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Unfall

hinzugefügt von Stephan [Kontakt]
am 29.01.01 09:36

Ich wollte von einer Nebenstraße nach rechts in eine Hauptstrße (Innerorts) einbiegen. Von links kam kein Fahrzeug, von rechts ein LKW und dahinter ein PKW (etwa 25m vor der Kreuzung). In dem Moment wo ich abgebogen bin scherte der PKW zum Überholen aus. Er stieß frontal mit mir zusammen. Nach der Polizei bin ich der Schuldige, ist das richtig ? Ich hätte die Vorfahrt nicht beachtet. Meiner Meinung nach wollte der PKW jedoch in die Straße einbiegen aus der ich kam. Was kann ich machen ?


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Zu: Unfall

angehängt von Nomos (Email-Adresse unbekannt)
am 29.01.01 10:45

Hallo Stephan,

das ist wieder einer jener Kommt-drauf-an-Fälle, wo man ohne Kenntnis der genauen Umstände nichts Abschließendes sagen kann.

Tatsache ist zunächst einmal, daß jemand, der aus einer Nebenstraße auf eine Hauptstraße abbiegen will, wartepflichtig ist (ich nehme dabei an, daß hier vorfahrtregelnde Zeichen aufgestellt waren). Das gilt gegenüber dem Verkehr auf der Hauptstraße in jeder Richtung, auch gegenüber Fahrzeugen, die gerade auf der Hauptstraße am Überholen sind. Auch dann, wenn das Fahrzeug auf der Hauptstraße in Deine Nebenstraße abbiegen will, darfst Du es nicht behindern (§ 8 StVO).

Andererseits dürfen Fahrzeuge auf der Hauptstraße nicht überholen, wenn eine Gefährdung des Gegenverkehrs nicht auszuschließen ist oder es womöglich explizit verboten ist (§ 5 StVO). Ein Überholen kann sich ebenso bei einer unklaren Verkehrslage aufgrund der allgemeinen Sorgfaltspflicht verbieten - z.B. wenn jemand erkennbar Anstalten macht, aus einer Nebenstraße einzubiegen.

Im Endeffekt läuft die Schuldfrage darauf hinaus, zu fragen, wer aufgrund der Einzelumstände des Falles in einem größeren Maße seine Sorgfaltspflichten verletzt hat. Aufgrund der Vorfahrtregelung dürftest Du jedoch eindeutig die schlechtere Ausgangsposition haben - das meinte wohl auch die Polizei. Die Feststellung der Polizeibeamten vor Ort ist jedoch nicht mehr als ein erster Eindruck und keine abschließende oder irgendwie verbindliche Festlegung der Schuldfrage.


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Zu: Unfall

angehängt von stephan (Email-Adresse unbekannt)
am 29.01.01 13:12

Die Polizei hat vor Ort gesagt das man eigentlich vor Kreuzungen nicht überholen darf. Gestern durfte ich dann bei der Polizei meine Aussage machen. Die Polizei hat gesagt das es kein Überholverbot im Kreuzungsbereich gibt und ich deshalb die Schuld tragen muß. Ich hätte warten müssen bis die Strasse komplett frei gewesen wäre. Meiner Meinung nach hätte die Fahrerin des anderen PKW den Überholvorgang abbrechen können und wieder hinter dem LKW einscheren können. Diese hat aber wahrscheinlich nichts mehr mitbekommen, da sie nicht einmal gebremst hat. Spielt eigentlich bei solchen Unfällen die Geschwindigkeit eine Rolle ? Der LKW Fahrer muß glaube ich heute noch seine Aussage machen und seinen Fahrtenscheibe mitbringen. Wenn er selbst schon 50 km/h gefahren ist, dann kann doch die Fahrerin des anderen PKW Teilschuld mitbekommen, da es in einer Ortschaft war, oder ?


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Zu: Unfall

angehängt von Nomos (Email-Adresse unbekannt)
am 29.01.01 15:30

Wie schon gesagt: kommt auf alle Einzelumstände an. Das Überholen vor Kreuzungen ist nicht generell verboten, allerdings dürfte hier wesentlich eher eine unklare Verkehrslage auftreten als auf kreuzungsfreier Strecke, bei der das Überholen dann unzulässig ist. Auch ein eventuelles Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit kann zum Unfall beigetragen haben. Andererseits hast aber auch Du als Wartepflichtiger eine Sorgfaltspflicht gegenüber den auf der Hauptstraße Fahrenden und mußt Dich so verhalten, daß eine Gefährdung ausgeschlossen ist. Auch für Dich kann eine unklare Verkehrslage vorliegen, bei der es Dir halt zuzumuten ist, ein paar Sekunden abzuwarten, bis die Fahrzeuge vorbei sind.

Es ist gut möglich, daß die Fahrerin des Pkw auf der Hauptstraße eine Mitschuld zugewiesen bekommt. Allerdings dürfte die Hauptschuld vermutlich bei Dir hängenbleiben. Ein Vorfahrtschild ist nun einmal eine unbestreitbare Tatsache, an der man schlecht vorbeikommt; die anderen Dinge müssen erst einmal bewiesen werden. Wie das am Ende ausgeht, hängt davon ab, wem man letztlich (aufgrund der Örtlichkeit und aller Einzelumstände) den größeren Vorwurf der Fahrlässigkeit machen kann bzw. was man vom Tatgeschehen beweisen kann.

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