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Krankenwagen von Polizei kontrolliert

hinzugefügt von Rettungsdienstmitglied [Kontakt]
am 20.01.02 18:10

Eines schönen Tages bekamen wir den Auftrag, eine Patientin, die ein schweres Wirbelsäulenleiden hatte, von einer Klinik queer durch die Stadt in eine Praxis am anderen Ende der Stadt, da nirgends ein Termin zu bekommen war, zur Computertomografie zu bringen. Sie hatte multiple Wirbelkörperfrakturen, weshalb sie einen MO-Perfusor zur Schmerzlinderung trug. Nach Umlagern der Patientin auf die Vakuum-Matratze fuhren wir in unserem Krankenwagen, ein Rettungswagen stand zum Zeitpunkt leider nicht zur Verfügung, mit Sondersignal, um einen Schontransport zu signalisieren (da schwere Gesundheitliche Schäden abgewendet werden sollten), über einen sehr langen Zeitraum sehr langsam, und schonend, sowie flüssig an Ampeln vorbei, in den Gegenverkehr, wie üblich an roten Ampeln, und versuchten Straßenunebenheiten auszugleichen. Ein sehr schlauer Mitbürger rief die Polizei und unsere Zentrale an, da er der Meinung war, da stimme etwas nicht, der Fahrer würde in Schlangenlinien und in den Gegenverkehr fahren, zitat: "ich glaub der ist besoffen..." Die Zentrale sprach uns über Funk an sofort anzuhalten und auf die Polizei zu warten, wir waren ja immernoch guter Hoffnung, daß man uns einen Rettungswagen mit Schwingtisch schicken würde, doch es hielt noch ein weiteres Fahrzeug am Straßenrand, als auch schon wenig später die Polizei eintraf. Der Anrufer trat an uns heran, als wollte er uns stoppen, und wir fragten, ob er der Auslöser für alldas hier sei, worauf er und seine Frau meinten, sie dachten da wäre was nicht in Ordnung, und der Polizei berichteten sie, daß der Fahrer das Blaulicht immer wieder aus gemacht hätte, denn das sei ja auch so laut..., er meinte natürlich das Horn, das natürlich immer wieder aus gemacht wird wenn freie Bahn ist, nur wenn sich ein Hindernis nähert, wie z.B. eine Ampel mit Rotlicht, oder eine Kreuzung in die eingefahren wird, oder in den Gegenverkehr... usw. Die Polizisten wuderten sich und fragten uns, ob wir sie gerufen hätten, doch der Anrufer schien so überzeugend, daß ein Polizist mich bat auszusteigen, als ich ihm mitteilte, daß wir unsere Fahrt fortsetzen müssten, denn unsere Patientin musste zum CT. Er forderte mich auf einen Alkoholtest zu machen, man höre und staune, einen Rettungssanitäter einen Alkoholtest wärend einer Einsatzfahrt mit Sondersignal machen zu lassen, ich fragte ihn, ob das sein Ernst sei, denn wir haben abgesehen von meiner persönlichen ablehnung von Alkohol absolutes Alkoholverbot, auch 12Std. vor Dienstbeginn. Ich lächelte ihn an und hielt das für einen Witz, doch er musste sich vom einwandfreien Zustand der Lotto-Kugeln überzeugen, und lies mich aussteigen, um mitten auf der Straße mich in diesen Dräger Alkomat blasen zu lassen, was ich zunächst verweigerte, doch im Hinblick zügigen Fortkommens habe ich es über mich ergehen lassen und wünschte mir nichts mehr, als jetzt einen Fotografen der Bildzeitung an meiner Seite, der die Szene festhalten würde... Selbstversändlich war der angezeigte Wert 0,0 Promille und nach Austausch von Name Dienstgrad und Wachgebiet durften wir nach ca 20 Minuten unsere Fahrt fortsetzen. Ich frage mich, ob wir zukünftig auch die Polizei informieren müssen, wenn wieder einmal in Hamburg ein Sonderfahrzeug mit Sondersignal langsam fährt. Ich hätte große Lust jedesmal die Pol anzurufen. Wie verhält es sich aber jetzt mit der Weisungsbefugnis von Rettungsdientspersonal gegenüber Polizeibeamten und umgekehrt? Darf ein Sonderfahrzeug mit Sondersignal überhaupt von der Polizei angehalten und sogar kotrolliert werden, obwohl die Dringlichkeit und der Grund ausführlich dargelegt wurde? Hätte es nicht gereicht, sich bei unserer Leitstelle zu informieren, was ja auch erfolgte, jedoch keinen Effekt hatte, denn die wird jedesmal in Kenntnis über eine Fahrt mit Sondersignal gesetzt, sodaß es keine Unklarheiten geben dürfte... Liebe Grüße an die Hamburger Ordnungshüter, die ihrem Vorurteil, nicht selbstständig denken zu können, wieder voll gerecht wurden.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Christian Haegele (christian.haegele@berlin.de)
am 20.01.02 18:46

Eine interessante Geschichte. Und die erste Frage, die sich mir stellt ist: Warum wurden überhaupt WEGERECHTE in Anspruch genommen und warum wurde die Fortsetzung der Fahrt mit Wegerechten nicht durch die Polizei untersagt. Wegerechte - also blaues Blinklicht i.V.m. dem Einsatzhorn - dürfen nur in Anspruch genommen werden, wenn höchste Eile geboten ist, z.B. um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden zu verhindern. Ich sehe hier keinen der Punkte als erfüllt an. Vielmehr bedeutet die Missachtung von Verkehrsregeln in diesem Zusammenhang eine besondere Gefährdungslage. Die Wahrscheinlichkeit der Notwendigkeit eines heftigen Bremsens beim Überfahren einer roten Ampel ist doch viel größer als bei normaler bzw. langsamer Fahrt. Langsames Fahren hätte einen trifftigen Grund gehabt und wäre auch ohne Blaulicht und Einsatzhorn zulässig gewesen. Insofern wundert mich das Misstrauen anderer Verkehrsteilnehmer und der Polizei nicht. Das Einschreiten der Polizei erscheint mir daher gerechtfertigt aber nicht konsequent.

Website: http://www.polizeiautos.de


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Andreas (Email-Adresse unbekannt)
am 20.01.02 19:46

Hallo,

ich schließe mich der Meinung von Christian an.

Warum soll die Polizei nicht ein Rettungsdienstfahrzeug kontrollieren dürfen wenn der Verdacht einer Alkoholfahrt begründet ist (langsames Fahren, Schlangenlinien)?

Außerdem ist das Argument mit dem Alkoholverbot während der Arbeit nicht stichhaltig. Es gibt genügend Arbeitsstellen bei denen striktes Alkoholverbot besteht und trotzdem wird getrunken, warum sollte es hier nicht auch der Fall sein? (bitte nicht als persönliche Anspielung auffassen)

Eine Weisung von Rettungsdienstmitarbeitern an die Polizei gibt es natürlich nicht, umgedreht aber schon.

Gruß

Andreas


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 20.01.02 21:13

Sehr geehrter Rettungsdienstsanitäter!

Steigen Sie doch bitte von Ihrem hohen Ross herunter und seien Sie das, was Sie sind - ein normaler Mensch und Verkehrsteilnehmer wie jeder andere (auch als Rettungssanitäter). Die StVO gilt grundsätzlich für alle!

Hinsichtlich der Beurteilung des Vorfalls schließe ich mich meinen beiden Vorschreibern an. Alle Umstände deuteten doch eben auf einen nicht "normalen Einsatzfall" hin, so dass sehr wohl Veranlassung bestand, den Sachverhalt näher zu überprüfen.

Machen Sie bitte dieses Forum nicht zur Plattform für in süffisanter Weise vorgetragene Polemik gegen die Hamburger Polizei, die sich an dieser Stelle im übrigen kaum wehren kann und wird, sondern seien Sie konsequent, wenn denn das Verhalten der Polizeibeamten so kränkend und unehrerbietig war, und reichen Sie eine Dienstaufsichtbeschwerde ein. Vielleicht bekommen Sie Recht. Das Ergebnis würde interessieren.


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Alkoholkontrolle nach Abschluß der Einsatzfahrt

angehängt von Uwe Brandt (Email-Adresse unbekannt)
am 21.01.02 09:42

So "ganz ohne" ist die Rettungsdienstgeschichte ja nicht. Ich bin kein Mediziner, kann mir aber durchaus vorstellen, dass eine Patientin mit "multipler Wirbelkörperfraktur" möglichst schonend und deshalb langsam bewegt werden muss. Das Auslassen bzw. Umfahren von Bodenwellen, Holpern o.ä. sowie das temporäre Ein- und Ausschalten des Martinshorns ist für mich in einer solchen (Ausnahme-) Situation nachvollziehbar.

Das ist wieder so eine Geschichte frei nach dem Motto: "Dumm gelaufen". Die Kontrolle (Alkohol) eines Rettungsfahrzeugs bei begründetem Verdacht ist in Ordnung und grundsätzlich nicht zu beanstanden.

Jedoch:

Polizisten und Fahrer scheinen hier offensichtlich sofort auf Konfrontationskurs gegangen zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Polizeibeamter bei einer sachlichen und logischen Erklärung sowie dem Hinweis auf den Transport eine Alkoholkontrolle durchziehen würde. Es böte sich an, diese sofort nach Abschluß der Einsatzfahrt durchzuführen.

@Rettungsdienstmitglied: Hand auf's Herz, Du hast den Polizisten gleich "angeblafft", oder?? Für Dich war die Situation jenseits des Vorstellbaren, richtig?? Ich überlege auch schon die ganze Zeit, ob es in der Situation nicht angebracht gewesen wäre, den Polizisten kurz und knapp die Situation zu schildern, die Alk-Kontrolle zu verweigern und weiterzufahren. Kontrolle hin oder her, mit einer Notfall-Patientin im Rettungswagen halte ich das Durchziehen der Kontrolle für unangemessen. Ob ein tatsächlicher Notfall vorliegt, kann der Beamte von sich aus auch gar nicht einschätzen, hier muss er auf die Ausführungen des Rettungspersonals vertrauen.

Mein Eindruck:

Einsatz Draeger Alcotest erst nach Abschluß der Einsatzfahrt. Wäre dann Alkohol nachgewiesen worden, härteste Bestrafung für den Fahrzeugführer!


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Zuhörer (Email-Adresse unbekannt)
am 21.01.02 10:43

Würde mal gerne wissen, wie die Leute die der Polizei Recht geben,darüber denken würden, wenn sie im Krankenwagen liegen würden. Würden sie dann wohl noch immer blöde Argumente von sich geben? Es kann doch nicht sein das ein notwendiger Transport gestoppt wird weil irgend ein blöder Typ meint der Fahrer des Krankenwagens ist besoffen, man kann doch nur 1+1 zusammen zählen warum der Krankemwagen langsam fährt. Ich bin auch einmal einem Krankenwagen hinterher gefahren, im Wagen lag der verstorbene Vater meiner Freundin, der Fahrer hat darauf geachtet das er jegliche unnötige Unebenheit aus dem Wege zu gehen, muß aber sagen das er nicht über rote Ampeln gefahren ist, weil das langsame Stoppen und Anfahren nicht gestört hat, was aber nicht im jeden Fall so ist. Alos Ihr lieben Apostel, in meinen Augen ist die Gesundheit eines im Wagen liegenden lieber, als die blöde Meinung eines selbst ernannten Scherifs.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von haze (Email-Adresse unbekannt)
am 21.01.02 10:43

hätten die polizeibeamten den alkomatentest erst nach beendigung der einsatzfahrt durchgezogen, so hätten sie gegebenenfalls, wenn der fahrer betrunken gewesen wäre, die weitere begehung einer ordnungswidrigkeit bzw. straftat zugelassen! ich glaube, das nennt sich dann strafvereitelung im amt... deshalb waren sie schon an ort und stelle verpflichtet, bei bestehendem verdacht diesem nachzugehen und die alkoholisierung zu überpüfen.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Andreas (Email-Adresse unbekannt)
am 21.01.02 11:20

...genau das ist es nämlich auch, die evtl. strafrechtliche Konsequenz für die Polizeibeamten. Was ist, wenn der Fahrer wirklich betrunken gewesen wäre und auf der Fahrt hätte er einen Unfall gebaut? Wenn er dann zufällig in den PKW von @Zuhörer gerauscht wäre, dann würde wahrscheinlich er am lautesten schreien und der Polizei Vorwürfe machen.

Außerdem sollte der Zuhörer vielleicht versuchen auch in einem vernünftige Ton zu posten, eine Diskussion muß nicht sofort in Beleidigungen ausarten.

Gruß

Andreas


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Andreas (Email-Adresse unbekannt)
am 21.01.02 11:21

...genau das ist es nämlich auch, die evtl. strafrechtliche Konsequenz für die Polizeibeamten. Was ist, wenn der Fahrer wirklich betrunken gewesen wäre und auf der Fahrt hätte er einen Unfall gebaut? Wenn er dann zufällig in den PKW von @Zuhörer gerauscht wäre, dann würde wahrscheinlich er am lautesten schreien und der Polizei Vorwürfe machen.

Außerdem sollte der Zuhörer vielleicht versuchen auch in einem vernünftige Ton zu posten, eine Diskussion muß nicht sofort in Beleidigungen ausarten.

Gruß

Andreas


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"blöde" ist unsachlich

angehängt von Uwe Brandt (Email-Adresse unbekannt)
am 21.01.02 11:28

@Zuhörer:

>>"Würden sie dann wohl noch immer blöde Argumente von sich geben?"

Sachlich, sachlich. So "blöde" ist dies aus meiner Sicht nicht. Der Polizeibeamte muß an Ort und Stelle schnell abwägen und entscheiden. Da geben oftmals nur kleine Dinge den Ausschlag. Ich habe deshalb in meinem vorherigen Posting die "Konfrontations-Theorie" aufgestellt (wie's wirklich war wissen wir ja nicht). Anscheinend ging zwischen den beiden "Kampfhähnen" gleich die Post ab, anders kann ich es mir nicht erklären. Der Polizeibeamte muss - warum auch immer - bei der Kontrolle in Angesicht zu Angesicht den subjektiven Eindruck gewonnen haben, der Vorwurf sei berechtigt. Hat er auch nur den leisesten Verdacht, MUSS er einschreiten, i.ü. dann auch zum Wohle der Patientin und der übrigen Verkehrsteilnehmer. Scheiss Situation, gar nicht so einfach für den Polizisten. Wie gesagt, wenn sich der Fall tatsächlich wie geschildert abgespielt hat, dann wäre wohl die sofortige Fahrzeugführer-Identifikation (Herausgabe Führerschein) unter Aufschub der Alkoholkontrolle nach Abschluß der Einsatzfahrt die klügste Entscheidung gewesen.

@haze:

>>"...wenn der fahrer betrunken gewesen wäre, die weitere begehung einer ordnungswidrigkeit bzw. straftat zugelassen!"

Genau das meine ich! Die Schwierigkeit liegt in der schnellen Abwägung ... Straftat oder Unterbrechung/Verzögerung einer Notfallfahrt. Entscheiden kann dies nur der Polizeibeamte auf der Straße, wozu er eben nur Sekunden oder wenige Minuten Zeit hat. Offensichtlich hat ihm sein Gespür im Stich gelassen, der Fahrer war sauber und seine Entscheidung damit rückblickend falsch. Aber es gilt ja wie so oft: Nur der Pathologe stellt die besten Diagnosen ... oder anders gesagt ... hinterher ist man schlauer!! Ich kann dem Polizisten deshalb nicht das Prädikat "blöde" verleihen.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Zuhörer (Email-Adresse unbekannt)
am 22.01.02 09:23

Entschuldigung an alle, ich wollte niemanden Beleidigen, mir ist nun mal das Wohl eines kranken lieber. Es kann doch nicht sein das die Polizei immer frei Fahrt bekommt und der Krankenwagen sich an einen Rahmen anpassen muß. Was sicher ist: Bessofene gehören nicht auf die Straße, egal ob im Krankenwagen oder privat.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 22.01.02 12:27

Nochmals zur Klarstellung:

Krankentransporte, die berechtigt Sonder- und Wegerecht in Anspruch nehmen, sind von mir nicht gemeint gewesen. Ihnen spreche ich dieselbe uneingeschränkte Berechtigung zu wie auch den anderen berechtigten Institutionen. Aufgrund der besonderen Gefahren- und Stresssituationen, in die sich die Sondersignalfahrer oftmals begeben müssen, haben sie meine uneingeschränkte Hochachtung.

Leider gibt es aber auch in den Kreisen des Rettungswesens schwarze Schafe, die Sondersignale dort einsetzen, wo sie eben nicht zulässig sind, sei es grob rechtswidrig für Brotzeitfahrten oder auch aus einem besonderen persönlichen Tätigkeitseifer oder Geltungsdrang heraus. Mit dem Gebrauch von Sonder- und Wegerechten ist immer eine erhöhte Gefahrensituation für alle Verkehrsteilnehmer verbunden. Beredtes Zeugnis dafür legen genügend Unfälle bei solchen Fahrten ab. Wie soll man solchen Leuten drauf kommen, wenn man sie nicht kontrollieren darf?

Übereifer schadet bekanntlich nur - und hier scheint Übereifer - möglicherweise auf beiden Seiten - auch mitgespielt zu haben. Aber: wie man in den Wald hineinruft, so schallt´s heraus.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Ex-Rettungshelfer (maddin4711@gmx.de)
am 07.03.02 15:33

... sicherlich war der Polizist etwas übereifrig. Gleiches werfe ich aber auch dem Sanitäter vor, der "Tod und Teufel" in Bewegung setzt, eine Patientin auf einer ungefederten Trage zu transportieren, anstatt auf eine Transportmöglichkeit per Rettungswagen zu bestehen, wo die Patientin nochmals auf einer Liege mit "Luftpolster" transportiert wird. Wenn schon denn schon.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von peter (Email-Adresse unbekannt)
am 08.03.02 11:42

ich halte die kontrolle des beamten für überflüssig. dieser sollte lieber vom ross heruntersteigen und den transport nicht behindern. soll er ihn doch begleiten und am zielort kontrollieren. dass der fahrer hier kein C2H5OH konsumiert hatte merkt ein erfahrener beamter doch. läge der beamte als patient im wagen oder alle die hier für die polzei reden würde eure meinung anders aussehen. 100%ig.


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Manfred Dubig (Manfred.Dubig@t-online.de)
am 08.03.02 12:46

Hallo, ich bin an einer Landesfeuerwehrschule für das Thema Sonderrechte verantwortlich und deshalb würde mich in diesem Zusammenhang interessieren, ob man Auskunft über die Häufigkeit des Missbrauches von Sonderrechten erhalten kann. Ich habe einmal etwas von 40 % Missbrauch, bezogen auf alle Sonderrechtsnutzer, gehört! Interessant wäre auch eine Antwort auf die Frage, was, wenn der Polizist Alkohol festgestellt hätte, wäre mit dem Patienten geschehen? Ansonsten möchte ich noch auf den § 36 "Zeichen und Weisungen der Pol.-Beamten" hinweisen, den ich unseren auszubildenden zukünftigen Rettern auch ausführlich erläutere. mfG M. Dubig

Website: http://manfred.dubig.bei.t-online.de


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Zu: Krankenwagen von Polizei kontrolliert

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 08.03.02 21:45

Konkrete Zahlen über Missbräuche dürften wohl kaum vorliegen, tun sie zumindest in einer Großstadt wie München nicht. Aus meiner Erfahrung heraus schätze ich die Dunkelziffer jedoch als nicht niedrig ein. Ob sie so hoch ist, wie Du schilderst, sei dahingestellt.

Wenn der Beamte bei einem Sankafahrer tatsächlich Alkohol- und Drogengenuss feststellt, muss er im Regelfall die Weiterfahrt unterbinden, da er sich sonst möglicherweise selber strafbar machen würde. In diesem Fall wird wohl über Funk schnellstmöglich ein Ersatzfahrzeug oder ein Ersatzfahrer angefordert werden.

Ist ein Patient an Bord, der möglicherweise dringend ins nächste Krankenhaus gebracht werden muss, wird die Sache schwierig, da hier eine Abwägung getroffen werden muss zwischen dem Wohl des Verletzten und der Gefahr, die von den fahruntüchtigen Sani ausgeht. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Polizeibeamter im Notfall sogar selber den Sanka zum nächsten Krankenhaus fährt, wenn es wirklich um Sekunden geht. Doch wer kann das im Einzelfall beurteilen? Der berauschte oder bekiffte Sankafahrer doch wohl auch nicht!

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