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Führerscheinentzug wg. Amphetamin?!

hinzugefügt von Daniel H. [Email: Keine]
am 24.02.01 10:44

guten tag, ich bin im november 2000 mit amphetamin am steuer (bluttest) erwischt worden. es gab ein 4 wöchiges fahrverbot und eine geldbuße von 500dm. Gestern bekam ich ein Schreiben des Landratsamts, in dem ich aufgefordert werde, meinen Führerschein unwideruflich abzugeben - Entziehung der Fahrerlaubnis. Wie stehen meine Chancen, den Führerschein doch noch zu behalten?


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Zu: Führerscheinentzug wg. Amphetamin?!

angehängt von Webmaster (webmaster@fahrschule-knittel.de)
am 25.02.01 10:41

Hallo Daniel :-)

...wahrscheinlich nicht gut...

Die Einnahme von Drogen (vgl. Anlage zu § 24a StVG, Berauschende Mittel u.a. Amphetamin) schließt die "Fahreignung" aus. Erhält die Fahrerlaubnisbehörde Kenntnis von der Drogensucht bzw. vom Drogenmißbrauch eines Fahrerlaubnis-Inhabers, muß/kann sie die Fahreignung verneinen und ein Entziehungsverfahren einleiten. Die Beweislast im verwaltungsbehördlichen Entziehungsverfahren liegt allerdings bei der Fahrerlaubnisbehörde. So begründet sich der Entziehungsbescheid wahrscheinlich auf den Ergebnissen der durchgeführten Blutuntersuchung.

Tja, nach Bekanntgabe der Entscheidung (ggf. durch Entziehungsbescheid) kann der Betroffene nach meiner Kenntnis innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch einlegen. Spätestens an diesem Punkt sollte ein versierter Rechtsanwalt (Verkehrsrecht / Verkehrsstrafrecht) hinzugezogen werden. "Aus der Ferne" sehe ich im Moment keine Möglichkeiten, effektiv helfen zu können. Ein Widerspruch könnte u.U. aufschiebende Wirkung für den Betroffenen erzielen...

Website: http://www.fahrschule-knittel.de


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Zu: Führerscheinentzug wg. Amphetamin?!

angehängt von Daniel H. (Email-Adresse unbekannt)
am 25.02.01 18:08

Vielen Dank für die prompte Auskunft! Am Montag habe ich einen Termin bei meinem Anwalt. Was denken Sie, wann ich den Führerschein wieder bekommen kann? Ich werde selbstverständlich keine Kosten scheuen, der Verkehrsbehörde zu beweisen, daß ich drogenfrei bin - sei es durch Drogenscreening in unregelmäßigen Abständen, Haaranalyse, ärztliches Gutachten oder sonstwie... und das es ein einmaliger Zwischenfall ist, den ich sehr bereue. Denken Sie ein Zeitraum von 6 Monaten ist hier realistisch und denken Sie, ich muss eine MPU machen?!


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Zu: Führerscheinentzug wg. Amphetamin?!

angehängt von Webmaster (webmaster@fahrschule-knittel.de)
am 25.02.01 19:09

...eine Sperrfrist für die Dauer von 6 Monaten scheint wahrscheinlich (vgl. § 69a StGB, 6 Monate bis 5 Jahre). Das Mindestmaß der Sperre beträgt ein Jahr, wenn gegen den Täter in den letzten drei Jahren vor der Tat bereits einmal eine Sperre angeordnet ist/war. Vorläufiger Entzug wird angerechnet - es darf jedoch drei Monate nicht unterschreiten. Für die Dauer der Sperrfrist darf keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden.

Eine MPU dürfte nicht zu vermeiden sein (Bedingung: Fahrerlaubnisbehörde gelangt zu einer negativen Eignungsprognose, was wahrscheinlich ist):

  • Die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens kann angeordnet werden, wenn gelegentliche Einnahme von Cannabis vorliegt und weitere Tatsachen Zweifel an der Eignung begründen (§ 14 Abs. 1 FeV).

  • Die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens ist [...] anzuordnen, wenn die Fahrerlaubnis aus einem der in Absatz 1 genannten Gründe entzogen war oder zu klären ist, ob Abhängigkeit oder Einnahme nach Absatz 1 nicht mehr vorliegt (§ 14 Abs. 2 FeV).

Website: http://www.fahrschule-knittel.de


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Zu: Führerscheinentzug wg. Amphetamin?!

angehängt von Ralf (Email-Adresse unbekannt)
am 02.10.01 17:47

Ich bin bei der Two Moons auf Fehmarn auf E am Steuer erwischt worden. Ich habe 1 Monat und DM 500,- bekommen. Ich habe dann über meinen Anwalt ein Gespräch mit der Führescheinstelle gehabt. Und BINGO! DM 2000,- Strafe und ich habe meinen Lappen gleich wiedergekriegt. Also keep cool.Es geht auch so.(Wenn du einen guten Anwalt hast)
Viel Glück


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@Ralf

angehängt von D. Perenda (Email-Adresse unbekannt)
am 03.10.01 05:57

Hallo Ralf,

ich würde mich nicht zu früh freuen. Nach einer Fahrt unter XTC kommen nämlich 2 Spieler der Gegenseite aufs Feld.

Natürlich zunächst die Bußgeldstelle, die den konkreten Verstoß mit Bußgeld und Fahrverbot ahndet. Um das Fahrverbot kommt man gelegentlich gegen ein erhöhtes Bußgeld herum (so wie offensichtlich in Deinem Fall).

Es erfolgt aber auch eine Kontrollmitteilung an die Fahrerlaubnisbehörde. Die interessiert sich nicht für Bußgelder und Fahrverbötchen. Die hat nämlich die generelle Eignung des so mit Betäubungsmitteln aufgefallenen zu überprüfen. Und das hat dann unter Umständen die Entziehung der Fahrerlaubnis (nicht zu verwechseln mit einem simplen Fahrverbot) zur Folge.

Wenn es soweit ist, kannst Du uns ja hier Deine Erfahrungen posten.

Gruß


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Zu: Führerscheinentzug wg. Amphetamin?!

angehängt von Infostvr (infostvr@gmx.de)
am 05.10.01 08:27

Aufgrund der Tatsache, dass der Vorfall schon so lange weg ist, kann meines Erachtens die Fahrerlaubnisbehörde nur noch Zweifel an Deiner Kraftfahreignung haben, aber nicht aufgrund des im November stattgefundenen Konsums jetzt noch auf die Nichteignung schließen. In Deinem Fall muss eine MPU nach § 14 Abs.2 Nr. 2 FeV angeordnet werden. Die Entziehung der FE ist unverhältnismäßig - sofern keine weiteren neueren Erkenntnisse vorliegen.

Website: http://www.fahrerlaubnisrecht.de


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Zu: Führerscheinentzug wg. Amphetamin?!

angehängt von Vera aus HSK (Email-Adresse unbekannt)
am 19.10.01 22:15

Hallo, auch mich haben die Freunde und Helfer im Juni 2001 am Steuer mit Amphetaminen im Blut erwischt. Nach ca. 3 Monaten bekam ich eine Strafe von 1200 DM (Voreintragungen beim Kraftfahrtbundesregister wegen schnellem Fahren, deshalb wurde Strafe erhöht) und 1 Monat Fahrverbot. 3 Wochen später flatterte mir dann die Aufforderung eine MPU zu machen ins Haus. Also, mein Anwalt riet mir nicht dazu die Strafe zu erhöhen um damit meinen Lappen zu behalten (MPU würde deswegen noch eher veranlaßt). Laut seiner Aussage sind die Führerscheinstellen noch schneller dabei MPU´s wegen BTM zu veranlassen, seit die Technoszene immer unverantwortlicher damit umgeht (auf Parkplätzen bekommt man bald besser was zu kaufen, als an den Bahnhöfen, und das ist den grün-weißen auch bekannt.) Aber vielleicht gibts noch Hoffnung das es von Bundesland zu Bundesland verschieden ist. Trotz allem hat ein Kollege von mir auch noch 6 Monate nach seiner Gerichtsverhandlung wegen BTM (Führerschein bei Verhandlung wieder bekommen) eine Aufforderung zur MPU erhalten. Sicher sein kann man sich da NIE!!!!! Liebe Grüße und Köpfe hoch!!!!


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Zu: Vera aus HSK

angehängt von D. Perenda (Email-Adresse unbekannt)
am 20.10.01 13:15

"...auch noch 6 Monate nach seiner Gerichtsverhandlung...eine Aufforderdung zur MPU erhalten." Und ? Was ist daran so ungewöhnlich ?

Der Führerscheinstelle wird eine vorläufige Entziehung durch Amtsgericht XY mitgeteilt. Die Führerscheinstelle unternimmt nichts weiter, da ja zu erwarten ist, daß die Fahrerlaubnis in der Hauptverhandlung endgültig entzogen wird. Dann flattert irgendwann einmal ein Beschluß über die Aufhebung der vorläufigen Entziehung ins Führerscheinhaus. Hmmm, warum wurde aufgehoben ? Weil Stefan Amphetaminski tatsächlich unschuldig war ? Die Führerscheinstelle läßt sich also die staatsanwaltschaftliche Akte kommen. Acha, es wurde aufgehoben, weil keine Fahruntüchtigkeit vorlag und das ganze eben nach §24a geahndet wird. Das Fahrverbot ist durch die Dauer der vorläufigen Entziehung abgegolten. Also heißt es nun doch eine Begutachtung anordnen, da ja Stefan Amphetaminski wieder auf der Straße ist.

Verzögerungen bei der Aktenzusendung durch überlastete Staatsanwaltschaften und die große Anzahl der Fälle führen nun mal zu nicht zeitnaher Bearbeitung. Die Betroffenen sollten die Zeit nutzen, um Ihren Umgang mit Drogen mal zu überdenken. Meinen blauen Brief bekommen sie ohnehin (früher oder später), auch wenn ich dafür Jahre brauchen sollte.......

"Aber vielleicht gibts noch Hoffnung das es von Bundesland zu Bundesland verschieden ist" - vielleicht vom Zeitablauf her, inhaltlich wohl kaum. Warum man allerdings hoffen sollte, daß gleiche Sachverhalte unterschiedlich bewertet werden leuchtet mir nicht ein. Eine bessere Formulierung wäre wohl: "Aber vielleicht gibts noch Hoffnung, daß es von Bundesland zu Bundesland doch gleich gehandhabt wird"

In diesem Sinne: Hände weg von Drogen (oder fröhnt eurem Lebensgefühl als Fußgänger)

Gruß

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