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Fahrerflucht ?!?!?

hinzugefügt von Fridolin [Email: Keine]
am 02.05.03 10:54

Hab ein aktuelles Problem:

Angenommen ein Fremdschaden ( angefahrenes Parkplatzschild, Standrohr verbogen ) wird erst ca. 8 Std später bei der Polizei gemeldet.

Was bedeuted dann die 24-Std-Frist. Ist das bereits Fahrerflucht, wenn ja ist damit zu rechnen , dass das Verfahren nach StGB eingestellt wird?
In einem anderen Beitrag wurde dies so geschildert, es wurde anschließend lediglich eine OWi mit 20 € daraus.

Bitte schnell antworten, es eilt.

Danke und Gruß
Fridolin


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 02.05.03 11:48

Hi,

wenn der Vorfall von dir nach 8 Stunden gemeldet wird, dann findet die 24-Stunden-Frist (also hier der neue Absatz 5 im 142 StGB) Anwendung. Sollte der Unfall von jemanden anderen gemeldet worden sein, dann ist die Frist quasi "abgelaufen".

ABER: Aus einer Unfallflucht bist du dadurch in keinem Falle automatisch raus.

Ein Verfahren wegen Verkehrsunfallflucht wird auf jeden Fall eingeleitet. Die Anwendung dieser 24-Stunden-Frist ist lediglich eine Regelung zur Bestimmung des Strafmaßes durch einen Richter.
Denn dieser kann das Strafmaß bishin zur Einstellung des Verfahrens herabsetzen, was bei der "normal" angedrohten Strafe des § 142 StGB ansonsten nicht möglich ist.

Also, die 24-Stunden-Frist ist KEIN Freifahrschein aus der Unfallflucht als Solche.

Gruß,
Tovi


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Erfahrungswerte ?

angehängt von Fridolin [Email: Keine]
am 02.05.03 12:22

Danke Tovi :-)

Soweit ist das alles klar, interessant wäre,
1) wie reagieren die Gericht erfahrungsgemäß, d.h. ist die Einstellung des Verfahrens wahrscheinlich ?
2) MUSS die Polizei die Sache an den Staatsanwalt weitergeben, oder kann/darf Sie ein Auge zudrücken.

Im vorliegenden Fall, hat der Polizist auf der Wache lediglich den Nahmen und Adresse des Fahrers auf einen Zettel geschrieben und ihm aufgetragen/geraten sich unmittelbar an den Parkplatzbetreiber zu wenden, um die Schadensabwicklung zu klären. Er hatte vorher allerdings noch überprüft, ob bereits eine Meldung über diesen "Unfall" eingegangen ist, was nicht der Fall war. Er hatte auch nichts geäußert, warum man erst jetzt auf die Wache kommt oder nichts über Fahrerflucht gesagt.
Sieht für mich eher nach "Augenzudrücken" aus ?!?!
Übrigens: Fahrer ist knapp 20 und weiblich.

Gruß
Fridolin


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 02.05.03 13:05

Das mit dem "Augenzudrücken" ist immer so ´ne Sache, insbesondere für die Polizei.

Grundsätzlich MUSS die Polizei ein Verfahren wegen Unfallflucht einleiten, da Straftat.

Wie es immer im Einzelfall aussieht, kann ich von hier aus natürlich nicht beurteilen.

Vielfach wird bei minimalen Schäden lediglich ein Personalienaustausch getätigt. Dabei muss aber an einem Fremdfahrzeug oder -gegenstand ein minimaler bis gar kein Schaden entstanden sein.
Diese Verfahrensweise bewegt sich aber auch meist auf dünnem Eis.

Auch wie Richter entscheiden kann man pauschal nicht genau sagen. Wenn man jedoch glaubhaft machen kann, warum man erst nach 8 Stunden einen Unfall meldet und die ganze Argumentation stimmig ist, so sehen viele Richter von einer Strafe nach § 142 StGB ab.
Übrig bleibt dann meist der Verkehrsverstoß als Solcher.
Letztendlich ist diese Verfahrensweise ja auch durch den Absatz 5 so gewollt.
Also, Chancen stehen soweit ganz gut, hängt halt immer von dem Einzelfall ab.

Gruß,
Tovi


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Beathe [Email: Keine]
am 02.05.03 21:46

Aber wenn kein Schaden oder nur ein Minimaler entstanden ist, dann gilt es auch nicht als Unfallflucht! Kein Schaden = Keine Unfallflucht!

Eine Frage habe ich aber auch: Wie lange dauert es etwa, bis die Polizei bei einem auftaucht, wenn man der Unfallflucht beschuldigt wird?


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 02.05.03 22:51

Wenn mich jetzt nicht alles täuscht, dann liegt die Schadensgrenze bei ca. 25 Euro, um "keinen" Schaden zu haben (also hast du eigentlich immer einen Schaden.
Auch darf nicht vergessen werden, dass der eigene Schaden auch zur Definition gehört. Es muss also noch nicht einmal ein Fremdschaden entstanden sein.

Die Polizei meldet sich in der Regel unverzüglich, sobald Hinweise auf den Verursacher vorliegen. Ansonsten erst anhand der Spurenlage, und das kann u.U. etwas dauern. Je nach Sachverhalt.

Gruß,
Tovi


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Beathe [Email: Keine]
am 03.05.03 09:05

Aber wenn bei mir selbst auch überhaupt kein Schaden entstanden ist? War ja auch nur ein toßstangenzusammenstoß. Und auch nicht stark. Dafür sind Stoßstangen schließlich da. Außerdem waren beide unlackiert!


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 03.05.03 09:43

@Beathe
Wenn kein Schaden, dann natürlich kein Unfall.
Jedoch sollte immer die Polizei hinzugerufen werden, auf jeden Fall dann, wenn der andere Beteiligte nicht vor Ort sein sollte.

Stoßstangen haben die Eigenschaft, dass sie sich bei einem Unfall nach innen eindrücken und dann wieder "ausfedern".
Kann also immer sein, dass wenn die Stoßstange völlig normal aussieht, der Rahmen schön verzogen sein kann.

Allerdings muss der Unfall dann schon ein wenig über den sog. Parkrempler hinausgehen, um diesen SChaden hervorzurufen.

Davon mal ab, (Zitat) "Dafür sind Stoßstangen schließlich da".
Na, wenn da jetzt nicht einige Kommentare von den hier ansässigen Autoliebhabern kommmen ;-)

Gruß,
Tovi


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Beathe [Email: Keine]
am 03.05.03 10:12

Tja, manche sind eben in ihr Auto verliebt! Der ganze Vorfall ist jedenfalls schon nen Monat her oder noch länger. Wenn das jemand beobachtet haben sollte, hätte sich die Polizei ja wohl schon gemeldet. Und es war wirklich nur ein Ausparkrempler.


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Die Polizei -dein Freund und Helfer.

angehängt von Fridolin [Email: Keine]
am 05.05.03 10:25

Die Sache ist mittlerweile erledigt.
Beim einem zweiten Besuch auf der Wache wurde angegeben, dass der Parkplatzbetreiber über den Schaden benachrichtigt wurde, der Polizist meinte nur: Ich hab den Bleistift schon weggelegt, ist doch alles geregelt.
Der Parkplatzbetreiber sagte nur: Mach dir keine Gedanken über das verbogene Schild, das kriegen wir schon wieder hin, kümmer dich um dein Auto das kostet dich genug.
Fazit: außer dem Eigenschaden blieb nichts hängen.
Da behaupte noch einer, es gäbe keine freundlichen Menschen und vor allem keine menschlichen Polizisten !!!!


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Unwissenheit Tatbestand Unfallflucht

angehängt von Fridolin [Email: Keine]
am 05.05.03 10:26

Eines erscheint mir in diesem Zusammenhang als sehr wichtig.

Passiert ist dies alles meiner Tochter. Sie trinkt keinen Tropfen Alkohol, wenn sie fährt, achtet peinlich genau auf jede Geschwindigkeitsbegrenzung und sonstige Verbote und Gebote. Natürlich auch im Hinblick auf die Probezeit. Dass der o.g. „kleine Rempler“ mit anschließendem Wegfahren Unfallflucht sein soll, war ihr bis heute so nicht bewusst.
In Gesprächen meiner Tochter in ihrem Freundeskreis über dieses Thema bestätigte sich dies, fast alle angesprochenen in diesem Alter ( 20 Jahre ) sahen dies als Bagatelle aber keinesfalls als Unfallflucht mit den entsprechenden rechtlichen und verkehrsrechtlichen Folgen an. Kaum einer ist sich bewusst, was auf ihn zukommt, wenn er den „Unfallort“ verlässt und sei der Schaden noch so klein.

In den Fahrschulen sollte das Thema Unfallflucht intensiver behandelt werde, vor allem im Hinblick auf sogenannte Bagatellschäden.
Ich hoffe, das viele dieser Altersgruppe diesen Beitrag lesen und verstehen.

Gruß
Fridolin


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Zu: Fahrerflucht ?!?!?

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 05.05.03 11:07

Schön, dass es so ausgegangen ist.
Fernab der rechtlichen Seite ist diese Vefahrensweise auch wesentlich nachvollziehbarer, solange alle zufrieden sind.

Und das dieses Thema in Fahrschulen intensiver behandelt werden sollte, da geb ich dir recht, ist ein Mißstand in der Fahrausbildung.

Gruß,
Tovi

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