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Unfall beim beim Linksabbiegen/Wenden

hinzugefügt von Jens [Kontakt]
am 12.03.02 22:43

Hallo erstmal!

Habe folgendes Problem:
Bin heute morgen in einen Unfall mit einem wendenden PKW verwickelt worden. Ich befuhr eine scharfe, durch einen Wall einer Eisenbahnbrücke nicht einsehbare Kurve. Ca. 30 Meter hinter der Kurve stand (oder fuhr gaaanz langsam, Schrittgeschw.) ein Fahrzeug, halb auf der Fahrspur, halb auf dem Seitenstreifen. Ehe ich überhaupt reagieren konnte, bog das Fahrzeug urplötzlich nach links in eine Auffahrt ab, ohne zu blinken. Ich hupte, machte eine Vollbremsung, fuhr ganz nach links, um dem Fahrzeug auszuweichen, es half aber alles nichts mehr.
Diese Einfahrt ist übrigens keine Straße oder Grundstückseinfahrt, sondern lediglich eine Verbindung zu einen parallel verlaufenden Radweg und kann daher auch nur zum Wenden benutzt werden.
Da mein Unfallgegner zuerst reumütig daherkam, verzichtete ich auf die Polizei (war ein schwerer Fehler, ich weiß). Jetzt versucht die gegnerische Haftpflicht, mir eine 50%ige Mitschuld anzuhängen. Dazu habe ich ein paar Fragen:

1. Ist das beschriebene Losfahren vom rechten Fahrbahnrand überhaupt als Abbiegen/Wenden oder als Losfahren zu betrachten? Da beim Losfahren Vorfahrtspflicht besteht, wäre ich dann aus dem Schneider?

2. Ist irgendeine Beteiligung meinerseits überhaupt durchsetzbar, wenn ich selbst nicht gegen die StVO verstoßen habe? Der Unfall ist ja nur passiert, weil das Wendemanöver nur ca. 30m hinter der Kurve passiert ist und ich überhaupt keine Möglichkeit hatte zu reagieren, auch wenn es eine evtl."unklare Verkehrslage" war?

3.Wie ist das Wenden nur 30m hinter einer nicht einsehbaren Kurve zu beurteilen? Grob fahrlässig?
Fällt sowas unter "unklare Verkehrslage"?

4.Ich habe auf dem Unfallbericht, den mein Unfallgegner auch unterschrieben hat, folgende Formulierung untergebracht:"Fahrer wollte links abbiegen, beachtete aber nachfolgenden Verkehr nicht." Reicht das als Schuldeingeständnis meines Gegners?

Ich danke euch im Voraus für eure Hilfe.


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Zu: Unfall beim beim Linksabbiegen/Wenden

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 13.03.02 08:31

Aufgrund Deiner Schilderung kann ich kein Fehlverhalten von Dir erkennen. Wenn Du die Sache nicht selbst durchstreiten willst (ggf. mit Rechtsschutzversicherung und Rechtsanwalt), setze Dich mit Deiner Versicherung in Verbindung. Würde ich als vorsorgliche Maßnahme ohnehin empfehlen. Aufgabe Deiner Haftpflichtversicherung ist nicht nur die Befriedigung berechtigter Schadensersatzansprüche, sondern auch die Abwehr ungerechtfertigter Forderungen.

Zu 1.
Losfahren bzw. Anfahren vom Fahrbahnrand ist in § 10 StVO geregelt. Bei dieser Bestimmung geht es allerdings im Wesentlichen um den Übergang vom ruhenden in den fließenden Verkehr, wobei ein Vorrang des fließenden Verkehrs gegenüber dem ruhenden bzw. anfahrenden Verkehr besteht. Wenn Dein Unfallgegner sein Tempo nur herabgesetzt hat, um abzubiegen oder zu wenden, ohne dass er vorher zum Stillstand gekommen ist, trifft § 10 nicht zu. Hätte er jedoch vorher am Fahrbahnrand gehalten - wenn auch nur kurz -und wäre dann zum Wenden wieder angefahren, läge ein Verstoß gegen § 10 StVO sehr wohl vor.

Einschlägige Bestimmung für das Abbiegen ist § 9 Abs. 1, für das Wenden § 9 Abs. 5 StVO. Danach hat ein Fahrzeugführer seine Absicht rechtzeitig und deutlich anzukündigen (Blinken), vor und beim Abbiegen auf den nachfolgenden Verkehr zu achten und darf erst dann abbiegen, wenn eine Gefährdung des nachfolgen Verkehrs ausgeschlossen ist, bzw. sich beim Wenden so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Dies gilt natürlich auch, wenn es dabei nicht nur zu einer Gefährdung, sondern zu einer Schädigung kommt. Gegen § 9 StVO hat Dein Unfallgegner in jedem Fall verstoßen.

Zu 2. und 3.
Wenn Du aufgrund der örtlichen Situation überzeugend darlegen kannst, dass der Unfall für Dich trotz Ausweichversuchs unvermeidbar war, z.B. auch, weil für Dich das voraussichtliche Verhalten Deines Kontrahenten absolut nicht erkennbar war, da er es nicht zuletzt auch verabsäumt hat, seiner Blinkpflicht nachzukommen, sehe ich keinen Grund, Dir eine Mitschuld anzulasten. Hier von einer "unklaren Verkehrslage" zu sprechen, halte ich für unzutreffend; Du musstest nicht unbedingt mit dem Fehlverhalten Deines Unfallgegners rechnen.

Zu 4.
Wenn der Unfallgegner diese Formulierung unterschrieben hat, solltest Du eigentlich aus dem Schneider sein.

Woher hast Du denn so schnell die Aussage der Versicherung des Unfallgegners? Hast Du mit ihr selber gesprochen oder behauptet dies nur Dein Unfallgegner?

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