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Wer darf weiterfahren?

hinzugefügt von Sylvio [Kontakt]
am 17.09.02 15:41

Ich hatte letztens so eine blöde Situation und wollte jetzt mal euren Standpunkt dazu hören. hier eine Skizze:
---------------------------------------
##############Bus | mein KFZ
-- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --
anderes KFZ#################
---------------------------------------
klare Situation eigentlich, das andere Auto hat erstmal die Vorfahrt, nur gabs da ein kleines Problem. Ich hab geblinkt, bin ausgeschert und als ich halb am Bus vorbei war, kam das andere Auto, welches vorher noch nicht zusehen war und hat sich so vorm Bus gestellt das ich da nicht mehr vorbei kam. Ich bin dann rückwärtsgefahren um diesem Auto Platz zu machen. Wer hat in diesem Fall nun Recht?


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Unklarheiten

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 17.09.02 20:02

Entweder habe ich ein Brett vorm Hirn oder es fehlt noch etwas in Deiner Darstellung. Irgendwie komme ich nicht damit klar. Vielleicht kapiert´s jemand anders?


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von Andreas [Kontakt]
am 17.09.02 20:12

Wenn ich es richtig verstehe, dann fährt Sylvio an einem auf seiner Fahrspur stehenden Bus links vorbei. Als er in Höhe des Busses ist kommt ihm ein Fahrzeug entgegen und will sein 'Vorrang' erzwingen.

In so einem Fall muß dann eigentlich der entgegenkommende warten und Sylvio das Passieren des Busses zu ermöglichen.

@Sylvio, liege ich mit meiner Interpretation deiner Skizze richtig?

Gruß
Andreas


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@Andreas

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 17.09.02 20:17

In diesem Fall hätte Silvio gar nicht mehr zum Überholen ansetzen dürfen. Eine äußerst gefährliche Situation! Er sollte froh sein, dass nichts passiert ist, und nicht darüber lamentieren, dass er rückwärts fahren musste. Meinst Du, dass der andere überhaupt noch eine Chance gehabt hätte zu warten, bis Silvio seinen Überholvorgang abgeschlossen hatte.

Aber vielleicht irren wir uns beide, und es war ganz anders.


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 17.09.02 20:33

Hi,
also ich finds klar.

Sylvio konnte den anderen beim Ansetzen des Überholvorgangs nicht sehen (Bergkuppe, oder weiß der Geier...).

Frage bleibt, wenn ich Peter richtig verstanden habe, ob Sylvio in dieser Situation dann nicht besser hätte warten sollen bis der Bus weiterfährt.??

Angenommen der Bus (oder was anderes...) bleibt in alle Ewigkeiten da stehen und es kommt zu oben angebrachter Situation. Heißt, beide (Kfz) verhalten sich soweit ordnungsgemäß, keiner wird annäherend gefährdet.
Dann steht Sylvio auf Höhe des Hindernisses und kommt net weiter, da anderes Kfz ihm die Weiterfahrt "versperrt". Also muß einer zurücksetzen.
Dies sollte dann immer derjenige tun, der am wenigsten "Gefahren" zu erwarten hat.
Das wäre dann das andere Kfz, da es nur leicht zurücksetzen muß.
Sylvio hingegen müßte mindestens einen Schlenker während des Zurücksetzen tätigen.

Hier darf also der Vorrangberechtigte sein Recht nicht erzwingen (is ja auch gesetzlich vorgeschrieben...)

So, hoffe ich hatte alle Eventualitäten berücksichtigt.

Gruß,
Tovi


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@Tovi

angehängt von Andreas [Kontakt]
am 17.09.02 20:55

Genau so habe ich die Ausführungen von Sylvio verstanden. Wie es allerdings wirklich ausgesehen hat ist im nachhinein immer schwer zu beantworten.
Würde der andere PKW-Fahrer zu Wort kommen, hätten wir wahrscheinlich ein ganz anders Szenario.

Gruß
Andreas


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von Matte [Kontakt]
am 17.09.02 20:58

Ich sehe es genauso wie @Tovi, denn Silvio ist ja schon in der Engstelle als das andere KFZ auftaucht.


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 18.09.02 10:04

@Matte und die Anderen:

Handelt es sich wirklich um eine Engstelle im Sinne des § 6 StVO? Hier wird doch eindeutig unter Benutzung der Gegenfahrbahn überholt bzw. vorbeigefahren (bei stehendem Bus). In diesem Zusammenhang hat der "Überholende" alles dafür zu tun, dass der Gegenverkehr nicht unnötig behindert oder gar gefährdet wird. Im Zweifelsfall muss er so lange warten, bis abzusehen ist, dass der Gegenverkehr nicht beeinträchtigt wird (§ 2 Abs. 2 bzw. § 5 Abs. 2 Satz 2 StVO).

Die primäre Verpflichtung zur notwendigen Sorgfalt und Rücksichtnahme sehe ich eindeutig beim "Überholer". Außerdem: wenn man Kühler an Kühler auf Höhe des Busses (max. zulässige Länge 12 m bzw. 18 m bei Gelenkbussen) gegenübergestanden ist, kann sich der Vorfall so überraschend auch nicht zugetragen haben. Man hat es halt einfach "darauf ankommen lassen" und das kann nicht zu Lasten des Gegenverkehrs gehen.


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von Andreas [Kontakt]
am 18.09.02 10:33

Ich denke schon das es sich hier um eine Engstelle im Sinne von § 6 StVO handelt. In § 6 StVO ist ja sogar explizit das Vorbeifahren an einem haltenden Fahrzeug beschrieben. Bei einem Vorbeifahren an einem haltenden Fahrzeug sind dann geringere Anforderungen zu stellen als beim Überholen.
Da die genaue Örtlichkeit unbekannt ist kann natürlich niemand sagen ob Sylvio berechtigt am Bus vorbeigefahren ist oder ob er nicht doch schon den Gegenverkehr hätte sehen müssen.

Gruß
Andreas


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§ 6 StVO

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 18.09.02 11:35

Auszug aus der Kommentierung Hentschel, StVR, 36. Auflage, bei § 6 StVO, RN 5:

>[Zitat:] "Durchfahrvorrang des Gegenverkehrs, soweit erkennbar, besteht bei vorübergehender Verengung der rechten Fahrbahn, die keine Begegnung ohne Benutzung der Gegenfahrbahn ermöglicht. Es kommt nicht darauf an, wer die Engstelle zuerst erreicht. Vorrang hat der Gegenverkehr vielmehr schon, wie bei Vorfahrt, wenn er am zügigen, wenn auch notfalls angepasst langsamen Durchfahren nennenswert gehindert wäre. Wie bei der Vorfahrt muss sich der Wartepflichtige vor dem Hindernis klar als solcher verhalten."

Allerdings auch: >[Zitat:] "Bei Nichtbeachtung des Vorrangs (Ordnungswidrigkeit) muss der Bevorrechtigte zurückstehen, sonst Mithaftung. " Der Nachsatz bezieht sich auf die zivilrechtliche Seite, wo der an sich Bevorrechtigte im Fall eines Unfalls sich ein Mitverschulden anlasten lassen muss. Also nicht Durchsetzung des Vorrangs um jeden Preis. Letztlich bestätigen aber die Ausführungen dennoch meine o.a. Auffassung.

Außerdem: es gibt ihn immer noch, den berühmten § 1 StVO, in dem von ständiger Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme die Rede ist!


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von sylvio [Email: Keine]
am 18.09.02 12:05

erstmal Danke für die schnellen Antworten, also als mir das Auto plötzlich(durchne Bergkuppe bedingt) entgegengekommen ist, war noch genug Platz um mich durchzulassen, und das war bei der Hälfte des Busses wo ich das Auto erst sehen konnte, er hat dann absichtlich "zugemacht" das ich dann wieder zurücksetzen musste. Der Klügere gibt halt nach :-) Trotzdem fand ich die Aktion mit dem Rücksetzen äußerst gefährlich, ich musste dann ein Stück rückwärts fahren und dann wieder einen Schlenker machen damit ich wieder hinterm Bus stehe und der Typ durchkommt. Zum Bus nochmal was... Der Busfahrer war ausgestiegen und eine Weiterfahrt des Busses war ausgeschlossem, sonst hätt ich gewartet bis der Bus weiterfährt.

Gruß Sylvio


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 18.09.02 12:30

Oha, da könnte man ja noch viel weiter rumspinnen.
Das erste was mir einfiel war der § 315b StGB (Bereiten von Hindernissen).
Auf den Bus natürlich bezogen :-)))
Ok, würde zu weit gehen....... aber denkbar.....
Gruß,
Tovi


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Zu: Wer darf weiterfahren?

angehängt von Matte [Kontakt]
am 18.09.02 12:49

Nach der letzten Schilderung von Sylvio ist es wohl ein Hinderniss nach §6 STVO. Wenn er den PWK bei vorsichtiger Fahrt erst bemerkte (bedingt durch die Bergkuppe) als er auf halber Höhe des Busses war, hat hier der Gegenverkehr zu warten. Oder sollte er warten bis der Busfahrer seine 1/2 Stunde Pause beendet hat?

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