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Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

hinzugefügt von Christoph [Kontakt]
am 14.01.03 20:45

Hallo
Ich wende mich an dieses Forum weil mir gestern folgendes passiert ist:
Ich habe gegen 19Uhr eine Wohnungsbesichtigung gehabt und habe vor dem Haus mein Auto geparkt obwohl da ein Schild für ein beschränktes Halteverbot stand. Als ich von der Besichtigung wieder runter kam und am Auto stand rief ein Anwohner aus dem Fenster ob ich der Besitzer des Astras sei. Es sei ein Mann im Haus der den Besitzer des Fahrzeuges suche, weil der diesem drauf gefahren sei. Der Unfallverursacher kam im selben Moment aus dem Haus und schilderte mir den Fall.
Er ist ca. 50m hinter meinem Auto von einer roten Ampel losgefahren. Die Strasse auf der er fuhr war sehr breit weil in der Mitte auch noch eine Spur für eine Strassenbahn ist. Diese Strassenbahnspur ist auf einer Art Erhöung errichtet die an der seite so ganz flache aber runde bordkanten hat. Rechts und links neben der Erhöhung ist noch normale Strasse. Der Fahrer ist nun vom normalen Strassenteil auf diese Erhöhung aufgefahren und weil es gestern sehr glatt und matschig war vom vielen Schnee ist ist sein Auto durch das schräge Auffahren ins schleudern gekommen und hat mein Auto dabei am Kotflügel erwischt. Wir haben gegenseitig unsere Personalien aufgenommen haben aber nicht die Polizei gerufen weil die Schuldfrage bis dahin geklärt war/schien.
Ich habe mein Auto heute von einem Gutachter untersuchen lassen und der Schaden beläuft sich auf ca. 1000 Euro.

Nun rief mich der UNfallverursacher aber an und meinte ich könnte, dadurch dass ich im Halteverbot stand und er quasi wegen mir auf die Erhöhung in der Mitte der Strasse fahren musste, eine Mitschuld an der Sache haben und ob wir uns einigen könnten dass ich auch einen Teil der Reparatur übernehme.

Wie schaut es aus? Habe ich eine Mitschuld an der Sache weil ich im Halteverbot stand (ich war auch der letzte in der Reihe der Autos die alle im Halteverbot standen) und muss ich einen Teil der Kosten übernehmen. Wie sollte ich vorgehen.

Würde mich freuen wenn mir jemand helfen könnte und Tipps geben könnte.

MfG
Christoph


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Schlechte Karten

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 14.01.03 21:16

Ich denke, da wirst Du aufgrund Deines Parkverstoßes in den sauren Apfel beißen und Dir eine wenn auch möglicherweise geringfügige Mitschuld anrechnen lassen müssen, so dass es zu einer Aufteilung der Schadensanteile (Quotelung) kommen wird.

Übergib die Angelegenheit günstigerweise Deiner Versicherung und lass diese den Schadensfall für Dich abwickeln. Wenn der gegnerische Anspruch sich im Bagatellbereich bewegt (bei Deiner Versicherung nach Abschluss - Du wirst hier verständigt - nachfragen!), kannst Du dieser ggf. den verauslagten Betrag zurückerstatten, um Deinen Rabatt zu retten.


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von Christoph [Kontakt]
am 14.01.03 21:34

Hmm Danke erstmal für die Antwort.
Wie hoch dürfte denn die Beteiligung meinerseits denn ungefähr sein wenn sich der Schaden auf ca. 1000 Euro beläuft?

Ist dann also jedes falsch parkende Auto zum "reindonnern" freigegeben, weil man weiss , dass man nicht alle Kosten übernehmen muss ? (nur mal so als provokante Frage - ist nicht böse gemeint, nur son fixer Gedanke über den Sachverhalt)

MfG
Christoph


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Anteil

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 14.01.03 21:50

Wie die Quotelung in solch einem Fall gehandhabt wird, kann Dir am besten Dein zuständiger Schadenssachbearbeiter sagen. Hier gibt es bestimmt bereits von der Rechtsprechung in etwa festgelegte Richtwerte.

Von wegen "Freigegeben zum Reindonnern". So siehst Du die Sache falsch. Dein Fahrzeug hat verbotswidrig dort gestanden, an einer Stelle, an der es nicht hätte stehen dürfen. Insofern hat Dein verbotswidriges Verhalten zum Unfall mit beigetragen, Dein Verhalten war also letztlich auch mitunfallursächlich. Und als Unfallverursacher hast Du für die Folgen einzugestehen.


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von Christoph [Kontakt]
am 14.01.03 22:03

Ok das seh ich irgendwo ein. Ich bin halt nur ziemlich überrascht, dass der mir reinfahrende jetzt quasi den Spieß rumdrehen kann. Hätte ich nie für möglich gehalten, dass wenn ich jemandem reinfahre noch mildernde Umstände bekomme. Wenn man eine Person anfährt , wenn diese aus einer unübersichtlichen Stelle (z.B. zwischen zwei parkenden Autos) hervor springt, ist man doch auch auf jeden Fall schuld oder? (auch wenn die Person nicht hätte rausspringen dürfen)

Wie ist das bei einem Auffahrunfall, angenommen der jenige vor mir bremmst heftig und ich fahre drauf. Gibt es da auch Fälle in denen der bremsende Schuld ist? Ich hab halt so allgemein immer gehört, dass der Auffahrende immer schuld ist? Wie ist das wenn der bremsende nur so aus geigel voll auf die Bremsen geht, weil er vielleicht gern ne neue Stoßstange hätte ?

Bitte mein Fragen nicht als bösartige Provokation auffassen, ich bin nur das erste mal mit so einer Situation konfrontiert.

MfG
Christoph


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 14.01.03 23:17

Zwei verschiedene paar Schuhe:
Die Verursacherfrage, bzw. die "Schuldfrage" (die Schuld kann nur ein Richter feststellen...), ist eindeutig.
Ein geparktes Fahrzeug kann KEINEN Unfall verursachen.

Nichtsdestotrotz kann aber auch ein stehendes Fahrzeug an einem Unfall "mitgewirkt" haben.
Im Extremfall kann der Fahrzeugführer/-halter eines geparkten Fahrzeugs sogar den 100%igen Anteil erhalten.

Wie gesagt, zwei verschiedene paar Schuhe, verkehrsrechtliche- und versicherungstechnische Angelegenheiten.

Gruß,
Tovi


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 15.01.03 07:20

>[Zitat:] "Ein geparktes Fahrzeug kann KEINEN Unfall verursachen."

Das Fahrzeug alleine sicher nicht. Wie auch? Das Verhalten des Fahrers, der das Fahrzeug verbotswidrig abgestellt hat, kann aber sehr wohl als mitursächlich für den Unfall bewertet werden.


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@Christoph

angehängt von Gernot [Email: Keine]
am 15.01.03 08:31

Am Einfachsten ist, wenn ihr beide den Vorfall euren Haftpflichtversicherungen meldet. Die Schuldfrage und Teilschuld sollen die untereinander auskaspern. Wenn du eine geringe Teilschuld kriegst solltest du überlegen, ob du das selbst bezahlst, damit dein SV-Rabatt nicht dabei drauf geht.

Gernot


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von Christoph [Kontakt]
am 15.01.03 10:09

Ok ich hab das jetzt meiner Versicherung gemeldet und die haben mir gesagt, dass ich wahrscheinlich eine Teilschuld habe und das die Beteiligung damit max. bei 20 % liegt, aber durchaus weniger. Die Frau am Telefon sagte mir auch das Beispiel, wenn da ein Kind gestanden hätte dann wäre er auch schuld.
Ok mal schaun wies weitergeht. Ich schreibe den Ausgang hier auch gern ins Forum falls Interesse besteht.

Danke für eure Hilfe.

Christoph


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 15.01.03 10:41

Ja, es besteht Interesse!


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von -schima- [Email: Keine]
am 15.01.03 11:52

Hi!

@Christoph:

Nochmal genauer:
> ... beschränktes Halteverbot ...

Was jetzt genau: "Eingeschränktes Halteverbot"? Dann hättest du dort ja schließlich völlig korrekt halten (nicht parken) dürfen. Wenn dir beim Halten einer reinfährt ist er auch 100% dran. Wo sollte also der Unterschied sein...?

Oder "beschränkt" im Sinne von zeitlich, Anwohner, was auch immer? Auch dann gibt es offensichtlich Konstellationen wo dort ein KFZ erlaubterweise abgestellt werden darf. In das "darf" dein Unfallgegner nicht reinfahren, in deins schon?

Ich sags mal laienhaft so: Wenn er damit rechnen muß, daß da einer (erlaubterweise) steht, muß er halt so fahren, daß er NICHT ins Schleudern kommt, Schnee hin oder her. Augen sollte er im Kopf haben. Und ob einer 2 Minuten hält oder 2 Tage schon da stand kann er eh nicht wissen...

So long!
-schima-


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von Timo W. [Email: Keine]
am 15.01.03 22:19

@ schima :
Irrtum !
Er hätte da nicht Parken dürfen.Da er sich nicht daran gehalten hat,hat er zum Unfall beigetragen.(wie jemand der an einer Einmündung steht,und damit die Sicht versperrt).Wenn es dadurch zum Unfall kommt ist immer von einer Teilschuld auszugehen,da bei einhaltung der Unfall vermieden hätte werden können. Der Fahrer des Wagen der Draufgefahren ist wird natürlich eine Hauptschuld haben ,unbestritten.


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Zivil-/Ordnungswidrigkeitenrecht

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 16.01.03 08:09

Auch hier ist wieder einmal zwischen der zivilrechtlichen (Haftung - Folge: Schadensersatz) und der ordnungswidrigkeitenrechtlichen (Verkehrsverstoß- Folge: Bußgeld) Seite zu unterscheiden.

Die Verknüpfung zwischen diesen beiden Bereichen stellt im Verkehrsrecht § 7 StVG dar, in dem die Schadensersatzpflicht des Fahrzeughalters festgeschrieben ist. Danach ist der Halter grundsätzlich zum Schadensersatz verpflichtet, wenn durch sein Fahrzeug ein Schaden verursacht wird. Dabei ist zu differenzieren zwischen der Verschuldenshaftung (Fehler des Fahrzeugführers, der zu einem Schaden geführt hat - hier der Parkverstoß) und der sogenannten Betriebsgefahr, die von dem Fahrzeug allein dadurch, dass es am Verkehr teilnimmt (auch Parken ist Verkehrsteilnahme --> ruhender Verkehr), verursacht wird. Ausgeschlossen sind Haftpflichtansprüche nur in ganz engem, ebenfalls in § 7 StVG vorgegebenem Rahmen.


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Zu: Unfall mit parkendem Auto im Halteverbot

angehängt von -schima- [Email: Keine]
am 16.01.03 13:20

Hi!

@Timo W.
>Irrtum !
>Er hätte da nicht Parken dürfen.

Jaein. Richtig: Im eingeschränkten Halteverbot darf er nicht parken. Er darf da aber halten. Im Zweifelsfalle mehrere Stunden zum Be-/Entladen etc. Wir wissen aber immer noch nicht, ob es ein "eingeschränktes" HV oder ein "beschränktes" HV war (und in welcher Weise beschränkt). Angenommen er hat dort nur gehalten, was dann? Das Fahrzeug würde an der gleichen Stelle stehen und der Gegner wäre genauo draufgefahren. Aber auf einmal hat er den Unfall nicht zum Teil verursacht. Aus Sicht des Gegners ist das physikalisch nicht möglich.

@Peter Lustig:
Deswegen würde ich hier die Verschuldenshaftung

"(Fehler des Fahrzeugführers, der zu einem Schaden geführt hat - hier der Parkverstoß)"

nicht sehen. Der Unfall wurde nicht verursacht weil aus dem Halten ein Parken wurde. Wäre das Parken nur ein Halten gewesen wäre der Unfall nicht "nicht" passiert.

Wir brauchen mehr Informationen.

So long!
Ero.


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@schima

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 16.01.03 13:31

>[Zitat:] "Deswegen würde ich hier die Verschuldenshaftung

"(Fehler des Fahrzeugführers, der zu einem Schaden geführt hat - hier der Parkverstoß)"

nicht sehen. Der Unfall wurde nicht verursacht weil aus dem Halten ein Parken wurde. Wäre das Parken nur ein Halten gewesen wäre der Unfall nicht "nicht" passiert."


Die Frage wird doch wohl sein, wie die Versicherungen die Sache sehen. Natürlich kann man im vorliegenden Fall ohne weiteres Hintergrundwissen sowie Erfahrungen und Kenntnisse in Fragen der Abwicklung von Haftpflichtansprüchen nach Unfällen nur theoretisieren und spekulieren. Vielleicht kann uns ja Christoph über den Ausgang seines Verfahrens auch auf dem Laufenden halten.

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