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grüner Pfeil

hinzugefügt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 01.02.03 00:06

Regensburg, 18. Januar 1999

Pressemitteilung 2/99

Empirische Studie Regensburger Psychologen

zum Verkehrszeichen "Grüner Pfeil"

Was weiß der Autofahrer vom 'Grünen Pfeil' und wie verhält er sich dabei? - Eine paradigmatische empirische Untersuchung

Zur Zeit ist die aus der DDR übernommene Regelung, an den Ampeln, an denen das Schild mit dem grünen Pfeil hängt, auch bei "roter" Ampel rechts abbiegen zu dürfen (vgl. Süddeutsche Zeitung vom 13.1.99), noch recht umstritten. Die Regelung soll zum besseren Verkehrsfluß beitragen, ist aber, wenn dem Autofahrer nicht bekannt, entweder einfach irrelevant, oder kann bei falschem Verhalten der Autofahrer zu Verkehrskonflikten führen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

An der Universität Regensburg wurde am Lehrstuhl für Experimentelle und Angewandte Psychologie eine empirische Studie durchgeführt um die Fragen zu untersuchen: "Kennen Autofahrer die Bedeutung des "Grünen Pfeils"? und "Wie verhalten sich Autofahrer beim Rechtsabbiegen an Kreuzungen, die mit dem "Grünen Pfeil" beschildert sind?" Im Rahmen eines Pflichtwahlpraktikums wurden unter Leitung von Prof. Dr. Alf Zimmer und Dr. Katharina Dahmen-Zimmer das Abbiegeverhalten der Autofahrer an einer Kreuzung mit Grüner Pfeil Beschilderung beobachtet und registriert, sowie eine Befragung von Autofahrern durchgeführt.

Für die Untersuchung wurde die Kreuzung Franken- / Würzburger Straße in Regensburg ausgewählt. Sie wurde am 7.1.99 durchgeführt, da an diesem Tag die Eröffnung eines neuen Möbelhauses regen Autoverkehr erwarten ließ. Die Beobachtung und Befragung wurde von den cand. phil. Harald Binder, Martin Gründl, Claus Marberger und Carsten Schneider durchgeführt. Während des Beobachtungszeitraums wurden insgesamt 74 bei "roter" Ampel nach rechts abbiegende Autofahrer registriert.

Es wurden folgende Verhaltensweisen der bei "rot" nach rechts abbiegenden Autofahrer erfaßt:

- Die Schnelligkeit des Heranfahrens an die Haltelinie,

- ob, und wenn ja, wie schnell die Haltelinie ohne Stop überfahren wurde, bzw.

- ob und wie lange angehalten wurde, und

- wie vorsichtig der Fahrer bis zur Sichtlinie und um die Ecke fuhr.

Die Beobachtungsergebnisse zeigen, daß sich der allergrößte Teil der Autofahrer (89%) nicht konform der "Grüne-Pfeil" Regelung" verhielt. Über die Hälfte von ihnen (57%) ignorierte einfach das Schild und wartete das "grün" der Ampel ab. Mehr als jeder zehnte Rechtsabbieger (13%) verhielt sich aber verkehrswidrig und mißachtete die Haltelinie. Ein geringer Teil (2%) verwechselte den 'grünen Pfeil' offenkundig mit einer "Grün" anzeigenden Abbiegeampel.

Eine zusätzliche Befragung von 33 Autofahrern ergab, daß zwar etwa ¾ der Autofahrer (76%) angaben, das Schild zu kennen, aber nicht viel mehr als jeder zehnte (12%) das korrekte Abbiegeverhalten beschreiben konnten. Über die Hälfte der Befragten (58%) gab nicht die Vorschrift an, an der Haltelinie anhalten zu müssen. Ein Autofahrer hielt das "Grüner-Pfeil" Schild für den Ersatz einer Abbiegeampel.

Auf die Frage, was das "Grüner Pfeil" Schild bedeutet, meinten selbst Autofahrer, die sich für informiert hielten beispielsweise: "Hat wohl irgendwas mit der Umwelt zu tun", oder "betrifft eine Regelung für Busse".

Aus den Ergebnissen der Studie läßt sich folgern, daß die Bedeutung des "Grünen Pfeils" keineswegs allen Autofahrern bekannt ist. Während aber ein bloßes Ignorieren des Schildes durch den Autofahrer harmlos ist, können das Mißachten der Haltelinie und, besonders gravierend, die Verwechslung mit der Abbiegeampel für schwächere Verkehrsteilnehmer, also Fußgänger und Radfahrer höchst gefährlich werden. Daher sollte der "Grüne Pfeil" nur an Kreuzungen angebracht werden, an denen eine solche Gefährdung mit großer Sicherheit nicht zu erwarten ist.

Kontakt:

Universität Regensburg
Institut für Psychologie
Lehrstuhl für Experimentelle und Angewandte Psychologie
Prof. Dr. A. Zimmer
Tel. 0941/ 943 3817, -3816.

Rudolf F. Dietze

Dr. Rudolf F. Dietze, M.A.
Pressereferent

http://www.uni-regensburg.de/Universitaet/Pressemitteilungen/pres0299.htm

Ok ist schon etwas älter und nicht gerade repräsentativ (knapp 100 Befragte nur), aber es kommt wohl schon ungefähr hin. Im Mainzer und Wiesbadener Stadtgebiet sind viele Kreuzungegn mit dem Abbiegepfeil Unfallschwerpunkt laut lokalen Zeitungen.

In Mz gab es wohl mal 100, sind inzwischen aber nur noch 18.
Eine besondere Gefahr wurde hier ebenfalls für Radfahrer und Fußgänger gesehen.

Also, man könnte sagen: Nicht alles Gold was glänzt.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Achim [Kontakt]
am 01.02.03 14:07

Habe ich als Ossi eine ganz andere Meinung. Über diesen Bericht kann ich nur schmunzeln. Dabei ist es doch gar nicht sooo schwer.

Website: http://www.sicherestrassen.de


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Matte [Kontakt]
am 01.02.03 20:34

Hier kann ich mich Achim nur anschließen. es geht wirklich viel besser mit dem grünen Pfeil. Das Problem ist nur die Aufklärung im westen Deutschlands. hier im Osten haben wir kaum Probleme damit.

Gruss Matte


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von willi [Email: Keine]
am 02.02.03 10:18

Das Problem ist doch nicht der grüne Pfeil an sich, sondern die Tatsache, das die meisten Leute es für überflüssig halten, sich mit den gelegentlichen Änderungen in den Verkehrsregeln vertraut zu machen. Da kann man sicher für jede Änderung eine Studie erstellen, das Ergebnis wird dasselbe sein.
Ich denke da nur mal an entgegenkommende Radfahrer in Einbahnstrassen (natürlich bei entsprechender Beschilderung) in Kombination mit gleichrangigen Strassen an Kreuzungen. Wenn einem da sein Leben noch lieb ist, sollte man als Radfahrer besser für andere mitdenken...

Gruß

willi


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Franticek [Email: Keine]
am 02.02.03 12:25

Ich glaube, das haengt ein wenig mit der heutigen Mentalitaet zusammen, mehr auf die Rechte als auf die Pflichten zu sehen. Jeder sieht nur noch das, was er jetzt darf, und keiner schaut/liest/denkt weiter, was er denn dabei tun oder beachten muss.

Beim Pfeil: Viele wissen, da darf ich jetzt auch bei Rot abbiegen. Nur wenige haben bewusst weitergelesen und gesehen, dass man erst an der Haltelinie anhalten muss und .......

In dem erwaehnten Beispiel mit Radfahrer und Einbahnstrasse ist es aehnlich: Alle Radfahrer wissen, dass mittlerweile in Einbahstrassen auch in die andere Richtung gefahren werden darf. Kaum einer weiss, dass dies nicht generell erlaubt ist sondern jede Einbahnstrasse, fuer die das gelten soll, gewissen Anforderungen entsprechen muss und vom zustaendigen Amt erst mittels entsprechender Verkehrszeichen dazu freigegeben werden muss.

Dass dann die Bequemlichkeit, sich ueberhaupt mit Neuerungen zu beschaeftigen, noch dazukommt, macht die Sache dann insgesamt noch schlimmer.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Norbert [Kontakt]
am 02.02.03 21:18

Naja, es gehört schon ziemliche Ignoranz resepektive der Wille zur getürkten Statistik dazu, für eine derartige Untersuchung den Regierungssitz der Oberpfalz auszusuchen, also der "Hauptstadt" des bayerischen Regierungsbezirks mit der höchsten Regionalklasse. Im Allgemeinen finde ich aber auch, daß die Information der Verkehrsteilnehmer über Änder- und Neuerungen der STVO besser verbreitet gehören. Ein kleiner Artikel dazu um Auto-Teil einer Tageszeitung ist hierzu IMHO viel zu wenig.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Walter [Email: Keine]
am 03.02.03 10:50

Hi, in manchen Staedten, hier: Schweinfurt, wird die Moeglichkeit des Einsatzes eines gruenen Pfeils beharrlich ingnoriert. Irgendein Amtmann hat wohl Muffensausen. Folge: weder Anfaenger noch Fortgeschrittene haben Anlaß noch Moeglichkeit, sich mit diesem Verkehrszeichen vertraut zu machen. Irgendwann, in einer anderen Stadt, trifft man dann darauf - als wenn man nicht schon Orientierungsprobleme haette! Ich kann nicht verstehen, dass eine Stadt die eigenen Buerger fuer unfaehig haelt, ein bundesweit zugelassenes Verkehrszeichen zu beachten. Ideologie hat nach meiner Meinung im Strassenverkehr nichts verloren.


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Zum Thema Neuerungen

angehängt von Jan [Email: Keine]
am 03.02.03 14:09

Wie wäre denn die Idee für alle FS eine regelmäßige (z.B.5 Jahre) eine Nachprüfung samt Seh-(oder besser noch Reaktions-)test und Erste Hilfe Fresh Up einzuführen?


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@Jan: Provokation?

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 03.02.03 15:07

Deine Frage meinst Du doch wohl nicht ernst oder?

Wie soll denn das bei den vielen Millionen ausgegebenen Führerscheinen ohne ungeheuren bürokratischen Aufwand funktionieren? Bislang gibt es nicht einmal ein zentrales Führerscheinregister, in dem alle ausgegebenen Führerscheine erfasst sind. Alte Leute fahren teilweise noch mit Führerscheinen aus dem 3. Reich oder der Wehrmacht, die nirgendwo mehr erfasst sind, weil die Unterlagen durch Kriegseinwirkungen verloren gegangen sind.

Von den damit verbundenen Kosten (die Fahrlehrer wird´s vielleicht freuen) und den Leuten, die bei uns mittlerweile mit Führerscheinen aus anderen EU-Staaten fahren, wollen wir gar nicht erst reden.

Im Interesse der Verkehrssicherheit wären solche Maßnahmen vielleicht wünschenswert. Aber ich denke, dass sie sich einfach nicht realisieren lassen.

Zum Thema Grüner Pfeil

Ich halte den Grünen Pfeil für so überflüssig wie einen Kropf. Nach meinem Dafürhalten war seine Aufnahme in die StVO seinerzeit ein Zugeständnis an die Bürger aus den neuen Bundesländern, weil man nicht alles als schlecht hinstellen wollte, was es in der alten DDR an zusätzlichen Regeln gegeben hat. Und da hat man sich einfach auf den kleinsten Nenner festgelegt.

Wenn man sieht, wo zwischenzeitlich überall so ein Ding hängt, stellt man sehr schnell fest, dass er in vielen Fällen aufgrund des Verkehrsablaufs an dieser individuellen Kreuzung oder Einmündung gar nichts bis kaum etwas bringt, außer vielleicht Irritationen, gefährliche Überholvorgänge, Gefährdungen des querenden Fußgänger- und Radfahrerverkehrs oder unnötige Hupereien, weil der Vordermann (zulässigerweise) von der Regelung keinen Gebrauch macht.

Darüber hinaus handelt es sich um eine relativ komplexe Neuregelung mit vielen zu beachtenden Details (vgl. in diesem Zusammenhang auch noch weitere Neuregelungen aus jüngerer Zeit wie z.B. Einschalten der Warnblinkanlage an Bushaltestellen oder die Handyvorschrift), bei der eine Vielzahl von Kraftfahrern überfordert ist. Einerseits möchte man die StVO entrümpeln; andererseits packt man dann wiederum solche Dinge hinein und wundert sich dann hinterher, dass es nicht so funktioniert, wie es sollte.


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Eigentlich schon ernst gemeint

angehängt von Jan [Email: Keine]
am 03.02.03 15:21

Man braucht doch nicht unbedingt ein zentrales Register dafür sondern machts einfach wie mit HU und AU, wer den Nachweis bei einer Kontrolle nicht vorweisen kann krigt ein auf den Deckel. Zusammen mit groszügigen Übergangszeiten wär das also eigentlich machbar. Zugegeben, das ist, gerade am Anfang, sicherlich mit etwas Aufwand verbunden, wäre aber ein erheblicher Gewinn für die Verkehrssicherheit.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von KurtS [Email: Keine]
am 03.02.03 16:02

Der grüne Pfeil ist absolut Klasse, da durch ihn (als relativ einfaches Mittel) viele Verkehrsteilnehmer schneller vorankommen. Wer die einfache Regelung des grünen Pfeils nicht versteht dürfte auch sonst erhebliche Schwierigkeiten im Straßenverkehr haben, da es doch viel komplexere Situationen gibt. Viele Grüße. KurtS


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Jeeper [Email: Keine]
am 03.02.03 16:25

Ich finde den grünen Pfeil gut, bin aber auch schon dann und wann hupenderweise darauf aufmerksam gemacht worden, doch bitteschön endlich mal abzubiegen, wenn ich schon den Blinker rechts gesetzt habe und auf grün warte.

Man konzentriert sich gewohnheitsmäßig -vor allem als Ortsfremder- einfach mehr auf eine rote Ampel, die ja fast unübersehbar im Gegensatz zu dem recht kleinen Schildchen, ist.

Lieber einmal etwas zu lange gestanden als zu früh abgebogen.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Achim [Kontakt]
am 03.02.03 16:29

Hallo @Peter Lustig,

ich bin schon enttäuscht, dass Du so ein Gegner zum Grünen Pfeil bist. Richtig angewand ist er zweifellos ein Gewinn für die Verkehrsfüssigkeit. Mann muss nur wissen wie es geht. Und das ist sehr einfach.
Meine Vorposter haben es gesagt: Wer den Grünen Pfeil nie erlebt hat, hat auch Probleme. Deshalb den Pfeil zu verteufeln, ist der falsche Weg. Und die Argumentation der Erhöhung der Verkehrsunfälle will ich nicht glauben. Diese Statistik kann ich selber schreiben. Dresden hat einen überaus hohen Anteil Grüner Pfeile. Aber daraus resulieren keine Unfälle.

Übrigens. Dass nur der Grüne Pfeil gut war, will ich nicht so stehen lassen. Unsere StVO war eindeutig und bedurfte nicht dieser unendlichen Rechtsauslegung. Diese hätte man übernehmen sollen. Aber daran wäre der Westen total gescheitert. :-)

Website: http://www.sicherestrassen.de


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Grobi [Email: Keine]
am 03.02.03 16:29

Ich als Wessi finde den grünen Pfeil hervorragend.
In Amerika z.B. darf an roten Ampeln generell rechts abgebogen werden.

Nur scheinen manche Autofahrer zu doof zu sein, um sogar eine beschilderte Regel zu beherzigen (siehe auch "Reißverschlußverfahren bei Stau")

Grobi


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ad rem Nachprüfungen

angehängt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 03.02.03 17:16

Mal abgesehen von den hohen Kosten für diese Nachprüfungen (Auto ist doch eh schon teuer genug) wäre so eine Sache für die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss hervorragend. Man stelle sich nur mal ein Gespräch unter Freunden, von denen einer kurz vor dieser Prüfung steht, vor: "Wie war das nochmal?"

Der Lerneffekt würde also nicht nur die Prüflinge, sondern auch deren Kontaktpersonen erfassen und sich auf diese Weise schnell in der Bevölkerung verbreiten.

Vielleicht würden sich ja einige Versicherungen an den Kosten beteiligen. Dagegen wäre sicherlich die Automobilindustrie und die Kfz-Werkstätten...


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Achim [Kontakt]
am 03.02.03 18:56

Am meisten würde sich der Steuer-Hans freuen. :-)

Website: http://www.sicherestrassen.de


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Grünes Blechschild: Provokation II

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 03.02.03 19:19

Das war mir schon klar, dass ich mit meinen Feststellungen provozieren und auf Widerstand stoßen würde. Ich bleibe dennoch dabei: der grüne Pfeil ist ein Ding, das die Welt nicht braucht.

In München ist man lange ohne grünen Pfeil hervorragend ausgekommen. Plötzlich haben sich irgendwelche Politiker dieses Blechdings bemächtigt und schwupps! innerhalb weniger Monate gab es deren allein in der Stadt über 70 Stück und ca. 20 im Landkreis. Abgesehen davon, wenn kein vor einem Stehender das Abbiegen verhindert - und das kommt selten genug vor im großstädtischen Verkehr -, macht er allenfalls dort Sinn, wo von einem separaten Rechtsabbiegestreifen abgebogen werden kann. Diese Konstellation findet man jedoch nur sehr selten.

Was auf der Strecke bleibt, ist eindeutig die Sicherheit querender Fußgänger und Radfahrer, die früher im Schutz ihres Grünlichts sicher und unbeschwert die Straße queren konnten, jetzt aber vermehrt auf Rotlichtabbieger, die nicht einmal wie vorgeschrieben stehen bleiben, achten und oft genug springen müssen.

So lange nix oder fast nix passiert, ist leicht gesagt, es habe sich eine Regelung bewährt. Den Gewinn macht doch jeder Kraftfahrer nur subjektiv bei sich aus; der objektive Nachweis konnte bislang noch nicht erbracht werden. Objektiv betrachtet bringt ein Grünpfeil nur sehr wenig und fördert eher das Herrschaftsdenken der Kraftfahrer gegenüber den schwächeren Verkehrsteilnehmern.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Walter [Email: Keine]
am 04.02.03 10:13

Ja, ja, Herr Lustig, früher war alles besser, sogar die Zukunft (wußte schon Karl Valentin). Richtig angebracht und angewandt, halte ich den Grünen Pfeil dennoch für einen Gewinn. Und wenn nur in der Situation, daß auf der Kreuzung nichts los ist. Wozu die blöde Warterei an der Ampel, wenn doch eh´nichts kommt? Arme, Alte, Kranke, Gebrechliche, Schwache....sie alle müssen immer dann her halten, wenn sonst kein Argument mehr zieht. Wenn ich mir ansehe, wie sich mancher Radler auf seinem Hochsitz der Moral benimmt, dann habe ich alles andere als Herrschaftsgefühle.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Franticek [Email: Keine]
am 04.02.03 11:53

Teilweise kann ich Peter verstehen. Ich selbst komme viel herum, habe genuegend Kreuzungen mit gruenem Pfeil kennengelernt und habe auch keine Probleme damit. Es gibt jedoch auch dei beiden Extreme: In der einen Stadt wird grundsaetzlich komplett darauf verzichtet, in der anderen werden die Kreuzungen davon fast wahllos ueberschwemmt.

Ob der gruene Pfeil sinnvoll ist, haengt von mehreren Dingen ab .... Es stimmt schon, dass es viele Kreuzungen mit gruenem Pfeil gibt, an denen das 100% Schwachsinn ist. Es gibt aber auch genuegend andere, wo das Sinn macht und wirklich zur Erleichterung und zu fluessigerem Verkehrsfluss beitraegt. Natuerlich muss man dazu auch die Regelung kennen!

Notwendig? Nein, unbedingt notwendig ist er - wie so manches andere auch - wirklich nicht. Aber sinnvoll an vielen Stellen, das ist er durchaus!


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Horst Spass [Email: Keine]
am 18.02.03 14:07

Warum haben 80 Millionen Deutsche einen Führerschein, wenn sie die StVO nicht kennen, traurig ist es schon, aber es macht schon Spass zwischen diesen "Menschen" Auto zu fahren.


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Spass - Provokation III

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 18.02.03 14:26

Und deswegen machen solche komplexen und im Grunde genommen überflüssigen Regelungen wie der Grünpfeil, der die vielen, vielen unbedarften Kraftfahrer mehr verwirrt als dass er nützt, in dem ohnehin schon überfrachteten Regelwerk der Verkehrsvorschriften keinen Sinn. Also weg damit - und wieder ist ein kleiner Schritt zu mehr Verkehrssicherheit vollzogen!


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von sachse [Email: Keine]
am 18.02.03 18:46

Verkehrsschulungen und Weiterbildung Erste Hilfe, zu DDR-Zeiten kein Problem, Chef war der Dorfsheriff, DRK war auch da, Treffen war in örtlicher Kneipe, Bier gabs auch, der Grund zur Flucht vor der Frau war auch gegeben oder sie war dabei und am Ende haben alle was gelernt, die ganze Sache war freiwillig und die Bude war immer einmal im Quartal ( oder öfter je nach Dorf ) rammel voll. Warum geht das jetzt nicht mehr, auch freiwillig?


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Biggles [Email: Keine]
am 18.02.03 19:06

@Horst Spass

Klar und alle 6,5 Milliarden Menschen auf der Welt haben ein Auto. Ich kenne zwar keine genauen Zahlen, aber es sind nie und nimmer alle 80 Millionen Deutschen im Besitz eines Fuehrerscheines, geschweige denn sind all die auf unseren Strassen taeglich mit'm Kraftfahrzeug unterwegs. Vielleicht 20 Millionen, wenn's gut (oder schlecht, von welcher Seite man die Medallie eben betrachtet) geht ...

@Peter Lustig

Ich will ja nix gegen ein gestandenes Forenmitglied sagen, aber ich finde deine Art der Diskussion um so ein kleines "Feature" wie den grünen Pfeil peinlich. Wuerde es hier um komplexe Verkehrsstroeme und deren Planung und Berechnung gehen, stimme ich dir voll zu, dass viele damit ueberfordert waeren (ich gehoere mit Sicherheit auch zu denen). Aber man wird es ja wohl jedem Kraftfahrer zumuten koennen, sich mit den Neuerungen und Entwicklungen im Strassenverkehr fuer 5 Minuten zu beschaeftigen und falls es noetig erscheint weitere Informationen bei Unklarheiten einzuholen. Wenn ich so bei meinem Job denken wuerde, waere ich wohl innerhalb von 3 Monaten weg vom Fenster, weil voellig hinterher ...
Über den neusten Schrei bei Handys, Fernsehern und Computer oder Skandalen von irgendwelchen Promis weiss auch jeder bescheid. Und an "Big Brother" und "Wer wird Superstar" etc. kommt man ja auch nicht vorbei, nichtmal wenn man will ...
Es ist scheinbar nur eine Frage des "Wie" man etwas an die Oeffentlichkeit bringt und des Bewusstseins darueber, das man nie aufhoeren kann zu lernen, auch nicht im Strassenverkehr. Sicher dauert es immer etwas, bis auch der letzte begriffen hat, wie etwas funktioniert (nagut, es gibt immer welche, die werden es nie kapieren ...) aber spaetestens in 3-4 Jahren haben sich alle dran gewoehnt und kein Hahn kraeht mehr danach ...

Es waere sicherlicher viel wuenschenswerter alle Ampeln auf deren Sinnigkeit und Schaltverhalten zu pruefen. Ich kenne genug Ampeln, an denen man oft einige Minuten zubringt und ausser einem selbst ist kein Aas in der Naehe ... Und dann ist mir jeder Gruenpfeil recht (wenn er denn in meine Fahrtrichtung weist).

Der Grat zwischen Sinn und Unsinn ist sehr schmal und absolute Sicherheit ist eine Traumvorstellung ...

Sorry es ist nur meine Meinung ...

Biggles


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Kleines Feature

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 18.02.03 20:57

Wenn Du den Grünpfeil als kleines Feature abtun willst, bitte! Genau um diesen geht es aber nun einmal hier in diesem Thread. Sicherlich muss man nicht unbedingt und jeden Tag darüber pausenlos diskutieren.

>[Zitat:] "Aber man wird es ja wohl jedem Kraftfahrer zumuten koennen, sich mit den Neuerungen und Entwicklungen im Strassenverkehr fuer 5 Minuten zu beschaeftigen und falls es noetig erscheint weitere Informationen bei Unklarheiten einzuholen."

Aber genau hier liegt doch das Problem. Genau die Bereitschaft, sich zu informieren, ist vielfach nicht vorhanden. Man setzt sich hinter das Steuer und hofft, dass man mit Routine und Erfahrung sowie der eigenen Aufmerksamkeit und der der anderen schon heil ans Ziel kommt.

Frage doch einmal x-beliebige Autofahrer, auch langjährige erfahrene, ob sie Dir zum Beispiel erklären können, worin der Unterschied zwischen einer Tempo-30-Zone, einem verkehrsbruhigten Bereich und einer Spielstraße liegt, welchen Regelungsinhalt das Z. 325 Verkehrsberuhigter Bereich hat, wie man sich zu verhalten hat, wenn ein Linienbus an einer Haltestelle das Warnblinklicht eingeschaltet hat, was man alles zu beachten hat, wenn man einen Kreisverkehr befährt, unter welchen Voraussetzungen der Gebrauch eines Handys im Straßenverkehr zulässig ist und, und, und...

Du wirst Dein blaues Wunder erleben. Dieses Forum zeigt es doch auch vielfach überdeutlich, wie weit her es mit der Kenntnis der Verkehrsregeln ist. Da kommen Fragen zum Überholen, Abbiegen, zur Vorfahrt usw., die zu den Grundkenntnissen jedes Kraftfahrers gehören sollten, selbst von solchen Leuten, die vor nicht allzu langer Zeit erst in der Fahrschule waren und ihren "Lappen" erworben haben.

Derzeit laufen auch nicht völlig ohne Grund Bemühungen, die StVO zu überarbeiten, zu entrümpeln und zu vereinfachen. Ich habe leise Zweifel, ob dies überhaupt jemals gelingen wird. Bislang hat noch keine Reform etwas vereinfacht; in der Regel wurde meist das Gegenteil erreicht.

Viele Regeln bergen die Gefahr, auch viele Fehler zu machen. Deshalb sollte alles, was nicht zum Überleben im Straßenverkehr dient, rausfliegen. Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs waren einmal oberste Maximen. Bei der aktuellen Verkehrsentwicklung sollte man versuchen, wenigstens ein Mindestmaß von Verkehrssicherheit zu erhalten. Die Forderung nach der Flüssigkeit des Verkehrs ist doch spätestens seit der Abkehr von der Forderung nach einer verkehrsgerechten Stadt in den 70-er Jahren und den Bemühungen um Verkehrsberuhigung und Verringerung der Beeinträchtigungen durch Lärm- und Abgasemissionen obsolet.

Die Zeit, die man vor einer roten Ampel ohne Grünpfeil bis zum Umschalten auf Grün vertut, ist nun einmal wirklich selbst zu nachtschlafener Zeit nicht wesentlich. Dabei handelt es sich doch meist nur um einige wenige Sekunden, auf die es kaum ankommen sollte.


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Nicht ganz ernst gemeint ;-)

angehängt von Dudi [Email: Keine]
am 19.02.03 10:57

Es gab Zeiten da musste vor jedem Kfz ein Warnposten mit roter Fahne herlaufen - ob das eine Überlegung wert ist?
Könnte auch gegen die Arbeitslosenzahlen helfen ;-)
Gruß Dudi


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Warnposten mit roter Flagge

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 19.02.03 11:05

Damals fuhren aber die Autos auch noch nicht so schnell.


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Wage einen Vergleich

angehängt von HeLi [Email: Keine]
am 19.02.03 11:18

Hallo,

manche Regelungen der StVO bedürfen gewiss der Reform.

Der grüne Pfeil ist - wie ich finde - gar nicht so schlecht, wenn er richtig genutzt wird.
Immerhin ist es eine sinnvoll vorrangregelnde Einrichtung, ganz im Gegensatz zu den abgesenkten Bordsteinen, die häufig lediglich bautechnisch so ausgeführt sind und dennoch vorrangregelnde Wirkung haben, auch bei Unerkennbarkeit, wie etwa durch Schnee.

(Ja ja, ich kann's nicht lassen ...)
;-)

Gruß HeLi


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weiss-rot-weisse Flagge

angehängt von Uwe Kusnezow [Kontakt]
am 20.02.03 23:15

Also ich kenne es aus Düsseldorf...als man Fortuna noch kannte.
Da wurden die Flaggen immer nach grossen Siegen geschwenkt.
Gruss Uwe

Website: http://www.uwekusnezow.de


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von radler [Email: Keine]
am 26.02.03 13:09

Also ich denke, der Grüne Pfeil kann durchaus sinnvoll sein.
Als Radler muss ich generell mit rücksichtslosen Autofahrern rechnen, auch wenn ich grün habe. Mir ist es schon passiert, dass ich bei einem entgegenkommenden Taxi, das in eine Nebenstraße (ohne Ampel) links abbog, nur in allerletzter Minute bremsen konnte, sonst hätte ich drunter gelegen.
Die Moral vieler Autofahrer ist doch: Die Radfahrer und Fußgänger bekommen vielleicht Recht, aber was kanns denen dann noch nützen?


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Thomas [Email: Keine]
am 27.02.03 14:07

Also ich finde das Relikt aus dem Beitrittsgebiet klasse. Von mir aus könnte man es aber auch wie in Amerika machen und ganz darauf verzichten. Rechtsabbieger können dort immer fahren. Aber dazu sind wir Deutschen wahrscheinlich geistig nicht flexibel genug. Rot heißt Stillstand. Und mit grün dabei sowieso ;)


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Alex [Email: Keine]
am 01.03.03 19:49

>In Mz gab es wohl mal 100, sind inzwischen aber
> nur noch 18.

Hallo,

wo sollen sich diese grünen Pfeile denn befinden? Ich bin beruflich sehr viel im gesamten Mainzer Stadtgebiet unterwegs, konnte aber noch keinen einzigen grünen Pfeil entdecken. Entweder sie sind extrem gut versteckt, oder man hat inzwischen alle komplett entfernt :-(

Tschüß,
Alex


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 01.03.03 23:25

Mir ist auch noch keiner in Mainz aufgefallen, ich war aber auch noch nicht in allen Ecken und Enden von Mainz.Wie gesagt: So stands in der Zeitung - ich weiss ja auch nicht wo die ihre Zahlen her haben.


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Zu: grüner Pfeil

angehängt von Bernie [Kontakt]
am 02.03.03 18:08

Er hat etwas für sich, dieser grüne Pfeil. Aber was bringt es, wenn sich wie immer, keiner dran hält. Jede Regelung hat für den Einen Vorteile wie Nachteile für den Anderen. Wenn die Verkehrsteilnehmer nicht in der Lage sind den Blinker zu setzen, diese Regelung gibt es schon länger, oder sich beim Linksabbiegen nicht soweit wie möglich nach links einordnen, man bleibt einfach in der Mitte der Fahrspur stehen, Verbot des Abbiegens, wen interessiert's, und da wollt Ihr dem "mündigen" Autofahrer eine Wahl lassen??? Hier gebe ich Peter Lustig schon recht, das Ding ist überflüssig wie ein Kropf!!

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