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Unklare Beschilderung auslegungsfähig??

hinzugefügt von Ulrich Dähn [Email: Keine]
am 06.02.02 12:43

PKW fährt mit dem Caravan am Haken auf einer BAB mit starkem Gefälle. Beschilderung: 1.Rechte Spur= zul.Höchstgeschwindigkeit 40km/h 2.Mittl. Spur= Fahrverbot für LKW 3.Linke Spur= Fahrverbot für LKW. Da starker Verkehr herrscht und das Gespann schneller als 40 km/h unterwegs ist, wird es auf der mittleren Spur bedrängt und dem Fahrer werden deutliche Signale der übrigen Verkehrsteilnehmer gegeben, dass er wohl nicht ganz bei Trost sei. Die rechte Fahrspur ist nämlich, da Sonntagsfahrverbot für LKW herrscht, vollkommen LKW-frei. Der Gespannfahrer wechselt also auf die rechte, freie Spur und wird glatt geblitzt. Ich meine, dass sich aus Sinn und Zweck der Beschilderung ergibt, dass gegen ihn kein Bußgeldverfahren einzuleiten ist, weil sich durch die Auslegung der Beschilderung ergibt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung für schwere LKW über 7,5 t vorgesehen ist und für diese Fahrzeuge am steilen Berg auch Sinn macht. Was meint Ihr dazu?? Kommt was von der Behörde oder filtern die die PKW und sonstigen "Nicht-LKW" von vorneherein aus dem Verfahren raus? Gruß U. D.


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Keine Auslegung möglich

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 06.02.02 14:50

Rechtstheoretisch:
40 km/h bedeutet 40 km/h (Bedeutung des Z. 274 StVO). Da ist keine weitergehende Auslegung möglich, sofern nicht eine ergänzende Beschilderung für spezielle Fälle vorhanden ist. Jeder, der hier zu schnell fährt, begeht objektiv gesehen den Verstoß.

Praxisorientiert:
Im Rahmen des Opportunitätsprinzips besteht aber durchaus die Möglichkeit, von einer Verfolgung abzusehen. Ob´s tatsächlich gemacht wird, hängt von der auswertenden Dienststelle ab. Ein Rechtsanspruch auf Einstellung besteht jedoch grundsätzlich nicht.


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Zu: Unklare Beschilderung auslegungsfähig??

angehängt von Detlef (Email-Adresse unbekannt)
am 06.02.02 19:19

Hallo,

sollte man nicht bei starken Gefälle mit einen Wohnanhänger langsam fahren, damit einem der Anhänger nicht überholt.

Daher würde ich mit meinen Wohnwagen bei starken Gefälle auch mit schneller fahren als für LKW´s erlaut ist, auch wenn ich sonst mit den Anhänger auch zügig unterwegs bin.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Bussgeldstelle das auch so sieht.

Detlef


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Ausflug in die Physik

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 07.02.02 09:31

@Detlef

Grundsätzlich ist Dir Recht zugeben. Lieber etwas vorsichtiger als zu waghalsig.

Der Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw an starken Gefällstrecken liegt aber auch noch woanders. Es macht rein physikalisch schon einen großen Unterschied, ob eine große Masse wie ein Lkw mit 38 bzw. 40 t mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist oder ein kleines Fahrzeug. Die Kräfte, die erforderlich sind, um ein großes Fahrzeug abzubremsen, sind erheblich höher. Die Bremswege sind länger; bei der Bremswegberechnung geht die Geschwindigkeit im Quadrat in die Berechnung ein. Hinzu kommt, dass sich solche Einflüsse wie Seitenwind oder nasse Fahrbahn ganz anders bemerkbar machen können.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass Lkw mit Luftdruckbremsen ausgerüstet sind und Sorge dafür getragen werden muss, dass diese Bremsen jederzeit gerade an Gefällstrecken maximal betriebsbereit sind, d. h. dass nicht durch andauerndes Bremsen mit der Betriebsbremse die Gefahr besteht, dass der Luftbehälter sich entleert und das Fahrzeug plötzlich nicht mehr bremsbereit ist. Bei langsamer Fahrt wird ein großer Teil der Bremswirkung durch die Motorbremse erreicht.


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...deshalb alles anders

angehängt von Ulrich Dähn (Email-Adresse unbekannt)
am 07.02.02 13:21

....deshalb ist die Frage eines Unrechtgehaltes beim PKW oder Gespann (max. ca. 4 Tonnen) gänzlich anders. Inzwischen wurde mir berichtet, dass bei vergleichbarem Fall am Eltzerberg die Gespanne aussortiert und nicht verfolgt würden?! Gruß U.D.


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Ausflug in LKW Technik

angehängt von -schima- (Email-Adresse unbekannt)
am 07.02.02 13:54

[OT]

Bin mir nicht sicher. Aber ist es bei neueren (nach 1972 oder so...) LKW nicht so, daß der durch einen Kompressor aufgebaute Luftdruck zum *Lösen* der Bremse verwendet wird. Wenn Luftdruckanlage kaputt dann Bremse blockiert. Fahren nicht möglich? Wird also beim Bremsen mit der Betriebsbremse nicht "Luft abgelassen"?

Ein "Leerbremsen" der Luft bei Gefälle ist wohl dann nicht möglich und eher die Temperatur der Bremsen ist der casus cnaxus.

-schima-


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Zu: Unklare Beschilderung auslegungsfähig??

angehängt von detlef (Email-Adresse unbekannt)
am 07.02.02 14:16

@ Karl-Heinz Menk

zur Luftdruckbremse:

Meines Wissen nach wird die Bremse eines LKW´s mit Luftdruck gelöst, d.h. bei leeren Behälter würde der LKW eine Vollbremsung machen.

Mit der Masse muss ich dir recht gegeben, eine Wohnwgengespann hat nur ca. 1/10 oder noch weiniger eines LKW.

Aber die Auflaufbremse eines Wohnwagen bremst bei einer Gefällstrecke standig, egal ob der Zugwagen mit der Betriebsbremse oder der Motorbremse bremst.

Daher kann sich die Bremse am Anhänger überhitzen.

Desweiteren neigt ein einachsiger Anhänger auf Gefällstrecken leichter zum Aufschaukeln als ein zweiachziger Anhänger, besonders bei Sietenwind.

Wenn die Bussgeldstellen Gespann aussortieren, freut mich, dass für den geblitzen Wohnwagenfahrer.

Ich würde dennoch vorsichtig fahren.

Detlef


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Zu: Unklare Beschilderung auslegungsfähig??

angehängt von detlef (Email-Adresse unbekannt)
am 07.02.02 14:18

da war einer schneller mit der Bremse. Detlef


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Lkw-Bremse

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 07.02.02 21:59

Okay, akzeptiert mit der Lkw-Bremse und der Notbremsung bei leerem Speicher. Mein Klasse-2-Kurs ist auch schon zu lange her;-)

Aber was tut ein notgebremster Lkw auf einer starkbefahrenen Autobahn, wenn er stehenbleibt und dort möglicherweise nicht einmal ein vernünftiger Standstreifen vorhanden ist? In diesem Fall geht von ihm doch eine erhebliche Gefahr aus, da er für andere ein Hindernis darstellt.

Wenn am Eltzer Berg tatsächlich die Bilder mit anderen Fahrzeugen auf der Langsamsspur aussortiert werden sollten, so unterstützt das doch meine o.a. Ausführungen. Nur: es muss nicht so sein!


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Zu: Unklare Beschilderung auslegungsfähig??

angehängt von Matze (Email-Adresse unbekannt)
am 09.02.02 15:33

Lieber ein LKW der die rechte, linke oder mittlere Spur blockiert, als ein 40t der mit 80 km/h ohne Bremse auf ein Stauende knallt.
Ich denke das ist nicht so gefährlich, denn die haben sich schon was dabei gedacht.

Gruss Matze


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Lkw bremsen mit Luft

angehängt von john-boy (Email-Adresse unbekannt)
am 10.02.02 02:38

Servus.

Zum Thema Luftablassen bei Druckluftbremsen am Lkw: Dies geschieht doch nur bei Einlegen der Feststellbremse (Handbremse). Dabei wird die Druckluft im Federspeicher abgelassen und die Feder entspannt sich; diese Federkraft bewirkt dann die Bremsung

Betriebsbremse
In Abhängigkeit einer Teil- oder Vollbremsung wird über das Fußbremspedal ein Ventil geöffnet und es strömt Druckluft in die Membran- oder Kolbenbremszylinder an den einzelnen Rädern.
Das bedeutet auch: Ständiges Bremsen erhitzt die Radbremsen (gefährliches Fading beachten) und Druckluft muss ständig nachgefördert werden. Letzteres dürfte aber bei Lkw der neueren Generation kein Problem mehr sein. Trotzdem stellt auch diese technische Tatsache einen Grund für Tempolimits in Gefällstrecken dar.

jb

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