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Verhalten am Zebrastreifen

hinzugefügt von ANONYM [Email: Keine]
am 10.10.01 02:38

Hallo ! Ich hatte vor kurzem die Situation, daß ich mit mäßigem Tempo (ca. 30km/h) über einen Zebrastreifen gefahren bin, da ich auf der linken Straßenseite eine Frau mit einem Kind im Arm und einem an der Hand bemerkte, welche ca. 1m vom Straßenrand weg gestanden hat. Sie redete gerade mit dem Kind an der Hand und blickte nicht zur Straße. Daher überfuhr ich den Zebrastreifen. Da ich kurz danach geparkt hatte, äußerte die Frau auf einmal lautstark ihren Unmut, daß ich den Fußgängerüberweg einfach so überfahren hätte und eventuell ein Kind hätte überfahren können. Ich sagte ihr, daß ich sie nur am Straßenrand in ca. 1m Entfernung habe stehen sehen und daß sie dem Straßenverkehr keine Beachtung geschenkt habe und mit dem Kind geredet hat. Daher war für mich nicht erkennbar, daß sie die Straße unmittelbar überqueren wolle. Daraufhin brüllte sie mich an, daß ich angezeigt gehöre. Ich persönlich empfand das ziemlich überreagiert und sagte ihr das auch, woraufhin sie weiterging. Falls sie mich wirklich anzeigen sollte, hat sie nur Uhrzeit und Kennzeichen meines KfZ's und es steht dann wohl Aussage gegen Aussage. Meine Frage ist daher, woran man überhaupt erkennen soll, daß ein Fußgänger einen Zebrastreifen überqueren möchte. Bisher habe ich die Auffassung, wenn ein Fußgänger auf den Überweg zu geht oder direkt am Straßenrand steht und nach links und rechts schaut, aber nicht wenn er in der Nähe (wie hier 1m steht und im Moment des Heranfahrens überhaupt nicht Richtung Straße schaut sondern zur Seite runter zum Kind).


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Erkennbare Benutzungsabsicht / Im Zweifel warten

angehängt von Uwe Brandt (Email-Adresse unbekannt)
am 10.10.01 08:05

Grundsätzlich muß die Benutzungsabsicht des Überquerenden für den Fahrverkehr erkennbar sein. Handzeichen o.ä., die eine sofortige Benutzung signalisieren, braucht der Fußgänger / Rollstuhlfahrer nicht abgeben. Eine sofortige Benutzungsabsicht kann angenommen werden, wenn ein Fußgänger zügig auf den Überweg zugeht oder dort wartet (u.a. OLG Karlsruhe NZV 92 330 = StVE 21a), sogar auch, wenn er dabei nach rechts sieht, anstatt auf den herannahenden Verkehr (u.a. Kammergericht NZV 92 40).

Wer sich, rechtwinklig zum Überweg stehend, zu einer Kinderkarre hinabbeugt, gibt keine Überquerungsabsicht zu erkennen (OLG Hamburg VRS 59 300 = StVE Nr. 13).

Grundsätzlich gilt: Fußgänger haben beim geringsten Zweifel Vorrang (Kammergericht NZV 92 40).

Quelle: Straßenverkehrsrecht, 33. Auflage, Jagusch/Hentschel, Verlag C.H. Beck.


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Zu: Verhalten am Zebrastreifen

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 10.10.01 08:59

Hier sprichst Du ein sehr sensibles Thema an. Am Fußgängerüberweg hat der Fußgänger gegenüber dem Fahrverkehr (Ausnahme Schienenfahrzeuge) auf der Fahrbahn Vorrang. Das bedeutet natürlich, dass er, wenn er von diesem Vorrecht Gebrauch machen will, dies auch dem Fahrzeugführer entsprechend verständlich machen muss. Seine Absicht muss objektiv erkennbar sein. Entscheidend ist das Gesamtverhalten des Fußgängers, eine ausdrückliche Zeichengebung o. ä. an den herannahenden Fahrzeugführer ist nicht erforderlich. Andererseits dürfen aber die Fußgänger auch ihren Vorrang nicht erzwingen oder die Fahrbahn sorglos überqueren.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder beteiligt sind. Hier hat sich der Fahrzeugführer immer darauf einzurichten, dass Kinder sich nicht verkehrsgerecht verhalten.

In der praktischen Umsetzung hapert es da leider sehr häufig. Was die Auseinandersetzung im vorliegenden Fall angeht, da kann man hier eigentlich nur zu Besonnenheit, Zurückhaltung und Coolness raten. Auch so kann man seine Souveränität unter Beweis stellen. Rechthaberei bringt bei besorgten Müttern, die ihren Muttertrieb ungehindert ausleben, überhaupt nichts. Sollte ein solcher Fall eventuell sogar gerichtsanhängig werden, wirst Du vermutlich selbst bei verhältnismäßiger klarer Sachlage auch dort einen schweren Stand haben, da Kinder einfach einen besonderen Schutz genießen und die gestrengen Kadis in der Praxis wohl auch subjektiv mehr der Argumentation von Mütter mit Kindern zuzuneigen scheinen.

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