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GGVS

hinzugefügt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 18.10.02 20:08

Hallo Lieblingsforum!

Ich hab heute einen Lkw mit jeder Menge Gasflaschen hinten drauf vom Bus aus gesehen.
Der Fahrer saß mit dem Handy am Ohr und einer Zigarette in der anderen Hand am Steuer. Hinten war zwar eine orangene Tafel angebracht, jedoch ohne Nummer.

Meine Fragen dazu:
Ist es für die Durchführung eines GGVS von Belang, ob die Falschen gefüllt oder nicht gefüllt waren?
Darf man als Fahrer rauchen? Wenn nein, welcher plausible Grund besteht hierfür?
Braucht man Nummern auf der Tafel?
Wieviel würden die Verstösse an Bussgeld kosten?
Der Auftraggeber haftet doch auch, oder? Ist dem Auftraggeber ebenfalls eine direkte Schuld zuzuweisen (z.B. wg den Schildern)? Indirket Schuld ist er ja eh.

Danke für die Antworten!


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Zu: GGVS

angehängt von Mischa [Kontakt]
am 18.10.02 21:37

Ich will versuchen es dir zu erklären:
Orangefarbene Tafeln ohne Nummern werden verwendet, wenn verschiedene Sorten Gefahrgut gleichzeitig transportiert werden.
In dem Fall sind die Flaschen einzeln gekennzeichnet.
Auch mit leeren Gefahrgutbehältern, ausgenommen gereinigte, müssen die Schilder sichtbar sein.
Das Rauchen ist nur beim Be- und Entladen verboten.
Nummern auf den Tafeln ist nur zu finden, wenn Gefahrgut einer Sorte geladen ist.
Dabei gibt die ober Nummer die Gefahrgutklasse und die untere 4stellige Nummer den Gefahrgutcode an.
Bei einem Tankzug können sich vorne und hinten jeweils ein Tafel ohne Nummern, aber dafür an jeder Tankkammer eine Tafel mit Nummern befinden.

Die Verstösse beim Gefahrgut werden etwas strenger und teurer geahndet.
Dafür gibts z.B eine seperaten Geschwindigkeitstabelle.

Obendrein muss ein Fahrzeug das Gefahrgut transportiert, entsprechend ausgerüstet sein.

Der Fahrer muss einen Gefahrgutschein besitzen, der alle 5 Jahre zu erneuern ist.

Gruss Mischa

Website: http://www.silbertruhe.com


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Komplexe Materie

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 19.10.02 13:55

Im Gefahrgutbereich (Straße/See) gibt es eine ganze Menge von Verantwortlichen und damit Personen, denen Bußgelder auferlegt werden können. Neben dem eigentlichen Fahrzeugführer können dies z.B. auch der Hersteller, Verlader, Versender, Befüller, Betreiber, Halter, Reisender (bei der Aufgabe von Reisegepäck auf der Bahn)usw. sein.

Geschwindigkeitsverstöße werden nach der StVO verfolgt. Hier gelten verschärfte Werte für Gefahrgutbeförderung.

Für reine Gefahrgutverstöße existieren eigene Bußgeldvorschriften, wobei die Bußgelder anders als im StVO-Bereich horrende Beträge (2000 Euro und mehr) erreichen können. Ein Verstoß gegen das oben erwähnte Rauchverbot schlägt bereits mit 100 Euro zu Buche.

Der Gefahrgutbereich ist eine unheimlich komplexe und komplizierte Materie. Neben den nationalen Vorschriften und Richtlinien ist eine Vielzahl internationaler Vorschriften zu beachten. Dann hängt der Transport noch von der Art des beförderten Guts ab. So ist wohl leicht zu verstehen, dass für einen Säuretransport (giftig, ätzend) andere Maßgaben zu gelten haben wie für einen Treibstoff- oder Sprengstofftransport (Brand-, Explosionsgefahr). In vielen Fällen ist der Transport geringer Mengen unbedenklich, aber in größerem Umfang nicht mehr. Hinzu kommen Zusammenladeverbote, da verschiedene Chemikalien u.U. bei einem Unfall, bei dem sie miteinander in Berührung kommen können, chemisch reagieren und es zu Gasbildung, Explosionen usw. kommen kann. Ein weites Gebiet ist auch das der Ladungssicherung und, und, und.

Weil der normale Feld-, Wald- und Wiesenbeamte bei der Polizei damit hoffnungslos überfordert ist, gibt es zwischenzeitlich in allen Bundesländern speziell ausgebildete Gefahrguttrupps, die sich mit dieser hochinteressanten Materie befassen. Der Leiter des Trupps der Münchner Polizei ist z.B. ein Diplomchemiker.

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