... Foren-Archiv 2000 bis 09/2003; ca. 40.000 Postings

    
... Anzeige im separaten Fenster!

> Rubrik: Archiv
  Seite: ... | Foren-Archiv | ...  ]

 
Tipp:
 >> Hilfe im §§-Dschungel ...
Komplette Übersicht
über alle Foren oder
Beiträge (24 Std.)
Dieses Foren-Archiv wird betreut
durch Administrator: Rolf Tjardes :-)
 


[ Foren-Archiv | Neue Beiträge | Beitrag hinzufügen ]

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]

 
 Suche auch ähnliche Worte | Erweitert

Hinweis: Neue Foren-Software Online! Am 23.09.2003 wurde dieses Board abgeschaltet. Bitte nutzen Sie ab sofort das neue Forum für Ihre Beiträge. Vielen Dank. Zum neuen Forum: Hier klicken :-)

Auf Fehlverhalten aufmerksam machen?

hinzugefügt von Sandra [Email: Keine]
am 19.12.02 22:29

Hallo zusammen,

meine Kollegin und ich arbeiten in einer Firma in einem kleinen Ort. In der Mittagspause machten wir einen kleinen Spaziergang zu einem Drogeriemarkt im Dorf an einer Einfahrt von einer Hauptstraße zu einer Seitenstraße in ein Neubaugebiet und unterhielten uns davor ein bißchen. Da biegt eine Mutter ein, die gerade ihr Töchterchen aus dem Kindergarten abgeholt hat. Die Mutter ist angegurtet, das Kind sitzt auch auf einem Kindersitz hinten und ist angegurtet. Nun steigen die beiden aus und kaufen ein. Als sie wieder herauskommen, fragt die Kleine: "Mama, darf ich vorne sitzen?" Die Mutter erlaubt es. Sie öffnet zwar die hintere Tür zum Kindersitz, aber lediglich, um ihre Einkaufstüte auf den Kindersitz zu legen. Dann öffnet sie die Beifahrertür und lässt ihr Kind einsteigen. Schließlich steigt sie ein. Daraufhin fahren beide völlig ungesichert die Nebenstraße weiter hoch in das Neubaugebiet. Vielleicht denkt die Mutter, hier ist es unwahrscheinlich unangeschnallt erwischt zu werden. Meine Kollegin und ich finden das Verhalten aber trotzdem unzulässig und unverantwortlich. Im ruhigen Neubaugebiet kann auch jemand unerwartet auf die Nebenstraße einfahren, was wahrscheinlich bedeuten würde, dass Kind gegen das Armaturenbrett fliegt und die Mutter gegen das Lenkrad schlägt. Hätte man die Mutter auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen sollen? Uns war es zu peinlich.
Ein weiterer Effekt ist ja auch noch, dass wenn ein Polizist das gesehen hätte wahrscheinlich ein Bußgeld fällig gewesen wäre.

Mit freundlichen Grüßen
Sandra


[ Nach oben ]

Zu: Auf Fehlverhalten aufmerksam machen?

angehängt von HeLi [Email: Keine]
am 20.12.02 04:02

Hallo @Sandra,

schön, dass Du das Thema angesprochen hast. Ich beobachte es - leider - auch sehr häufig, dass Eltern (nicht nur Mütter!) ihren kleinen Kindern erlauben, unangeschnallt auf dem Beifahrersitz im Auto mit zu fahren.

Ich habe manchmal schon meinen Mund aufgemacht, manchmal aber auch nicht. So pauschal kann man Deine Frage nicht beantworten. Das ist typ-abhängig, und zwar sowohl vom Typ des Beobachtenden als auch vom eingeschätzten Typ des Beobachteten. Sodann ist es natürlich auch abhängig davon, ob Du die betreffende Person kennst oder nicht.

Zugegeben, das sollte zwar vollkommen unabhängig sein - um der Sache willen - und hier geht es ja um die Sicherheit der Kinder.
Allerdings eben nicht um die Sicherheit unserer eigenen Kinder, für die wir selbst Verantwortung tragen. Für anderer Leute Kinder sind zunächst mal deren Eltern verantwortlich.
Ein freundlicher Hinweis kann aber nicht schaden, denke ich.
Vielleicht hilft es ja den Angesprochenen, das eigene Verhalten doch einmal zu überdenken und falls nicht, erfahren sie wenigstens, dass solches Verhalten auffällt und von daher auch einem Polizeibeamten auffallen kann.
Wer aber seine Kinder anschnallt, nicht weil er von der Sicherheitswirkung viel hält, sondern nur deswegen, weil er Sorge hat, erwischt zu werden, dem ist wohl kaum auf diese Weise zu helfen.

Traurig finde ich solches Verhalten auch deshalb, weil die Kinder in dem Kindersitz-Alter überwiegend durch Vorbild und Nachahmung lernen.
Was lernt denn ein so "vorbildlich" transportiertes Kind dabei?
"Anschnallen ist unnötig, denn wenn ich es erreichen kann, dass Mama/Papa mich während der fahrt unangeschnallt mitfahren lassen, ist es nicht nötig!" - Weiter kann ein Kind in diesem Alter gar nicht denken, weil die Gefahreneinschätzung seinem Erfahrungshorizont gar nicht entspricht.

Jetzt habe ich aber weit ausgeholt - kurz noch zu den Antworten, die ich meistens erhalten habe:
Die allermeisten Eltern, die ihre - oder auch fremde! - Kinder im Auto ohne ausreichende und angemessene Rückhaltesysteme transportieren, sind sich der Gefahr für die Kinder überhaupt nicht bewusst!
Einer mir bekannten Mutter habe ich mal gesagt: "Wieviele Kinder könnten noch am Leben sein, wenn sie denn nur angegurtet gewesen wären!"
Da fragte sie mich doch tatsächlich: "Ja, wie viele sind es denn?" Motto: Wenn es hinreichend wenig sind, wird die Wahrscheinlichkeit, dass es mir oder meinem Kind passiert, relativ gering sein. Kalkuliertes Risiko mit dem Menschenleben des eigenen Kindes gespielt! Mir ist so etwas vollkommen unverständlich. Und wenn es nur ein einziges Kind wäre, das noch am Leben wäre.

Gruß HeLi


[ Nach oben ]

Zivilcourage

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 20.12.02 11:47

Man kann sich auf den Standpunkt stellen, dass jeder für sich selbst zuständig ist und damit ggf. auch die Folgen tragen muss, und nichts sagen. Diese Haltung muss man dann, wenn es nicht konkret um unterlassene Hilfeleistung o.ä. geht, wohl respektieren, auch wenn man es nicht unbedingt akzeptiert.

Sofern man über die nötige Zivilcourage verfügt, steht aber absolut auch nichts dagegen, den Mund in einem solchen Fall wie dem geschilderten aufzumachen. Nur muss man dann damit rechnen, das man sich dann möglicherweise danach mit den vielleicht unerwarteten und u.U. nicht immer erfreulichen Reaktionen seines Gegenüber auseinandersetzen muss.

Es ist also in solchen Fällen letztlich Temperamentssache und eine Frage der eigenen inneren Einstellung, ob man etwas sagt oder nicht. Verkehrt ist es in keinem Fall.


[ Nach oben ]

Zu: Auf Fehlverhalten aufmerksam machen?

angehängt von Sandra [Email: Keine]
am 21.12.02 17:31

Hallo zusammen,

ich danke HeLi und Peter Lustig für ihre Meinungen. Zu HeLis Bemerkungen, dass Kinder durch Vorbild und Nachahmung lernen, gibt es noch eine interessante Geschichte, die uns eine weitere Kollegin erzählte, als wir wieder im Büro waren. Sie hat eine Nachbarin, die Kindergärtnerin ist und selber eine sechsjährige Tochter und einen dreijährigen Sohn hat. Natürlich haben auch diese Rückhaltesysteme auf dem Rücksitz. Dennoch ist sie selbst innerhalb des Ortes noch nicht einmal Vorbild. Als die Kollegin neulich zum Bäcker fuhr, war die Kindergärtnerin hinter ihr und brachte ihre Tochter zur Grundschule. Das Kind saß ungesichert vorne und die Mutter war auch nicht angeschnallt. Eine kurze Zeit später als die Kollegin zur Arbeit fuhr, war die Kindergärtnerin wieder hinter ihr, diesmal um mit ihrem Sohn zum Kindergarten, wo sie Kindergärtnerin ist, zu fahren. Sie war wieder unangeschnallt und der Sohn saß auch unangegurtet vorne mit Schnuller im Mund. Ein schlechtes Vorbild für andere Mütter und Kinder wenn die Kindergärtnerin sich selbst so verhält, oder?

Mit freundlichen Grüßen
Sandra


[ Nach oben ]

Zu: Auf Fehlverhalten aufmerksam machen?

angehängt von HeLi [Email: Keine]
am 22.12.02 00:57

Hallo,

um einer ggf. angesprochenen Personen nicht den Eindruck zu vermitteln, mit dem Sicherheitsbewusstesein würde man nur die eigene Meinung vertreten, gibt es Faltblätter oder kleine Broschüren als Denkanstoß:
So zB. von der Polizei, von in der Verkehrssicherheit engagierten Versicherungsgesellschaften, vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat usw.
So eine Informationsschrift kann man im Handschuhfach dabei haben (nicht verpflichtend mitzuführendes Dokument *g*) und ggf. "bedürftigen" Personen aushändigen ;-)

Gruß HeLi

[ Archiv-Übersicht | Inhalt dieses Archivs ]


 
Werbung:
 

Foren-Archiv: Weitergehende Informationen
Weitere Infos ...
Sie haben Fragen oder Anmerkungen zum Fahrerlaubnis- oder Verkehrsrecht? Sie suchen sach- und fachkundigen Rat? Kein Problem, stellen Sie doch einfach Ihre Frage(n) in den Verkehrsportal-Foren...
Foren-Archiv Sitemap ...
Sitemap der Archiv-Jahrgänge: 2003 | 2002 | 2001 | 2000; Bei Klick öffnet sich ein separates Fenster mit der kompletten Themenliste eines Jahrganges. Vorsicht: Die Dateien haben eine jeweilige Größe von bis zu 300 KBytes!
 




 >>  Anwaltssuche im Strafzettel-Netzwerk