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Unfall ! was nun ?

hinzugefügt von Rike [Email: Keine]
am 15.09.02 21:09

Folgender Fall!
Pkw fährt Fußgängerin am Zebrastreifen an!
Fahrt wurde vermindert ,rechts geguckt,links gekuckt,links länger geguckt weil Bewegung am Gehweg,Fahrt wieder aufgenommen,dann hat es geknallt.
Fußgängerin leicht verletzt durch Kollision mit dem Außenspiegel des Pkw.Außenspiegel abgebrochen.Adressen ausgetauscht.Beide entfernen sich vom Unfallort,mit der Absprache zu telefonieren und die Geschädigte ruft die Polizei an.Polizei nimmt nachträglich die Personalien auf.Eine Aussage zum Unfallhergang wird zunächst vom Pkwfahrer nicht gemacht.Eine Anzeige der Geschädigten Person ist vorerst nicht erfolgt.

Frage: Sollte der Pkwfahrer eine Aussage bei der Polizei machen oder lieber erst zum Anwalt gehen? Wie ist die behördliche Vorgehensweise in so einem Fall wenn keine Anzeige ergangen ist?


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Zu: Unfall ! was nun ?

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 16.09.02 12:32

Fußgängerin verletzt = Körperverletzung im Straßenverkehr = Straftat nach § 230 StGB.

An sich ist die Körperverletzung ein Antragsdelikt, d.h. Verfolgung nur auf Antrag des Verletzten. Bei KV im Straßenverkehr wird jedoch seitens der Staatsanwaltschaft regelmäßig sog. öffentliches Interesse angenommen mit der Folge, dass das Delikt von Amts wegen verfolgt wird. Die Polizei hat hier als Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft keinerlei Ermessensspielraum, ob sie ein solchen Sachverhalt, sobald er ihr bekannt wird, verfolgt oder nicht. Sie muss die Ermittlungen aufnehmen und Anzeige erstatten. Herrin des Verfahrens ist, Einstellen darf nur die Staatsanwaltschaft.

Sollte eine Anzeige gegen Dich laufen, wirst Du wohl in Kürze eine Vorladung zu einer Vernehmung erhalten. Da Du Beschuldigte in einem Strafverfahren bist, am besten nicht, ohne vorher einen Rechtsanwalt zu konsultieren, der Vorladung Folge leisten. Ohne Anwalt tunlichst keine Angaben zur Sache machen.


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Zu: Unfall ! was nun ?

angehängt von Rike [Email: Keine]
am 16.09.02 16:50

Ist denn die Aussage zum Unfallhergang bei der Polizei mit der Vorladung gleichzusetzen ?
Bei Aufnahme des Unfalls am Unfallort hätte man ja wahrscheinlich auch eine Aussage über den Unfallhergang gemacht ! Oder ?


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Angaben zum Unfallhergang

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 16.09.02 18:50

Die Polizei stellt in solch einem Fall die erforderlichen Ermittlungen zur Klärung des Sachverhalts an. Dazu werden die Beteiligten (Verursacher, Zeugen) vernommen.

Du kannst also nur Verursacher oder Zeuge sein. Als Verursacher wirst Du, sofern eine Straftat vorliegt (z.B. Körperverletzung, Trunkenheit, Straßenverkehrsgefährdung, Nötigung, Unfallflucht usw.), als Beschuldigter in einem Strafverfahren oder, sofern nur ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung o.ä. vorliegt, als Betroffene in einem Ordnungswidrigkeitenverfahren vernommen. In jedem Fall musst Du dann als Beschuldigte/Betroffene vorher belehrt werden über Dein Zeugnisverweigerungsrecht und dass Du Dich nicht selbst zu belasten brauchst.

Bist Du Zeuge, erfolgt eine Zeugenvernehmung. Auch ein Unfallbeteiligter kann Zeuge sein, wenn ihn z.B. keine Schuld an dem Unfall trifft oder er als Beifahrer in einem der beteiligten Fahrzeuge gesessen ist. Auch in diesem Fall hat vorher eine Belehrung zu erfolgen, die jedoch etwas anders ausschaut als die als Beschuldigter/Betroffener.

Wenn Du also von der Polizei eine Vorladung erhältst, der Du im übrigen nicht zu folgen brauchst, dann wirst Du regelmäßig zu einer Vernehmung geladen.

Man kennt zwar auch noch die sogenannte informatorische (unverbindliche) Befragung. Diese wird jedoch regelmäßig am Unfallort, wenn die Beteiligten noch mehr oder weniger unter Schock stehen, zur Sachverhaltsfeststellung angewandt. Auf diese Weise will man vermeiden, dass jemand, der noch nicht ganz klar ist, sich oder einen anderen durch eine unter dem ersten Eindruck des Unfalls stehende Aussage eventuell in Teufels Küche bringt. Bei den nachträglichen Vernehmungen auf der Polizeidienststelle geht es dann schon knallhart zur Sache. Deswegen einen Anwalt befragen bzw. noch besser mitnehmen!


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Zu: Unfall ! was nun ?

angehängt von Rike [Email: Keine]
am 16.09.02 20:53

Danke !!! Für die ausführliche und informative Auskunft !

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