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Nötigung....?, Fahrverbot...?

hinzugefügt von Jens [Email: Keine]
am 10.09.03 16:44

Hallo zusammen,
ich hätte mal gerne Eure Meinung zu einem Vorfall gehabt.
Fall:
Ein freund von mir ist mit seinem Geländewagen (uralter Trooper, 250.000 km) von einem Jaguar (ca.200 PS) vor dem Ortseingang überholt worden, am Ortseingang hat dieser auf ca. 40 km/h abgebremst. Nach 100m wollte der Jaguar links abbiegen, er war dann auf der Abbiegerspur und mein Bekannter ist rechts an Ihm vorbeigefahren. Er hat vor dem Jaguar einen "Schlenker" nach links gemacht, sonst nichts (das glaub ich Ihm auch, entspricht seiner Verhaltensweise).

Der Jaguarfahrer hat "dazugedichted", dass er vor Ihn gezogen hat und dann eine Vollbremsung gemacht hat. Es gab die Frau als Zeugin.

Der Jaguarfahrer und die Zeugin haben sich in der Verhandlung öfters wiedersprochen und Bremsspuren gab es keine, der Richter (1.Verhandlung) ist dann einfach davon ausgegangen, dass es eine starke Bremsung war.
Es gab keinen Unfall, keine Verletzten, keine Spuren,....

Das Urteil: 8 Monate Fahrverbot, 2400 EUR Geldstrafe, der Führerschein wurde sofort eingezogen.

Bemerkung: Der alte Geländewagen wäre bei diesem Fahrmanöver sicherlich ins schleudern gekommen oder umgekippt.
Rechnerisch (grob überschlagen) kann das alles nicht passiert sein (Beschleunigung, Verzögerung,...) dies soll bei der kommenden Verhandlung durch einen Gutachter belegt werden.

Meiner Meinung nach hat er einen riesen "Schnarchzapfen" als Anwalt in der 1.Verhandlung gehabt! Kein Nachfragen bei Wiedersprüchen,...

Wie schätzt Ihr den Ausgang in der Berufungsverhandlung (kommenden Freitag) ein, diesmal hat er einen "Superanwalt". (Das erste Urteil ist ca. 4-5 Monate her, durch den Gutachter hat sich alles verzögert)


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UWE fragen!

angehängt von Rapunzel [Email: Keine]
am 10.09.03 16:48

[Anmerkung Moderator]

Beitrag gelöscht :-)

MfG Rolf Tjardes (Moderator)


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@all

angehängt von Jens [Email: Keine]
am 10.09.03 17:35

Scheint hier grad alles durcheinander zu kommen mit dem System, ständig tauchen Postings auf, die nicht zum Thema gehören.
Habt Ihr eine Idee, wie der Fall hier ausgehen könnte?


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...?

angehängt von Uwe [Email: Keine]
am 10.09.03 17:37

Hei!

Wie wäre es denn mit dem anderen Uwe? Darf ich auch antworten???

Der Ausgang der Verhandlung ist so offen wie das hornberger Schießen. Es gibt eine Menge Für und Wider für ein anderes Urteil.

Normalerweise wird an einem Urteil nichts mehr geändert. Man hat in der Regel nur eine Chance. Nur wenn neue Beweise (z.B. Gutachten) vorgelegt werden können, ist der 2-instanzliche Richter bereit, noch einmal neu über die Sache nachzudenken.

Der Jaguarfahrer wird ja wieder eingeladen. Wegen der Widersprüche hat er sich jetzt garantiert mit seiner Frau besprochen und beide werden eine schlüssige Version vortragen. Sie wollen sich ja kein 2. Mal diese Blöße geben. Da sehe ich die Chance Deines Freundes. Ein guter Anwalt könnte solche Absprachen aufdecken. Die Gerichte kennen so etwas, das erleben sie täglich. Auf der anderen Seite steht es schlecht um Deinen Freund, da dem Anzeiger immer eher geglaubt wird als dem Nötiger. Wer sich die Zeit nimmt, zur Polizei zu fahren und stundenlang eine Anzeige aufgibt, hat nach Richtermeinung auch einen triftigen Grund dazu. Das Gutachten interessiert wahrscheinlich wenig. So ein Manöver kann ein geübter Autofahrer schon durchführen. Stehts anders im Gutachten, könnte man von einem Gefälligkeitsgutachten ausgehen und der Richter wird dieses zerpflücken, wo es nur geht.

Die richtige Chance sehe ich beim neuen Anwalt. Mit dem steht und fällt das Urteil. Der kann sooo viel drehen. Hast Du eine Niete gezogen, kannst Du einpacken, hast Du den Superanwalt, hast Du schon fast gewonnen. Das klingt etwas unglaubwürdig, ist aber so. In der 2. Instanz ist das Ganze schwieriger, den es wurde ja schon mal verhandelt. Deshalb gebe ich jedem den Ratschlag, es gleich richtig zu machen. Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, ist aber noch nicht ganz unten angekommen.

Meiner hat mir immer vor den Verhandlungen gesagt, wie sie ausgehen, da er mit den anderen Beteiligten immer schon telefoniert hatte. Und er hatte fast immer recht behalten.

Mir hatte mal ein Richter gesagt. in seinem Gerichtssaal werden Urteile gefällt und kein Recht gesprochen. Der Vortrag der Parteien ist entscheidend, nicht die Fakten!

Viel Erfolg

Uwe, der Nichtfahrlehrer


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...?

angehängt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 10.09.03 19:49

>[Zitat:] "hat mir immer vor den Verhandlungen gesagt"

Darf man fragen, warum es zu mehreren Verhandlungen gekommen ist?


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...? @Uwe

angehängt von Jens [Email: Keine]
am 10.09.03 20:48

Hi,
auch als "Nichtfahrlehrer interessiert mich Deine Meinung!
Ich hab von gerade diesem angesprochenen "Superanwalt" auch einmal den Tipp bekommen, nichts zu sagen, anschliessend fordert er aktenansicht und unsere Geschichte passt genau zur erzählten Geschichte der Gegenpartei.....aber genau so, dass es als nicht verurteilungswürdig ist.
War eigentlich froh, dass der Bekannte überhaupt einen Anwalt nahm...und dann so einer!
Der neue Anwalt hat auch gesagt, dass schon neue Argumente und Erkenntnisse auf den Tisch müssen, damit sich der Richter überhaupt mit so was ernsthaft beschäftigt. Die Überschlagsrechnung, die wir angestellt haben ergibt, dass es mit seinem Auto ncht möglich ist auf diese Distanz zu überholen, vor dem Jaguar reinzuziehen und dann noch eine Voll/Starkbremsung zu machen. Hab vergessen, dass der Jaguar mit einer Vollbremsung in den Gegenverkehr lenken musste, um einen Auffahrunfall zu vermeiden. (Merke 40 km/h sind "verdammt gefaärlich und so ein Jaguar muss ne Bremsleistung wie ein Ozeandampfer"!?!).
Mis is das erste Urteil absolut nicht begreiflich!


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...?

angehängt von Uwe [Email: Keine]
am 10.09.03 21:39

@Hans Wurst!

Ich arbeite freiberuflich für diverse Auftraggeber. Da kommt es schon mal zu Differenzen, speziell dann, wenn der Auftraggeber kurz vor der Pleite steht und nicht mehr liquide ist. Solche Sachen landen dann vor Gericht.

Säumige Geldgeier und Betrüger muss ich auch ab und zu vor den Kadi zitieren, genauso wie Unfallgegner (z.Zt. 80.000 Km/Jahr).

Legt man gegen einen Bußgeldbescheid Einspruch ein, wird auch ein Richter bemüht. Meine Verkehrsvergehen habe ich hier schon gepostet (Abstand, Fehler beim Überholen, Fahren bei roter Ampel).

@Jens!

Hier gibt es mehrere Uwes. Einer davon ist Fahrlehrer. Um Verwechselungen auszuschließen, habe ich "Nichtfahrlehrer" geschrieben.

>[Zitat:] "Ich hab von gerade diesem angesprochenen "Superanwalt" auch einmal den Tipp bekommen, nichts zu sagen, anschliessend fordert er aktenansicht und unsere Geschichte passt genau zur erzählten Geschichte der Gegenpartei.....aber genau so, dass es als nicht verurteilungswürdig ist."

Für diesen Tipp braucht es keinen "Superanwalt". Genau dieses Vorgehen ist gängige Praxis und ist für jeden Anwalt tägliches Brot.

Die Sache mit dem Gutachten ist so ne Sache... Du musst den Richter von der Glaubwürdigkeit des Gutachtens überzeugen. So lange doch eine Chance besteht, dass der Sachverhalt doch so gewesen sein kann, hast Du in der Regel den Richter gegen Dich. Es gab schon Verurteilungen, weil ein damals noch langsamer Lieferwagen mit 160 Km/h geblitzt wurde. Gute Karten hat Dein Freund erst dann, wenn es wirklich völlig unmöglich so gewesen sein kann.

Das Gutachten ist der Aufhänger, um nochmal verhandeln zu können. Ohne neue Erkenntnisse geht gar nichts, genau wie Du schon geschrieben hast. Bist Du im Gerichtssaal, kannst Du Deine Geschütze auffahren und versuchen, den Richter zu beeindrucken.

Ich wünsche Dir, dass Du niemals da stehen musst und Deinem Freund, dass recht gesprochen wird und nicht irgendein Urteil gefällt wird.

Gruß Uwe


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...?

angehängt von helveticus [Email: Keine]
am 11.09.03 01:32

Hat Dein Freund eine Rechtsschutzversicherung ??? In der Berufungsinstanz kommst Du über einen Sachverständigen nur dann weiter, wenn Du ein entsprechendes Gutachten vorlegen kannst, das Deine technische Auffassung plausibel machst (Terminsverlegung beantragen!). Ein derartiges Gutachten müßte die RS bezahlen. Dann mußt Du einen vernünftigen Beweisantrag hinkriegen, was hier auch nicht so einfach sein dürfte. Also warten wir mal ab, was da der "Superanwalt" so hinbekommt.

Das schönste, was passieren könnte, wäre, wenn sich die Zeugen anders einlassen zum Vorfall, als beim Amtsgericht. Vorausgesetzt ist jedoch, daß Du das darlegen kannst. Das geht grundsätzlich nur, wenn die wesentlichen Aussagen beim Amtsgericht wörtlich protokolliert wurden. Üblicherweise steht da nur im Protokoll, daß der Zeuge Angaben zur Sache gemacht hat, mehr nicht. Dann bringts leider nichts. Strafrecht sieht vordergründig einfach aus. Man kann aber nirgendwo mehr irreparabel verkehrt machen als hier.


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...?

angehängt von Jens [Email: Keine]
am 11.09.03 09:08

Danke für Eure Meinungen. Der Tip von dem Anwalt an mich war sicher Tagesgeschäft, da geb ich Euch recht.
Hab den Kontakt zu Ihm über einen andere Bekannten bekommen und da hat er wirklich beinahe unmögliches geleistet.
Ich kann für den Bekannten nur hoffen, dass es am Freitag gut läuft und er seinen FS wieder bekommt.
Finde nur, dass es unverschämt ist, dass in solch einem Fall (keine Verletzten, kein Unfall,...) der FS sofort eingezogen wurde.....kommt auf ein Fahrverbot ohne rechtskräftiges Urteil raus! Bis jetzt schon über 4 Monate!
Kann man nur hoffen, dass einem so was nie selbst passier.


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Info - Urteil

angehängt von Jens [Email: Keine]
am 13.09.03 14:17

Hi, das Urteil der Berufung steht jetzt fest.

-Freispruch
-Aufhebung des 1.Urteils
-sofortige aushändigung des FS
-alle Kosten trägt die Statskasse
-Entschädigungszahlung für über 5 Monate ohne FS!

Richter + Statsanwalt haben einen sehr neutralen und ungläubigen Eindruck gemacht und sich nicht vorstellen können, dass der Vorfall so möglich sein kann.
Der Gutachter hat errechnet, das dieser Vorfall unmöglich an dieser Stelle so gewesen sein kann, wie es angezeigt und in 1.Instanz verurteilt wurde! Das Gutachten war hierbei der wichtigste Punkt.


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...?

angehängt von cheffe [Email: Keine]
am 15.09.03 12:55

Hi Jens,

herzlichen Glückwunsch!
Das zeigt doch, daß die Gerechtigkeit - zumindest in den allermeisten Fällen - siegt.

Was mich nur mal wieder stört, ist
>[Zitat:] "-alle Kosten trägt die Statskasse
-Entschädigungszahlung für über 5 Monate ohne FS! "


Nicht das ich Deinem Freund das nicht gönnen würde - ganz im Gegenteil. Nur bin ich der Meinung, daß der Jaguarfahrer - als Verursacher des ganzen Brimboriums - zumindest teilweise zur Begleichung der anfallenden Kosten herangezogen werden müßte. So zahlt es mal wieder der Steuerzahler, nämlich wir alle gemeinsam.

So, das war nun auch mein letzter Post hier im alten Forum. Werde mir das neue mal anschauen und mich auch dort registrieren.

Bis denn
cheffe


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Zu: Nötigung....?, Fahrverbot...?

angehängt von Jens [Email: Keine]
am 15.09.03 13:07

Ja, das ist mir auch sauer aufgestossen, dass der Jaguarfahrer, meiner Meinung nach vorsätzlich falsch ausgesagt hat und die Allgemeinheit die Kosten trägt!

Der Statsanwalt wird auch keine Anklage wegen dieser Aussage erheben, der Ausgang ist Ihm zu ungewiss.

Eigentlich schade, dass einem trotz gerechtem Urteil ein ungutes Gefühl bleibt (5 Monate Fahrverbot ohne rechtskräftiges Urteil)!

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