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Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

hinzugefügt von Lasse [Email: Keine]
am 03.10.02 16:16

Tach erstmal

also, wenn ich mich an einer Kreuzung oder Einmündung zum Linksabbiegen einordne, vorrausgesetzt, es ist dort erlaubt, sei es, auf einer Linksabbiegerspur oder, falls Linksabbiegerspur nicht vorhanden, auf der normalen Spur zum Linksabbiegen hinstelle, darf man meines Wissens nach doch eine 180 ° Wende in die andere Richtung machen.

Sollte auch bei Linksabbiegerampeln so sein, falls 2 Spuren oder mehr, geschickerweise auf der linken Spur.

Man behindert dadurch ja niemanden, einzigstes Problem wäre, wenn auf der Straße, die von links kommt, ein Rechter Abbiegepfeil ist, die parallel mit dem Linksabbiegerpfeil geschaltet ist.

Dies möchte ich einfach nur bestätigt haben bzw von den Leuten, die munkeln, daß man an "hier nich einfach so wenden darf", gezeigt bekommen, wo es denn geschrieben ist, daß es verboten sei.

Ich stelle die Frage nur, weil einige Beifahrer desöfteren munkeln, ob ich denn einfach so wenden darf.

Meines Erachtens nach ja, solange es nicht durch Schilder verboten ist, und natürlich auch nicht dann, wenn das Linksabbiegen nicht erlaubt ist oder man durch durchgezogene Linien fährt.


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 03.10.02 19:10

Wenden ist nichts anderes als zweimaliges Linksabbiegen und ist an Kreuzungen und Einmündungen grundsätzlich erlaubt, sofern es nicht durch ein Wendeverbot nach Z. 272 StVO dort verboten ist.


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 03.10.02 19:13

Hi,
dein "Problem" kenn ich auch.

Also, erstmal hast du schon ganz recht. Wenden darfst du da, wo es nicht verboten ist (die "Rockford-Drehung" ist ja durch ein recht neues Verbotsschild ausgewiesen).

Bei dem Sachverhalt mit dem von links Kommenden, der nach rechts abbiegen will, gibts zwei Dinge.
1. Der, der von links kommt und nach rechts abbiegen will, überfährt auch ne Grünlicht zeigenden LZA.
Hier bist du wartepflichtig, da du quasi Linksabbieger bist.

2. (wie ich die Situation kenne.) Der, der von links kommt und rechts abbiegen will, überfährt das "Vorfahrt achten" Schild.
Du bist hierbei zwar immernoch als Linksabbieger zu werten, hast aber eine LZA überfahren und die ist vorrangig zur Beschilderung.
Der Rechtsabbieger ist wartepflichtig (macht dieser aber meistens nicht, da er meint als Rechtsabbieger Vorfahrt zu haben.... ich ärgere mich jedesmal....)

Problem wird sein, dass wenn es zum Unfall kommen sollte, die Frage nach der hauptsächlichen Verursachung.
Hierbei wäre ganz genau zu beachten, wo der Unfall stattgefunden hat.
Sollte nämlich euer beider Fahrt auf zwei Spuren weiterverlaufen, könnte auch ein Fahrstreifenwechselfehler vorliegen und kein Vorfahrtsfall mehr.

Ich hoff mal, ich hab dich richtig vom Sachverhalt her verstanden.

Gruß,
Tovi


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Spurensignalisierung

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 03.10.02 19:22

>[Zitat:] "Man behindert dadurch ja niemanden, einzigstes Problem wäre, wenn auf der Straße, die von links kommt, ein Rechter Abbiegepfeil ist, die parallel mit dem Linksabbiegerpfeil geschaltet ist."

Das ist nicht zulässig! Wenn sich in den Signalscheiben der Lichtzeichenanlage Pfeile befinden (man spricht hier von einer Spurensignalisierung), darf, wenn man dem jeweiligen Grünpfeil folgt, kein gegnerischer Verkehr, egal, ob Fußgänger, Radfahrer oder Kfz-Verkehr, den Weg kreuzen.


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Feuerstein [Email: Keine]
am 03.10.02 21:05

@Peter Lustig. Entweder hast Du das Zitat: "Man behindert dadurch ja niemanden, einzigstes Problem wäre, wenn auf der Straße, die von links kommt, ein Rechter Abbiegepfeil ist, die parallel mit dem Linksabbiegerpfeil geschaltet ist." falsch verstanden oder ich liege falsch: Gemeint ist meiner Meinung nach der Verkehr, der im "Innenradius" läuft wenn man sich den Linksabbieger im 90 Grad "Außenradius" vorstellt. LZA Schaltungen dieser Art sind m.M. nach durchaus üblich. Der Wender hat die gesteigerten Sorgfaltspflichten und muß warten. Zu diesem Thema auch gleich mal eine Frage: Auf großen Kreuzungen in Berlin (und sicherlich auch anderswo) wird häufig umeinander herum abgebogen. Meist ist auch eine entsprechende Beschilderung vorhanden. Wie wende ich hier richtig? Mein Bauch sagt mir: laß es sein - kann nur schief gehen. Untersagt ist es jedoch lt. STVO nicht - oder darf ich im kurzen Haken, vor den entgegenkommenden Linksabbiegern wenden ? Gruß Feuerstein


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Lasse [Email: Keine]
am 04.10.02 01:50

@Tovi: ja, hast mich sehr richtig verstanden, und danke für die Hinweise zu dem Szenario, wenn jemand von links nach rechts abbiegt.

nunja, da ich eigentlich so gut wie noch nie die Situation hatte, wo jemand von links nach rechts abbiegt, oder mich nicht daran erinnern kann, bzw wenn Peter Lustig sagt, die LZA für Linksabbieger und die LZA für von links kommende Rechtsabbieger dürfen nicht gleichzeitig grün zeigen (hab ich dich richtig verstanden ?), reicht das erstmal als Wissen, und falls ich mal in die Situation kommen sollte, werde ich mich defensiv verhalten.
Klar ist, daß bei normalem Grün für alle das Wenden für mich problemlos laufen sollte, da der Querverkehr in keiner Richtung grün hat und Rechtsabbieger in dem Falle ein Vorfahrt gewähren-Schild hätten, in dem Fall wär ich für die Abbieger Querverkehr und hätte Vorrang, oder halt, wenn die LZA nur für Linksabbieger ist und der Rechtsabbieger ein Vorfahrt Gewähren-Schild hat, ist das der gleiche Fall.

Somit ist eigentlich erstmal alles geklärt.

Danke


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 04.10.02 07:38

§ 9 Abs. 4 StVO: >[Zitat:] "...Führer von Fahrzeugen, die einander entgegenkommen und jeweils nach links abbiegen wollen, müssen voreinander abbiegen, es sei denn, die Verkehrslage oder die Gestaltung der Kreuzung erfordern, erst dann abzubiegen, wenn die Fahrzeuge aneinander vorbeigefahren sind."

Damit ist die Art und Weise, wie sich begegnende Linksabbieger abbiegen müssen, festgelegt. der Grundsatz lautet "voreinander"; nacheinander nur dann, wenn z.B. Markierungen dies vorschreiben, beispielsweise in sehr weiträumigen Kreuzungen, oder wenn die Verkehrslage es erfordert.

Wenden im "Außenradius" bei zweispurigem Linksabbiegen:
Der wendende Kraftfahrer muss hier den links von ihm befindlichen "Nur-Links-Abbieger" beachten. Wie oben schon dargestellt, ist Wenden nichts Anderes als zweimaliges Linksabbiegen.

Zerlegen wir also das Wenden in die beiden Abbiegephasen, ergibt sich folgender Ablauf:

1. Akt: beide Fahrzeuge biegen nebeneinander links ab (90, Grad);

2. Akt: der Wender muss dann den links von ihm befindlichen Geradeausfahrer, der ja seinen Abbiegevorgang bereits beendet hat und nur noch geradeaus den Kreuzungsbereich verlassen muss, durchfahren lassen, bevor er das 2. Linksabbiegefahrmanöver durchführt. Grund: er kreuzt dabei die Fahrlinie des "Nur-Links-Abbiegers", vollzieht also einen Fahrstreifenwechsel, wie oben von Tovi bereits angedeutet.

Zur Klarstellung: meine Ausführungen unter Spurensignalisierung beziehen sich auf die Signalschaltung (§ 37 Abs. 2 Nr. 4 StVO). Wird einer Verkehrsbeziehung mit einem Grünpfeil in der Signalscheibe einer Lichtsignalanlage (gilt auch für den Diagonalgrünpfeil) freie Fahrt gegeben, darf nach den bundesweit verbindlichen Richtlinien für Lichtsiganlanlagen (RiLSA) kein "gegnerischer" Verkehr die Fahrlinie des Grünfahrers kreuzen.

Hoffentlich jetzt alle Unklarheiten ausgeräumt?


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Feuerstein [Email: Keine]
am 04.10.02 23:07

@Peter Lustig. ... nicht ganz. Bei "Innen- und Außenradius" war nicht das geführte Abbiegen in mehreren Fahrstreifen in EINER Richtung gemeint sondern - Außenradius: Der Linksabbieger auf einer STRASSE mit eigener LZA und - Innenradius: Der von Links auf einer anderen STRASSE kommende Rechtsabbieger mit eigener LZA. Bei dieser Variante sind Schnittpunkte der Verkehrsströme ausgeschlossen. Entsprechende LZA - Regelungen sind eigentlich üblich. Ich glaube, die eingangs gestellte Frage zielt genau auf diese Situation ab. Die Antwort hast Du schon gegeben. Der "Wender" ist in jedem Fall wartepflichtig. Was ist aber nun mit dem Wenden bei Kreuzung nach Alternative II aus § 9(4)STVO (umeinander herum)? Läßt man es sein weil es eh nur Chaos verursacht ? Darf man "den kurzen Haken" vor dem Kreuzungsmittelpunkt fahren ? Danke für die Geduld - Peter Lustig! Gruß Feuerstein


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Regelfall und Alternative

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 05.10.02 14:40

>[Zitat:] "Was ist aber nun mit dem Wenden bei Kreuzung nach Alternative II aus § 9(4)STVO (umeinander herum)? Läßt man es sein weil es eh nur Chaos verursacht ? Darf man "den kurzen Haken" vor dem Kreuzungsmittelpunkt fahren ?"

Das Abbiegen in engem Bogen (also auch gerade vor dem Kreuzungsmittelpunkt), das sog. tangentiale Abbiegen, durch das besonders im geballten Großstadtverkehr vermieden werden soll, dass sich zwei Linksabbiegerströme gegenseitig blockieren, ist als Regelfall des Abbiegens zweier entgegenkommender Linksabbieger vorgeschrieben, sofern diese Abbiegeform z.B. aus Platzgründen nicht ungeeignet ist. In diesem Fall (und nur dann) ist auch das Abbiegen nach dem Aneinandervorbeifahren zulässig.

Grundsätzlich darf auf das vorgeschriebene Regelverhalten vertraut werden, sofern die lokalen Verhältnisse dem nicht entgegenstehen; ist dies unklar, ist besondere Vorsicht notwendig. Es ist Aufgabe der Verkehrsbehörde, an geeigneten Kreuzungen das tangentiale Abbiegen durch Fahrbahnmarkierungen anzuzeigen.

Man lässt das Abbiegen nach Alternative 2 also nicht, weil es Chaos verursacht, sondern muss es dort anwenden, wo der Regelfall (Alternative 1) nicht möglich ist, allerdings auch nur dort.


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Feuerstein [Email: Keine]
am 05.10.02 18:04

@Peter Lustig. Zitat: Man lässt das Abbiegen nach Alternative 2 also nicht, weil es Chaos verursacht, sondern muss es dort anwenden, wo der Regelfall (Alternative 1) nicht möglich ist, allerdings auch nur dort. Meine Frage zielt nicht auf das Abbiegen an sich sondern um das WENDEN im Fall von Alternative 2. Während bei Alternative 1 (Tangential) ausreichend Platz vorhanden ist, fährt man bei Alternative 2 zwangsläufig viel weiter in die Kreuzung ein und muß im Extremfall eine Haarnadel fahren. Verschätzt man sich dabei hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Verkehrsfläche, bleiben Rangiermanöver nicht aus. Das Chaos ist perfekt. Meine Frage war nun: Darf diese Kreuzung wegen vermeidbarer Behinderungen anderer Verkehrsteilnehmer nicht zum Wenden genutzt werden ? Darf, wenn keine Markierungen vorhanden sind, im kurzen Bogen Tangential gewendet werden ? Gruß Feuerstein


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 05.10.02 19:00

Irgendwie habe ich das Gefühl, wir reden aneinander vorbei;-).

Nun denn; nächster Versuch:

>[Zitat:] "Darf diese Kreuzung wegen vermeidbarer Behinderungen anderer Verkehrsteilnehmer nicht zum Wenden genutzt werden ?"

Wenden darfst Du (s.o.) überall, wo es nicht verboten ist. Wenn also das Wenden an einer Kreuzung/Einmündung, an der es nicht verboten ist, nicht im Tangentialverfahren möglich ist, darfst Du es dort nach Alternative 2.

>[Zitat:] " Darf, wenn keine Markierungen vorhanden sind, im kurzen Bogen Tangential gewendet werden ?"

Warum nicht, solange Du andere Verkehrsteilnehmer dabei nicht behinderst?


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Zu: Wenden an Kreuzungen / Einmündungen

angehängt von Feuerstein [Email: Keine]
am 05.10.02 23:14

@Peter Lustig. Danke für Deine Geduld. Ich bin davon ausgegangen, dass beim Zutreffen der 2. Alternative auch in jedem Fall auf diese Art zu wenden ist - Wenden = zweimal Linksabbiegen. Das hier die Leichtigkeit des Verkehrs Vorrang hat und der kurze Haken gefahren werden darf soll mir recht sein. Gruß Feuerstein

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