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rechts überholen in der autobahnausfahrt

hinzugefügt von Martina [Kontakt]
am 06.08.02 14:31

Hallo Leute, mal kurz ´ne Frage zum Überholen in einer Autobahnausfahrt: In einer zweispurigen Autobahnausfahrt (A3 Kreuz Breitscheid - teilt sich am Ende in Richtung Düsseldorf bzw. Essen) staut sich der Verkehr auf der linken Spur. Ich fahre mit ca. 50 km/h auf der rechten Spur vorbei, da ich nicht genau wusste in welche Richtung ich musste (ist wirklich so ich komme vom Land). Am Ende wechsle ich auf die linke Spur - glücklich eine Lücke gefunden zu haben - ohne jemanden zu behindern oder eine durchgezogene Linie zu überfahren. Nach 10 bis 20 Sekunden rauscht von hinten ohne Blaulicht ein Polizeiwagen an, quetscht sich vor mein Auto und schaltet dann "Bitte folgen" ein. Dann: "Sie überholten außerhalb geschlossener Ortschaften verbotswidrig rechts"! :-(( Die geschilderte Situation war aus meiner Sicht doch kein Rechtsüberholen, oder? Danke vorab für Eure Meinung. Gruss Martina


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Ich denke...

angehängt von Markus [Kontakt]
am 06.08.02 15:12

Pech gehabt.

Wärst Du auf der anderen Spur geblieben hätten die grünen Männchen kaum was machen können. Aber so... Hmmmm... Sieht schlecht aus...

Website: http://blitzer.toonic.de


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 06.08.02 19:22

Markus ist beizupflichten.

Klarer Fall verbotswidrigen Rechtsüberholens. Die von Dir rechts überholten Fahrzeuge sind verkehrsbedingt zum Stehen bzw. zum Langsamfahren gekommen, damit hast Du eindeutig rechts überholt und bist nicht an diesen vorgefahren. Dabei ist es unerheblich, dass Du dazu die andere Richtungsfahrbahn benutzt hast. Mageblich ist, dass Du danach wieder nach links eingeschert bist. Tatsächlich Pech gehabt;-)).


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Martina [Kontakt]
am 06.08.02 19:42

In den anderen Beiträgen habe ich folgende Aussage gefunden: Wenn man auf der Autobahn fährt und es links zu Stockungen kommt, d.h. es verlangsamt sich der Verkehr, dann kann und darf rechts vorbeigefahren werden. Bis Tempo 60 sind +20 erlaubt, so die Rechtsprechung... Ist das in meinem Fall nicht anzuwenden? Martina


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Tovi (Email-Adresse unbekannt)
am 06.08.02 20:56

Hi,

In §7 Abs. 2a StVO steht drin, dass man bei äußester Vorsicht rechts vorbeifahren darf. Und zwar wie oben schon beschrieben. Die Fahrzeugschlange (ALLE linksseitigen Spuren) bewegt sich maximal mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h. Dann darf rechts mit maximal 80 km/h vorbeigefahren werden. Also kein Problem bis hierhin.

Das Problem wird aber sein, dass du wieder nach links eingeschert bist.
Und zwar beabsichtigt der Absatz 2 ein sog. Kolonnenspringen zu unterbinden.
D.h. ein unzulässiges Rechtsüberholen (trotz des Vorliegens der o.a. Voraussetzungen) besteht dann, wenn du von der linken Spur nach rechts ausscherst, um dann mit max 80 km/h an der Fahrzeugschlange vorbeifährst und dann wieder links einscherst.

Ok, soviel dazu. Leider geben div. Interpretationen des §7 nicht viel her.

Ich seh das so.
Du fährst die ganze Zeit auf der rechten Spur, kommst dann an eine linksseitige Fahrzeugschlange ran. Beachtest die nötige Vorsicht und fährst mit max 80 km/h rechts vorbei. Dann scherst du irgendwann auf die linke Spur.
Ich denke, dass dieser spezielle Fall nicht unter Kolonnenspringen und somit nicht unter rechtswidriges Rechtsüberholen fällt.

Wie gesagt, ganz eindeutig kann man den Fall nicht beurteilen. Leider hängen manche Auslegungen auch immer an der Ansicht der Richter, da man Recht doch recht kontrovers beurteilen kann.

Gruß, Tovi.


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 06.08.02 21:21

Rechts an einer Kolonne, die stockt, mit geringfügig höherer Geschwindigkeit vorbeizufahren, stellt auch auf der rechten Fahrspur regelmäßig auf Kolonnenverkehr ab. Eine Kolonne, die rechts mit 80 km/h fährt, kann an einer anderen Kolonne, die links z.B. mit 70 km/h fährt, vorbeifahren. In diesem Fall liegt kein verbotenes Rechtsüberholen vor. Diese Fahrweise dient der flüssigeren Verkehrsabwicklung. Allerdings ist auch dieses Vorbeifahren nur bis zu einer Geschwindigkeit bis zu max. ca. 80 km/h zulässig, da es bei höheren Geschwindigkeiten zu gefährlich ist.

Bei einem Einzelfahrzeug schaut die Situation völlig anders aus. Zwar durftest Du rechts an den anderen vorbeifahren, wenn oder weil Du bereits eine andere Fahrbahn auf der Autobahn vor ihrer endgültigen Aufteilung in die Richtungen Düsseldorf bzw. Essen befahren hast. In dem Moment, in dem Du jedoch wieder nach links auf die ursprüngliche Fahrbahn (Spur) gewechselt bist, wurde das bis zu diesem Zeitpunkt legale Vorbeifahren zu einem verbotswidrigen Überholen.


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Martina (Email-Adresse unbekannt)
am 06.08.02 21:38

@tovi Hi Tovi, Danke für die Info, kurz nochmal die genaue Sachlage: ich fahre in eine Autobahnausfahrt (es gehen 2 Fahrbahnen nach rechts von der Autobahn ab) auf der ganz rechten Spur. Ich fahre also nicht direkt in einer Kolonne sondern treffe auf eine d.h. recht kann ich fahren links stop an go. Gegen Ende teilt sich die Ausfahrt, ich erkenne das ich nach links abbiegen muss und fahre in eine Lücke nach links. Für mich erschwerend war, dass ich die linke Spur nehmen muss um auf eine anderen Autobahn aus meiner Sicht rechts weiterzufahren (verständlich? ist aber wahrscheinlich auch nicht wichtig). Richtig ist das ich nicht schneller als 50 max. 60 km/h gefahren bin und auch nicht die Absicht hatte rechts zu überholen. Martina


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Tovi (Email-Adresse unbekannt)
am 06.08.02 21:56

Hi Martina,
habs genauso verstanden, wie du es beschrieben hast.

Das Problem ist auch, wie man die einzelnen Fahrstreifen auf der Autobahn werten kann. Hier kann ich dir leider keine klare Antwort geben (gefährliches Halbwissen is nicht mein Ding).
Aber Anregen kann ich was.

Grundsätzlich war dein Verhalten bis zum Einscheren nach links vollkommen gesetzeskonform (kein Halbwissen).

Jetzt aber:
Theoretisch warst du auf deiner Spur bereits auf eine Abfahrt, also auch hier ein Rechtsüberholen nicht rechtswidrig. Bist dann aber wieder auf die Autobahn aufgefahren, also wieder altes Problem.

Wenn ich Peter richtig verstanden habe, meint er das Gleiche.
Peter kommt zu dem Schluß, dass es ein verbotenes Rechtsüberholen war.
Dieser Argumentation kann ich auch folgen und würde sie auch vertreten.
Aber, der §7 StVO gibt hierzu wirklich nicht viel her (auch diverse, gelesene, Kommentare nicht).
Bis auf das unerlaubte Kolonnenspringen (=rechtswidriges Rechtsüberholen)konnte ich nichts aussagekräftiges finden.
Ich bin aber der Meinung, dass man durchaus Argumentieren kann, dass dein Verhalten kein unerlaubtes Rechtsüberholen darstellt (wie oben von mir versucht).

Im Klartext, als meine Meinung: Beide Argumentationen kann man vertreten.

Heißt: Wenn du keinen großen Rechtsstreit haben möchtest, solltest du klein beigeben. Auch wenns schwerfällt.

Gruß,
Tovi


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Steffen (Email-Adresse unbekannt)
am 06.08.02 22:34

mir will auch nicht einleuchten was martina falsch gemacht hat!

sie ist rechts an stehendem verkehr vorbei und hat dann die spur gewechselt.

verstehe nicht was daran verkehrt sein soll.

unter verbotswidrig rechts überholen verstehe ich solche deppen, die auf der autobahn hinter mir mit 180 nach rechts scheren und 5 meter vor mir wieder nach links.

STEFFEN


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Naja...

angehängt von Markus [Kontakt]
am 06.08.02 22:45

Wo ist den jetzt der Unterschied:

a.) Mit 180 jemanden rechts überholt
b.) an einer Kolonne (fast) stehend vorbeigefahren und mit dem wiedereinordnen gilt es als überholt

Anmerkung zu b.) Ok, es war unabsichtlich, aber so bitter das hier ist, es zählt nicht.

Egal ob a.) oder b.), sie hat sich einen Vorteil "erschlichen" und zwar mit Rechtsüberholen.

Sorry, vielleicht schlecht erklärt, ist aber auch schon spät heute...

Website: http://blitzer.toonic.de


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Martina (Email-Adresse unbekannt)
am 07.08.02 12:44

hallo @tovi, o.k. habe ich verstanden: dummheit oder versehen schützt nicht vor Strafe oder so ähnlich. aber nochmals zur sachlage: ich bin nicht wieder auf die autobahn aufgefahren (wie von dir beschreiben), sondern habe innerhalb der ausfahrt auf die linke spur wechseln müssen um in richtung düsseldorf zu kommen, da die rechte spur nur in richtung essen geht. ich habe somit schon die autobahnausfahrt genutzt um auch die autobahn zu wechseln nur halt innerhalb der ausfahrt die spur gewechselt. frage: du meinst beide seiten sind argumentierbar - welche zusätzlichen kosten entstehen mir den bei einem einspruch gegen den bußgeldbescheid? Martina


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Zu: rechts überholen in der autobahnausfahrt

angehängt von Tovi (Email-Adresse unbekannt)
am 07.08.02 17:44

@Martina

Genaue Kosten kann ich dir nicht sagen, aber ne ganz billige Angelegenheit wird es nicht.
Sollte es (im schlimmsten Fall) zu einer Gerichtsverhandlung kommen und du verlierst hast du
-Anwaltskosten
-Entschädigung von Zeugen
-Verwaltungskosten
-ggf. erhöhtes Bußgeld (abhängig vom Richter)

Da kann ganz schnell en 3stelliger Eurobetrag bei rumkommen.

Nimmst du das Bußgeld an sind das 40 Euro (glaub ich jetzt, also +- 10 Euro) plus Verwaltungskosten. That´s it. Ach so, und Punkte in der High-Score-Liste (aber die dürften ja egal sein.

Mein Tip: Wenn du den Bußgeldbescheid schon bekommen hast, steht die sachbearbeitende Dienststelle und der Sachbearbeiter darauf.
Wenn du den Bußgeldbescheid noch nicht hast, mach dich über deine örtliche Polizei kundig, welche Dienststelle für den Tatortbereich zuständig ist.

Setz dich mit dem zuständigen Sachbearbeiter in Verbindung und frag dumm nach, wie du dich verhalten sollst und schildere im den Fall aus deiner Sicht.
Ich sag dir ehrlich wie es ist. Die Polizisten im Verkehrskommissariat sind in der Regel keine A....löcher und geben dir Auskunft.

Vielleicht läßt sich über diesen Weg etwas deichseln (Umwandlung in ein Verwarnungsgeld o.ä.).

Wenn diesbezüglich gar nichts fruchten sollte, tendiere ich dazu zu sagen: ärgere dich, zahl das Bußgeld und sieh es sportlich. Ein durchgezogener Rechtsstreit könnte weit schlimmere (finanzielle) Probleme mitsichbringen, vom Streß und der Lauferrei mal abgesehen.

Gruß,
Tovi.

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