... Foren-Archiv 2000 bis 09/2003; ca. 40.000 Postings

    
... Anzeige im separaten Fenster!

> Rubrik: Archiv
  Seite: ... | Foren-Archiv | ...  ]

 
Tipp:
 >> Hilfe im §§-Dschungel ...
Komplette Übersicht
über alle Foren oder
Beiträge (24 Std.)
Dieses Foren-Archiv wird betreut
durch Administrator: Rolf Tjardes :-)
 


[ Foren-Archiv | Neue Beiträge | Beitrag hinzufügen ]

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]

 
 Suche auch ähnliche Worte | Erweitert

Hinweis: Neue Foren-Software Online! Am 23.09.2003 wurde dieses Board abgeschaltet. Bitte nutzen Sie ab sofort das neue Forum für Ihre Beiträge. Vielen Dank. Zum neuen Forum: Hier klicken :-)

4 x über 20 kmH geblitzt

hinzugefügt von Bo [Email: Keine]
am 17.01.01 19:50

Ich bin in diesem Jahr 4 mal geblitzt worden (auf der Autobahn), 2 Bußgeldbescheide habe ich schon erhalten (über 20 kmH zu schnell) und mindestens einer der beiden ausstehenden Bescheide liegt auch über 20 kmH. Nun ist mir schon beim zweiten Bescheid angedroht worden, daß der Führerschein entzogen wird, wenn ich noch mal über 20 kmH zu schnell fahre.Ich bin ziemlich verdattert, weil ich dachte, der Führerschein ist nur weg, wenn ich mindestens 30 kmH zu schnell bin, bzw. zu viele Punkte habe. Auf meinem Punktekonto haben sich aber - eben durch dieses zu schnelle Fahren - bis jetzt 4 Punkte und mit den beiden weiteren Verstößen dann 6 Punkte angesammelt. Das ist ja eigentlich noch weit entfernt vom Führerscheinentzug. Auch dachte ich, daß man, wenn man wegen wiederholtem, gleichem Verstoß bei ca. 10 Punkten angelangt ist, eine Nachschulung machen muß. Aber wie gesagt, daß einem schon weit vorher der Führerschein entzogen werden kann, ist mir neu! Stimmt das überhaupt? Ich habe den Führerschein übrigens schon seit 16 Jahren und diese 4 "Blitzer" sind das erste mal, daß ich beim zu schnell fahren erwischt wurde, bzw. überhaupt Punkte bekommen habe!


[ Nach oben ]

Zu: 4 x über 20 kmH geblitzt

angehängt von Webmaster (webmaster@fahrschule-knittel.de)
am 17.01.01 20:30

Hallo Bo!

Zuerst ist mal zu klären, um was es überhaupt konkret geht. Handelt es sich - was anzunehmen ist - um ein drohendes Fahrverbot wegen eines oder mehrerer begangener Geschwindigkeitsverstöße, bei dem der Führerschein für eine begrenzte Zeit (1 bis 3 Monate) in Verwahrung genommen wird, oder um einen Fahrerlaubnisentzug (z.B. bei Erreichen von 18 Punkten im Verkehrszentralregister). Im letzteren Fall ist die Fahrerlaubnis endgültig weg und kann erst - im günstigsten Fall - nach Ablauf einer Sperrfrist neu erworben werden.

Ich gehe jetzt beispielhaft und in aller Kürze einfach mal von einem drohenden Fahrverbot aus (konstruierter Fall):

Ein Betreffender hat mehrere bußgeldbewehrte Geschwindigkeitsverstöße begangen. Der Bußgeldkatalog sieht, neben einer jeweiligen Geldbuße in Höhe von mindestens 80 DM (Regelsatz), im Einzelfall als weitere Nebenfolge ein Fahrverbot zwischen 1 und 3 Monaten vor. Von der Anordnung eines Fahrverbotes kann ausnahmsweise abgesehen werden. In einem solchen Fall wird dann allerdings der für den betreffenden Tatbestand bestimmte Regelsatz entsprechend erhöht (§2 Abs.4 Bußgeldkatalog-Verordnung). Meist kommen jedoch nur Ersttäter in diesen Genuss, dies aber auch nur dann, wenn der Geschwindigkeitsverstoß nicht "zu hoch" lag.

Ein Fahrverbot kommt in der Regel auch dann in Betracht, wenn gegen den Führer eines Kraftfahrzeugs wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h bereits eine Geldbuße rechtskräftig festgesetzt worden ist und er innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft der Entscheidung eine weitere Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h begeht (§2 Abs.4 Bußgeldkatalog-Verordnung).

Die Entscheidung darüber, ob ein Fahrverbot angeordnet wird, obliegt letztlich der Bußgeldbehörde oder dem Tatrichter. Relevant zur Entscheidung sind dabei z.B. vorherige Eintragungen des Betroffenen im Verkehrszentralregister (VZR, "Flensburg"). Für "Ersttäter" könnte, wie gesagt, ein Wegfall einer Fahrverbots-Anordnung im Einzelfall durchaus in Betracht kommen...

Wird mit der Rechtskraft der Bußgeldentscheidung ein Fahrverbot verhängt, ist der Führerschein in amtliche Verwahrung zu geben. Die Fahrverbotsfrist (1 bis 3 Monate) beginnt ab dem Zeitpunkt, ab wann der Führerschein tatsächlich in amtliche Verwahrung gelangt ist. Mit Rechtskraft der Bußgeldentscheidung ist der Betroffene dabei schon nicht mehr berechtigt, (bestimmte) Kraftfahrzeuge im Straßenverkehr zu führen.

"Ist in den zwei Jahren vor der Ordnungswidrigkeit ein Fahrverbot gegen den Betroffenen nicht verhängt worden und wird auch bis zur Bußgeldentscheidung kein Fahrverbot verhängt, so bestimmt die Verwaltungsbehörde oder das Gericht [...], daß das Fahrverbot erst wirksam wird, wenn der Führerschein nach Rechtskraft der Bußgeldentscheidung in amtliche Verwahrung gelangt, spätestens jedoch nach Ablauf von vier Monaten seit Eintritt der Rechtskraft" (§25 Abs.2a StVG). In diesem Fall könnte der Betroffene den Zeitpunkt der Beginnfrist des Fahrverbotes "disponieren"...

...wie gesagt, das war nur das Wichtigste in aller Kürze...

P.S. Ein Betroffener kann bei bis zu 13 Punkten freiwillig an einem Aufbauseminar zwecks Punktereduzierung teilnehmen. Ihm werden dann zwei Punkte erlassen. Sind nur bis zu 8 Punkte im VZR eingetragen, kann der punktestand durch diese Maßnahme sogar um bis zu 4 Punkte reduziert werden. Ab 14 Punkte wird der Betroffene zur Teilnahme an einem Aufbauseminar verpflichtet - Punkte können dabei nicht reduziert werden.

Gruß Rolf :-)

Website: http://www.fahrschule-knittel.de

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]


 
Werbung:
 

Foren-Archiv: Weitergehende Informationen
Weitere Infos ...
Sie haben Fragen oder Anmerkungen zum Fahrerlaubnis- oder Verkehrsrecht? Sie suchen sach- und fachkundigen Rat? Kein Problem, stellen Sie doch einfach Ihre Frage(n) in den Verkehrsportal-Foren...
Foren-Archiv Sitemap ...
Sitemap der Archiv-Jahrgänge: 2003 | 2002 | 2001 | 2000; Bei Klick öffnet sich ein separates Fenster mit der kompletten Themenliste eines Jahrganges. Vorsicht: Die Dateien haben eine jeweilige Größe von bis zu 300 KBytes!
 




 >>  Anwaltssuche im Strafzettel-Netzwerk