... Foren-Archiv 2000 bis 09/2003; ca. 40.000 Postings

    
... Anzeige im separaten Fenster!

> Rubrik: Archiv
  Seite: ... | Foren-Archiv | ...  ]

 
Tipp:
 >> Hilfe im §§-Dschungel ...
Komplette Übersicht
über alle Foren oder
Beiträge (24 Std.)
Dieses Foren-Archiv wird betreut
durch Administrator: Rolf Tjardes :-)
 


[ Foren-Archiv | Neue Beiträge | Beitrag hinzufügen ]

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]

 
 Suche auch ähnliche Worte | Erweitert

Hinweis: Neue Foren-Software Online! Am 23.09.2003 wurde dieses Board abgeschaltet. Bitte nutzen Sie ab sofort das neue Forum für Ihre Beiträge. Vielen Dank. Zum neuen Forum: Hier klicken :-)

Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

hinzugefügt von Mischa [Kontakt]
am 26.11.02 02:50

Man stelle sich folgendes Szenario vor:

Pkws werden mit Geschwindigkeitsbegrenzer ausgerüstet, der stufenlos arbeiten kann.
Weiterhin befindet sich im Innenraum ein Kartenleser, der in der Lage ist, den FS einzulesen.

Und los gehts.
Zu Beginn der Fahrt wird der Führerschein in den Kartenleser eingesteckt.
Je nach Restprobezeit und Kilometererfahrung wird eine entsprechende Geschwindigkeit freigeschaltet.
Das könnte dann so aussehen:
Zu Anfang Tempo 80
bei 1 1/2 Jahr Restprobezeit oder 20000km Erfahrung Tempo 100 usw.
oder so ähnlich
Bei abgelaufener Probezeit würde sich dann der Begrenzer deaktivieren.

Technisch dürfte das zu machen sein und sicherer wäre es auch für alle.
Fahren ohne FS wäre in dem Fall zumindest mal erschwert; Pech für den, der seinen FS zuhause liegenlässt.
Obendrein kann ein Anfänger sogar noch Geld sparen, weil herbe Überschreitungen nicht mehr drin sind.

Was meint ihr dazu?

Website: http://www.silbertruhe.com


[ Nach oben ]

Undurchführbar weil ...

angehängt von Uwe Brandt [Kontakt]
am 26.11.02 08:33

Hi Mischa :-)

>[Zitat:] "Zu Beginn der Fahrt wird der Führerschein in den Kartenleser eingesteckt."

Würde bedeuten, es kommt zu einer Umtauschpflicht für Alt-Führerscheine. Das würde einen dreistelligen Millionenbetrag, möglicherweise sogar Milliarden kosten. Der Verwaltungsaufwand wäre enorm. Nach meinem Kenntnisstand sind derzeit ca. 1/3 aller Alt-Führerscheine umgeschrieben worden - in drei Jahren!

Außerdem: Wer soll das alles bezahlen??? Allein die Investitionskosten pro Pkw liegen sicherlich bei mehreren Hundert Euro. Dann noch die Umstellung aller Führerscheine??

Meine Meinung (obwohl der gedankliche Ansatz grundsätzlich gar nicht so schlecht ist):

Undurchführbar wegen der dramatischen Haushaltslage der öffentlichen und (mehrheitlich) privaten Kassen.


[ Nach oben ]

bin ich anderer Meinung

angehängt von Gernot [Email: Keine]
am 26.11.02 09:30

Hallo,

neue Autos haben sowieso alles elektronisch gesteuert. Wenn man das Lesegerät in Massenproduktion herstellt und einbaut, und die Software angepasst wird, hält sich das mit der Verteuerung in Grenzen. Die Austauschaktion der Führerscheine müsste für einen angemessenen Zeitraum (z.B. 1 Jahr) angesetzt werden.

Soweit zur Umsetzung.

Jedoch halte ich trotzdem nichts davon:

Wenn Anfänger zuerst zum Fahren mit 80 gezwungen werden sind noch mehr Langsame unterwegs, die andere zu riskanten Überholmanövern verleiten. Wenn sie dann Alter oder Fahrleistung erreicht haben, bei dem sie schneller fahren dürfen, werden sie erst recht die Sau raus lassen, und es wird auch immer ein paar Clevere geben, die den Führerschein eines älteren Mitfahrers rein schieben.

Ich wurde auf 200.000 km in 14 Jahren erst 2x kontrolliert, somit wäre das Risiko vereinzelt erwischt zu werden viel zu gering.

Angenommen auf einer 2spurigen Autobahn fährt rechts einer (gezwungen) mit 80, der wird wohl von sämtlichen LKW´s überholt, was wieder zu Ärger und Aggressionen der Autofahrer führt, die schneller fahren dürfen.

Und trotz allem werden die auf 80 begrenzten Anfänger diese Geschwindigkeit auch innerorts erreichen können.

Der Sicherheitsvorteil, weil sie vielleicht außerorts seltener aus der Kurve fliegen, ist somit wieder beim verloren. Ohnehin halte ich es für einen Irrglauben, dass eine geringere Geschwindigkeit eine Garantie für weniger Unfälle sein soll. Ein konzentrierter Fahrer, der die Geschwindigkeitsbegrenzungen ausschöpft, ist sicherlich kein größeres Risiko als ein Bummler der sich beim Fahren die Landschaft anschaut.

Unterm Strich werden wir uns wohl damit abfinden müssen, dass es immer ein paar Verrückte geben wird. Da kann auch die Elektronik nichts ändern.

Grüße an alle,

Gernot


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Andreas [Kontakt]
am 26.11.02 09:42

Ein Führerscheinumtausch reicht doch nicht aus, man müßte alle PKW umrüsten (auch die älteren Fahrzeuge) damit die Anfänger nicht auf diese Fahrzeuge ausweichen. Dies ist m. E. rechtlich und auch technisch nicht möglich.

Gruß
Andreas


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Jan [Email: Keine]
am 26.11.02 10:21

Als elektroniches Fahrtenbuch, gekoppelt mit dem Navi, wäre die Sache allerdings schon interessant.


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von hugo [Email: Keine]
am 26.11.02 10:30

so einen dämlichen vorschlag hab ich selten gehört.

und in der 30er zone wird das anfängerauto dann automatisch per gps auf 25 gedrosselt oder wie?

ansonsten schließe ich mich gernot voll und ganz an


[ Nach oben ]

Wer soll das bezahlen ??

angehängt von Uwe Brandt [Kontakt]
am 26.11.02 10:39

Wie man es dreht und wendet ... wer soll dass bezahlen??

Das Argument mit dem "massenhaften" Einbau in Neufahrzeugen lasse ich mal gelten, obwohl auch hier wesentliche Kosten für den Endkunden anfallen würden. Bei Altfahrzeugen wäre es allerdings definitiv undurchführbar, weil zu teuer.

>[Zitat:] "Da kann auch die Elektronik nichts ändern."

... die mit Sicherheit durch einfache Tricks zu überlisten wäre. Bevor das erste aus- oder umgerüstete Fahrzeug in den Verkehr kommen würde wären bereits gefakte Kartenführerscheine oder andere technische "Hilfsmittel" auf dem Schwarzmarkt erhältlich.

>[Zitat:] "Wenn Anfänger zuerst zum Fahren mit 80 gezwungen werden sind noch mehr Langsame unterwegs, die andere zu riskanten Überholmanövern verleiten."

Das wären dann die unangenehmen Nebenfolgen.

Wie auch immer, ich sehe in dem Ansatz eine weitere Steigerung der viel kritisierten deutschen Reglementierungswut. Mein Leitsatz: Technik kann Charakter nicht ersetzen.

@Mischa: Gutes Thema, macht Spass darüber nachzudenken :-)


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Jeeper [Email: Keine]
am 26.11.02 10:59

Realistischer würde ich eine PS/Hubraumbegrenzung für Fahranfänger halten - ähnlich wie bei den Motorradführerscheinen.

Die meisten Fahranfänger gefährden oder schaden sich und anderen, weil sie gleich nach bestandener Fahrprüfung Daddys 300E oder Golf GTI fahren dürfen. 2 Jahre Probezeit sollte 2 Jahre 50PS bedeuten und nicht 150!

Just my 0.02€


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Markus [Kontakt]
am 26.11.02 11:13

Ich sage mal so aus meinem Freundesumkreis heraus, dass ungefähr 80-90% aller Fahranfänger (2 Jahre Probezeit) deutlich ältere Autos fahren. Also keine Neuwagen mehr, die erst in den letzten 2-4 Jahren gebaut wurden.

Demnach muss man alle aber auch wirklich alle Autos umrüsten.

So, und weil dann schon alle Autos ausgerüstet sind, liegt es eigentlich schon auf der Hand, noch einen Schritt weiterzudenken:

Man reglementiert nicht nur die Fahranfänger, nein, warum kann man nicht gleiche alle Autofahrern die Geschwindigkeit aufzwängen die für Behörden sinnvoll erscheint?!?

Wäre jetzt nur noch die Frage, in wieviel Jahren diese (imaginären) Kosten gegenüber den Einnahmen aus Geschwindigkeitsverstößen "rentiert hätten". Also wann kommt der Break-Even, wo die Kommunen etc. nichts mehr verdienen?

Unvorstellbar, dass sich dann noch weitere Haushaltslöcher auftun... (c;

Website: http://blitzer.toonic.de


[ Nach oben ]

@Jeeper

angehängt von Markus [Kontakt]
am 26.11.02 11:18

Dein Vorschlag hinkt. Egal ob 50 PS oder 150 PS...

Man kann auch mit 50 PS Passanten umfahren, andere nötigen, 150 km/h auf der Landstrasse fahren, Unfälle verursachen... etc...

Das Gefährdungspotenzial ist da, nur steigt es mit mehr PS auch dementsprechend an. Aber als allerwelts Heilmittel würde ich eine 50 PS Begrenzung nicht halten.

Im Gegenteil: Kannst Du dann dafür garantieren, dass ältere Autofahrer hinter einem 50 PS - Schleicher die Ruhe bewahren und zum Beispiel nicht an unübersichtlichen Stellen überholen und dadurch auch Unfälle verursachen?!?!?

Die Kehrseite des Schokoladenkuchens... (c;

Website: http://blitzer.toonic.de


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 26.11.02 13:32

Ich finde es ist schon ein Unterschied, ob man mit 50 PS und max 150 kmh dicht auffährt, oder mit 150 PS und 210 kmh. Es liessen sich auch gewiss andere Beispiele finden , wo mehr PS (bzw andere fahrzeugtechnische Grössen, die zu definieren wären) auch höheres Risiko bedeuten.

Die Frage ist jedoch, ob man durch eine solche, nur für die Probezeit begrenzte Regelung, die Problematik nicht auf die Zeit nach der Probezeit verschiebt.

Ein Ansatz, welcher mir in diesem Zusammenhang spontan einfällt, wäre dieser:
Für alle Autofahrer mit mehr als x Punkten in Flensburg PS Beschränkung einführen.
....wäre natürlich schon ein ziemlich starker staatlicher Eingriff in Persönlichkeitsrechte, wäre der Sicherheit aber gewiss zuträglich.
Man kann ja mal drüber nachdenken.

Ohnehin sollten die Stafen für Verkehrsdelikte in Deutschland erhöht werden, bzw ans Einkommen gekoppelt werden.


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Markus [Kontakt]
am 26.11.02 15:28

>[Zitat:] "Ohnehin sollten die Stafen für Verkehrsdelikte in Deutschland erhöht werden, bzw ans Einkommen gekoppelt werden. "

Um noch mehr Anreize zum Steuerhinterziehen zu Schaffen? Na super...

Bist du Politiker? (c;

Website: http://blitzer.toonic.de


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Hans Wurst [Email: Keine]
am 26.11.02 16:19

Deinen Kommentar kann man pauschal zu allem, was vom Staat eingezogen wird, abgeben (wurde auch schon oft gemacht). Es handelt sich also um eine Platitüde.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass potentielle Verkehrssünder die Höhe ihrer Strafe durch Steuerhinterziehung zu senken versuchen. Das ist wohl etwas weit hergeholt.
Wenn jemand Steuern hinterzieht, dann wird er es unabhängig von eventuellen Strafen durch Verkehrssünden tun.


[ Nach oben ]

Zu: Begrenzer für Pkws - Eure Meinung bitte

angehängt von Mischa [Kontakt]
am 26.11.02 18:56

Hehe!

Mit DEM Widerstand habe ich gerechnet.

Zur Durchführbarkeit muss ich sagen: Es ist machbar!Wird bereits seit Jahren beim Lkw praktiziert und wird in Kürze noch verschärft.

Die Kosten könnten durch steuerliche Anreize bei der Kfz-Steuer ausgeglichen werden, klappt ja beim Kat auch.

Der volkswirtschaftliche Nutzen wäre auch gegeben:
Weniger Unfälle, bzw. geringere Unfallschäden.

Ein Autobahnlimit kommt sowieso noch, abba erst nach der Maut für Pkw.

Website: http://www.silbertruhe.com


[ Nach oben ]

Blow job für Alkis... und mehr...

angehängt von Bentley222 [Email: Keine]
am 27.11.02 02:46

Sehr interessanter Thread.... ein kurzer Einwurf von mir: die Idee mit PS- oder geschwindigkeitsbegrenzten Fahranfängern find ich nicht übel... und komm mir keiner mit unüberlegt überholenden "schnelleren" Fahrern.... ich erinnere nur an §1 StVO. Ein anderer Aspekt: sollte man erwiesenen Alk-Verstossern nicht einen Alkomaten im KfZ verschreiben und eine Einschränkung nur auf dieses KfZ verschreiben? Ich schreibe als Betroffenener und weiss, wie oft man in alte Gewohnheiten zurückfällt.... Nur eine Idee... Wünsche mir viele Antworten, Bentley222

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]


 
Werbung:
 

Foren-Archiv: Weitergehende Informationen
Weitere Infos ...
Sie haben Fragen oder Anmerkungen zum Fahrerlaubnis- oder Verkehrsrecht? Sie suchen sach- und fachkundigen Rat? Kein Problem, stellen Sie doch einfach Ihre Frage(n) in den Verkehrsportal-Foren...
Foren-Archiv Sitemap ...
Sitemap der Archiv-Jahrgänge: 2003 | 2002 | 2001 | 2000; Bei Klick öffnet sich ein separates Fenster mit der kompletten Themenliste eines Jahrganges. Vorsicht: Die Dateien haben eine jeweilige Größe von bis zu 300 KBytes!
 




 >>  Anwaltssuche im Strafzettel-Netzwerk