese Verfahrensweise der Versicherung vorzugehen. Durch den Abschluss des Versicherungsvertrags überträgst Du der Versicherung auch nahezu sämtliche Rechte bei der Abwicklung hinsichtlich eines künftigen Schadens.

Natürlich wird die Abwicklung vom Grundsatz her nach Recht und Gesetz erfolgen. Dies ist unproblematisch, solange die Rechtslage klar ist. Da, wo sich allerdings der Schadenshergang nicht mehr eindeutig rekonstruieren lässt oder Aussage gegen Aussage gegenüberstehen und eine nachträgliche zweifelsfreie Aufklärung nicht mehr möglich ist, wägen die Versicherungen auch die zu erwartenden Kosten (Erstattung des reklamierten Schadens beim Geschädigten gegen Kosten für einen eventuellen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang) gegeneinander ab und entscheiden sich dann häufig für die 1. Alternative. Dass sich dies zu Lasten des Versicherungsnehmers auswirkt (Rückstufung im Schadensfreiheitsrabatt), ist zweitrangig. Hier werden die wirtschaftlichen Aspekte des Unternehmens über die privaten Interessen des Versicherten gestellt.

Dass bei einem gemeldeten Schaden unabhängig vom späteren Ausgang der Vertrag zunächst einmal belastet wird, ist übliche Vorgehensweise. Die Schadensabwicklung zieht sich häufig über eine längere Zeit hin. Stellt sich nachträglich heraus, dass die Gesellschaft nicht leisten muss, wird der Vertrag wieder schadenfrei gestellt und ein eventuell zwischenzeitlich eingezogener Mehrbeitrag zurückerstattet. Wird wie oben beschrieben verfahren (Abwägung zu Ungunsten des Versicherungsnehmers), braucht ein eventueller Mehrbeitrag nicht mehr nachgefordert werden, da die Gesellschaft diesen (vorsorglich!) bereits eingezogen hat.

Aus der Sicht des betroffenen Versicherungsnehmers nicht einfach nachzuvollziehen und einzusehen, aber wie gesagt übliche Praxis. Ggf. kannst Du ja Deine Versicherung wechseln.


[ Nach oben ]

Selber zahlen ??

angehängt von Uwe Brandt (uwe_forum@yahoo.de)
am 16.05.02 08:01

Sehr interessant @Peter, obwohl ich seit 1982 im Besitz einer Fahrerlaubnis und dabei bislang unfallfrei geblieben bin, hatte ich zum Glück noch nicht "das Vergnügen" einer Schadensabwicklung. Deshalb sind die Infos für mich neu und hilfreich.

@Norbert:

Falls die Schadenssumme nicht zu hoch ist, solltest Du den 6 mm Lackkratzer möglicherweise besser selbst zahlen. So wird Deine Versicherung nicht belastet und Du wirst beim SFR nicht zurückgestuft. Das ist zwar im ersten Moment ärgerlich, kann sich aber unterm Strich rechnen...


[ Nach oben ]

Zu: Selber zahlen?

angehängt von Peter Lustig (macmen@web.de)
am 16.05.02 08:38

Siehe auch Thread "Unfall" in "Verhalten im Straßenverkehr"

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]


 
Werbung:
 

Foren-Archiv: Weitergehende Informationen
Weitere Infos ...
Sie haben Fragen oder Anmerkungen zum Fahrerlaubnis- oder Verkehrsrecht? Sie suchen sach- und fachkundigen Rat? Kein Problem, stellen Sie doch einfach Ihre Frage(n) in den Verkehrsportal-Foren...
Foren-Archiv Sitemap ...
Sitemap der Archiv-Jahrgänge: 2003 | 2002 | 2001 | 2000; Bei Klick öffnet sich ein separates Fenster mit der kompletten Themenliste eines Jahrganges. Vorsicht: Die Dateien haben eine jeweilige Größe von bis zu 300 KBytes!
 




 >>  Anwaltssuche im Strafzettel-Netzwerk