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Kinder im Auto

hinzugefügt von HeLi [Email: Keine]
am 14.10.02 01:55

Achtung, dies ist keine Frage, sondern ein Denkanstoß!
Es macht mir zu schaffen, wenn ich täglich mehrmals sehen muss, wie Kinder von Erwachsenen in deren Autos transportiert werden:
Da sitzen Kinder im Kindergartenalter unangeschnallt und ohne Kindersitz auf dem Beifahrersitz.
Tolle Freiheit für die Kleinen! Und wie sich Klein-Susi freut, neben der Mama zu sitzen. Die muss nur ein Mal scharf bremsen, dann kann Mama für Klein-Susi Blümchen gießen. Hintendran steht dann eine Steintafel mit der Aufschrift: "Hier ruht Klein-Susi in unangeschnallter Freiheit!"
Wie viele Kinder könnten wohl noch leben, wenn sie nur bei einem Unfall in angemessenen Rückhaltesystemen gesichert gewesen wären.
Vielleicht geht's ja hundert Mal gut. Aber vielleicht ist es beim nächsten Risikotransport Ihr Kind! Schauen Sie doch mal in eine Kinderunfallklinik: Schnittverletzungen im Gesicht sehen ziemlich >uncool< aus.
Ich hab sogar was dagegen, wenn Kinder, für die kein Kindersitz vorhanden ist, trotzdem mitgenommen werden. Die Vorschrift, einen Kindersitz zu benutzen, gibt es ja nicht, damit möglichst viele davon verkauft werden, sondern um die Kinder zu schützen. Ich verstehe es nicht, dass Gefälligkeitsmitnahmen ohne Kindersitz in der elterlichen Abwägung Vorrang vor der Sicherheit ihrer Kinder haben können.


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Link

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 14.10.02 08:04

Hier ein Link zu der Thematik.


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Zu: Kinder im Auto

angehängt von HeLi [Email: Keine]
am 15.10.02 01:12

Danke für den Link.
Auf diesen wurde hier im Forum bereits a.a.O. hingewiesen. (Ganz aktuell ist er z.Zt. leider nicht.)

Nur frag' ich mich: Wieso halten sich so viele Eltern nicht daran? Bequemlichkeit? Gedankenlosigkeit? Risikoabschätzung fällt zu gering aus ("es passiert ja immer nur den anderen")?
Was es auch immer ist:
Leidtragende sind die Kinder - 1., weil sie - mit geringem Aufwand vermeidbar - stark gefährdet werden und 2., weil sich bereits im Kleinkindalter ein Verkehrsverhalten eingeübt wird, welches kaum Chancen hat, später gute Früchte zu tragen.

Also, liebe Muttis und liebe Papis, liebe Omis und liebe Opis und sonstige ...is:

Setzt Eure Kinder, wenn sie schon im Auto mitfahren, IMMER in angepasste(1) Kindersitze UND gurtet Eure Lieblinge auch an!

(1) Der Sitz passt sich dem Kind an, nicht umgekehrt!


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Zu: Kinder im Auto

angehängt von Tovi [Email: Keine]
am 15.10.02 01:35

Hi,
deine Meinumg sollte nicht weiter kommentiert werden. Absoluter Volltreffer.

Ich glaube (sprech da auch ein bissel aus Erfahrung), daß viele Eltern, die ihr Kind nicht richtig sichern, bequem, egoistisch sind und nicht über den Tellerrand schauen.
Was hört man den von denen, wenn man sie anspricht ?

Standard 1: "Ach, die kurze Strecke" (jaja, wie mit dem Anschnallen).

Standard 2: "Mir passiert nix, ich fahr gut Auto" (andere Verkehrsteilnehmer werden schon gar nicht mehr berücksichtigt)

Standard 3: "Das sind die Kinder vom Nachbarn und ich habe keine zusätzlichen Kindersitze" (großkotzig den Helden spielen, weil man seinem Nachbarn ja hilft und man ja ein guter Mensch ist)

Leider sind das dann auch die Eltern, die beim Elternsprechtag in der Grundschule der Kinder lauthals mehr Geschwindigkeitskontrollen vor der Schule fordern, und einen Tag später ihre Kinder mit Tempo 60 vor die Schule bringen und dann meckern, daß sie ??Euro zahlen müssen.

"Schön" ist auch immer zu beobachten, wie Halteverbote vor Schulen und Kindergärten zum Parken selbiger Eltern genutzt werden, wobei die Kinder "natürlich" zur Straßenseite aussteigen, weil Papa/Mama mal wieder in falscher Fahrtrichtung parken/halten.

Und was hört man dann von denen: nun ja, ihr wisst bestimmt schon.

Mußte ich hier diesbezüglich auch mal loswerden.

Gruß,
Tovi


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DVR Report 3/2002

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 15.10.02 09:06

Kindersicherung in Kraftfahrzeugen

Vor zehn Jahren wurde die Kindersicherung gesetzlich vorgeschrieben. Doch immer noch sind Kinder in erhöhter Gefahr, weil sie im Auto nicht gesichert werden. Wo liegen die Ursachen?

Laut der jüngsten Erhebung der Bundesanstalt für Straßenwesen gurten sich 96% der Insassen im Pkw an. Dies trifft allerdings nur für Erwachsene zu. Die werden darüber hinaus immer besser durch moderne Sicherheitssysteme - optimiert für erwachsene Insassen - geschützt. Mit dem Schutz ihrer Kinder gehen die Erwachsenen deutlich nachlässiger um.

Insbesondere Kinder ab 6 Jahre sind nicht immer sicher untergebracht. Nur 59% dieser Kinder sind richtig gesichert. Etwa jedes dritte Kind benutzt den Erwachsenengurt und ist damit nicht richtig geschützt. Zudem sind 7% überhaupt nicht angegurtet, toben möglicherweise im Auto frei herum, was ihnen vermutlich Spaß macht, aber bereits bei einer Vollbremsung zu ernsthaften Verletzungen führen kann. Bei den Babys und Kindern bis 5 Jahren nehmen die Eltern in der Regel das Sichern genauer: 92% sitzen in den vorgeschriebenen Rückhaltesystemen.

Die mangelnde Kindersicherung macht sich in der Statistik bemerkbar: Wenn ein Kind im Straßenverkehr tödlich verunglückt, sitzt es meistens im Pkw. Mit dem Fahrrad ereignen sich nicht so viele schwere Kinderunfälle und auch nicht zu Fuß. So kamen im vergangenen Jahr 93 Jungen und Mädchen als Mitfahrer im Auto ums Leben. Dabei ist zum Glück ein positiver Trend zu sehen, denn im Jahr zuvor waren es noch fast 10% mehr Kinder. Bei den Verletztenzahlen ist der Rückgang nicht so deutlich: Wurden im Jahr 2001 insgesamt 15.192 Kinder als Mitfahrer im Auto verletzt, so waren es im Jahr zuvor etwa 1% mehr gewesen.

Starke Bauchverletzungen
Die etwas älteren Kinder bleiben weiterhin die entscheidende Gruppe im Pkw, die nicht oder nicht richtig gesichert ist. Offenbar wird die Sicherung der Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren von den Eltern nicht wirklich ernst genommen. Dies bestätigt auch eine neue Studie des Münchner Instituts für Fahrzeugsicherheit des GDV. Demnach werden nur 45,5% der 9 bis 12-Jährigen in einem altersentsprechenden System gesichert. Ältere Kinder waren häufig allein mit dem Erwachsenengurt angeschnallt. Doch Fakt bleibt: Der Erwachsenengurt ist dem kindlichen Körper nicht angepasst, durch einen falschen Verlauf treten deshalb hohe Belastungen bei einem Unfall auf. Dies führt insbesondere zu starken Bauchverletzungen, weil der Gurt nicht richtig aufliegt, sondern von den Beckenknochen in den Bauchbereich abrutscht. Durch die fehlerhafte Nutzung von Kindersitzen selbst kann darüber hinaus die Schutzwirkung erheblich reduziert werden. Eine Studie des Instituts für Fahrzeugsicherheit beim GDV kam 1995 zu alarmierenden Ergebnissen. Demnach wurden die Kinderrückhaltesysteme in der Mehrzahl fehlerhaft angewendet. Insgesamt lag bei 63% der untersuchten Fälle eine fehlerhafte Nutzung vor.

Nach fünf Jahren (2000) wurde die Untersuchung wiederholt. Demnach sind die schweren Fälle von Fehlbedienungen deutlich zurückgegangen, nämlich um über 47%. Allerdings bleibt das Gesamtergebnis alarmierend: Der Anteil der Kinder, die nicht korrekt geschützt waren, lag bei über 66%, damit sogar noch um 3% höher als vor 5 Jahren.

Schwierigkeiten beim Einbau des Kindersicherungssystems in das Fahrzeug, sowie die häufig komplizierte Handhabung des Sitzes selbst, erhöhen die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit fehlerhafter Sicherung. Eine neue Art der Befestigung durch eine genormte Steckverbindung, die als ISOFIX-System bezeichnet wird und für alle Autos gleich funktioniert, bietet nicht nur höhere Sicherheit, sondern auch eine Vereinfachung der Handhabung und beugt somit Einbaufehlern vor. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass beim Einbau des ISOFIX-Systems deutlich weniger Fehler gemacht werden als bei der Verankerung eines konventionellen Sitzes. Während die herkömmlichen Kindersitze zu über 50% fehlerhaft benutzt werden, lag die Quote mit ISOFIX nur bei 4%. Einige Autohersteller haben ihre Modelle mit ISOFIX ausgerüstet. Doch bis heute muss für jeden Autotyp eine spezielle Genehmigung und Prüfung vorgenommen werden. Dadurch gestaltet sich der Einbau des wirkungsvollen Systems als teuer.

Bei den Testberichten über Kindersitze ist die Bedienerfreundlichkeit mittlerweile in die Bewertung mit eingeflossen. So haben die Stiftung Warentest wie auch internationale Verbrauchertests die Bedienungssicherheit als entscheidenden Punkt mit in die Testkriterien aufgenommen. Beim Test der Kindersitze sollte allerdings der Seitencrash als Schutzkriterium mit eingeführt werden. Dies ist in der ECE-Regelung bisher nicht der Fall. Die Tests beschränken sich auf den Front- und den Heckaufprall, so Prof. Dr. Klaus Langwieder, Leiter des Instituts für Fahrzeugsicherheit beim GDV. Doch gerade bei Seitenkollisionen treten häufig tödliche Verletzungen bei Kindern auf. Die Sitze sollten in Zukunft so gestaltet sein, dass auch ein Seitencrash die Schutzfunktion nicht zerstören kann. Bei einigen Verbrauchertests wird zurzeit der Seitenaufprall ins Testprogramm mit aufgenommen.

Verletzungen bis zu 90% reduziert
Wie wirken Kindersitze? Der Masseanteil des Kopfes am gesamten Körpergewicht beträgt beim Kleinkind ungefähr 25%, während er beim Erwachsenen 6% ausmacht. Dies bedeutet, dass während eines Aufpralls beim Sitzen in Fahrtrichtung die relativen Kräfte, die auf den Kopf und Hals einwirken, beim Kind erheblich größer sind. Schätzungen über Kindersicherheitssysteme in Bezug auf die Reduzierung tödlicher Verletzungen bei Kindern unter vier Jahren bewegen sich zwischen 71 und 75%. Die Wirksamkeit bei der Reduzierung schwerer Verletzungen wird auf 67% geschätzt.

Bei kleinen Kindern ist die Wirkung erheblich gesteigert, solange sie entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Entgegen der Fahrtrichtung werden schwere Verletzungen in einem Kindersicherheitssystem um 92% reduziert, ein System in Fahrtrichtung vermindert schwere Verletzungen um 60%.

Ein entscheidendes Problem beim Angurten von Kindern ist die Ablehnung der Sicherung durch das Kind. Kinder wollen häufig nicht angegurtet werden, lassen sich nur unter Protest anschnallen, umso häufiger, je länger die Reise dauert. Insbesondere ältere Kinder wollen in keinen Kindersitz mehr, ihnen ist auch die altersgerechte Sitzerhöhung lästig. Hier ist pädagogisches Geschick und Überzeugungsarbeit nötig. Marketing und Werbung sollten das unterschiedliche Alter der Kinder stärker berücksichtigen.

Quelle: DVR-Report 3/2002

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