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Rechts vor Links

hinzugefügt von Erkan [Email: Keine]
am 30.03.03 00:19

Kann mir einer weiterhelfen. Ich bin in einer Kreuzung (ohne Verkehrszeichen, also rechts vor links) von links kommend hineingefahren. Rechts war ein Fzg. im ca. 50 m entfernung. Als ich die Kreuzung ueberquert habe, ist mir der von rechts kommende in meine Stossstange gefahren. Natürlich hat der von rechts kommende vorfahrt. Jedoch war ich der Meinung das ich vor im die Kreuzung schaffe. Das ganze ist in einer 30 iger Zone passiert, der von rechts kommende Pkw sowie ich hatten nur geringe Geschwindigkeit. Der Polizeibeamte hat mir gleich eine Anzeige wg Missachtung der Vorfahrtsregel aufgebrumt. Ich habe im verständlich machen wollen, das der andere (von rechts kommende) in mich reingefahren ist. Stelle sich doch er mal vor wenn ich kein Pkw sondern ein Radfahrer gewessen wäre und nichts so schnell über die Kreuzung kommen konnte, und der andere nur weil er auf dem Papier vorfahrt hat, den Radfahrer umgefahren hätte. Hat jemand eine Idee ob ich nun wirklich die Schuld am Umfall trage oder nicht. Sollte ich die Schuld tragen, werde ich auf jeden Fall keine Rücksicht mehr auf die nehmen, die mir die Vorfahrt nehmen. Danke Erkan


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Zu: Rechts vor Links

angehängt von MrMurphy [Email: Keine]
am 30.03.03 07:26

Was ist denn das für eine menschenverachtende Einstellung? Weil du einen Fehler gemacht hast und die Folgen dafür tragen mußt sollen zukünftig andere dafür leiden?

Im § 8 StVO heißt es eindeutig: "Wer die Vorfahrt zu beachten hat, muß rechtzeitig durch sein Fahrverhalten, insbesondere durch mäßige Geschwindigkeit, erkennen lassen, daß er warten wird. Er darf nur weiterfahren, wenn er übersehen kann, daß er den, der die Vorfahrt hat, weder gefährdet noch wesentlich behindert."

Durch dein Verhalten hast du den anderen nicht nur wesentlich behindert sondern gefährdet. Du hattest schließlich eine Kollision mit ihm. Infolgedessen ist dir die Anzeige vollkommen zu recht aufgebrummt worden. Das ist bei Vorfahrtverstößen auch so üblich.

Es bliebe also noch zu klären, ob der Andere den Unfall hätte verhindern können (und müssen). Die Frage kannst du zu recht stellen, da der andere dein Auto ziemlich weit hinten getroffen hat.

Das der Andere den Unfall vorsätzlich verursacht hat, halte ich nach deiner Schilderung für ausgeschlossen. Solche Leute suchen sich unübersichtliche Kreuzungen aus, um Unfälle zu provozieren.

Das der andere dein Auto gerammt hat, obwohl er dich gesehen hat, halte ich auch für unwahrscheinlich. Was für ein Interesse sollte er daran haben? Der Schaden ist relativ klein, daran kann er also nichts verdienen. Ganz im Gegenteil hat er einen gewissen Aufwand, weil er sein Fahrzeug zur Werkstatt bringen muß.

Bliebe also noch die wahrscheinlichste Möglichkeit, nämlich das er dich einfach nicht gesehen hat. Er wird sich auf den seinerseits von rechts kommenden Verkehr konzentriert haben. Seinerseits ist er dann davon ausgegangen, das der von links kommende Verkehr genau so Rücksicht auf ihn nehmen wird. Aber da bist leider du angekommen.

Anstatt über dein vermeintlich erlittenes Unrecht zu jammern solltest du dir lieber Gedanken darüber machen, wie du zukünfigt solche Unfälle durch entsprechend angepaßte Fahrweise vermeiden kannst.


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Zu: Rechts vor Links

angehängt von HeLi [Email: Keine]
am 30.03.03 21:48

Hallo @Erkan,

>[Zitat:] "Es bliebe also noch zu klären, ob der Andere den Unfall hätte verhindern können (und müssen). Die Frage kannst du zu recht stellen, da der andere dein Auto ziemlich weit hinten getroffen hat."

Sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung darüber kommen, wäre es nicht ausgeschlossen, dass Dein Kontrahent eine - wenn auch geringfügige - Teilschuld an dem Unfall angerechnet bekommt, wenn er den Unfall hätte vermeiden können, obwohl er Vorfahrt hatte. Bei Tempo 30 sollten die von Dir erwähnten 50 Meter ausreichen, dass er hätte zum Stillstand kommen können.

Solltest Du aber nicht gerichtlich vorgehen, solltest Du Dir @Murphy's Hinweise schon ernst nehmen: Auch wenn Du in diesem Fall für den von Dir verursachten Schaden haftest, ist es wirklich nicht okay, wenn Du zukünftig andere Verkehrsteilnehmer gefährden würdest. Ich gehe mal davon aus, dass diese Idee nur aus erstem Ärger über den eigenen Fehler entstanden ist!

Gruß HeLi


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Zu: Rechts vor Links

angehängt von Erkan [Email: Keine]
am 04.04.03 14:37

danke für eure Meinungen. Denke mal ich gehöre nicht zu den leuten die auf das recht pochen, Vorfahrt zu haben. Gester ist mir schon wieder so was ähnliches passiert, rechts- vor links Kreuzung ich habe Vorfahrt, ein älterer Mann am Steuer von links kommend fährt ohne anzuhalten an mir vorbei, was mache ich, ich bleide stehen, das nur zum Text vom MrMurphy und jammern tue ich auch nicht, wollte doch nur info über die Rechtslage.


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hat Deine Kreuzung etwa einen abgesenkten ...

angehängt von HeLi [Email: Keine]
am 04.04.03 16:33

... Bodstein?

Da Du schreibst, dass Du schon wieder Erfahrung mit rechts-vor-links-Kreuzungen machst, fiel mir das auf: Wenn Du an einer auch noch so sehr an eine an Kreuzung erinnernde Stelle heranfährst und kommst dabei an eine bauliche Einrichtung, die sich "abgesenkter Bordstein" nennt, dann hast Du KEINE Vorfahrt. Das steht zwar so nicht in der StVO, wird aber allgemein so ausgelegt. (Ein eindeutig formulierter Passus wäre schon gut. Besser noch wäre, die Nachrangigkeit eines abgesenkten Bordsteins wirklich nur auf Einfahrten u. dgl. zu beschränken, damit Verwechslungen an tatsächlichen Kreuzungen vermieden werden können. Das hatten wir ja schon hinreichend oft ...)

Gruß HeLi


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Abgesenkter Bordstein

angehängt von Peter Lustig [Kontakt]
am 04.04.03 21:35

Den abgesenkten Bordstein findest Du sehr wohl in der StVO. Guckst Du in § 10 hinein: >[Zitat:] "Wer aus einem Grundstück, aus einem Fußgängerbereich (Zeichen 242 und 243), aus einem verkehrsberuhigten Bereich (Zeichen 325/326) auf die Straße oder von anderen Straßenteilen oder über einen abgesenkten Bordstein hinweg auf die Fahrbahn einfahren oder vom Fahrbahnrand anfahren will, hat sich dabei so zu verhalten, daß eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls hat er sich einweisen zu lassen. Er hat seine Absicht rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Dort, wo eine Klarstellung notwendig ist, kann Zeichen 205 stehen."

Man spricht hier nur nicht von Vorfahrt, sondern von Vorrang, was aber letztlich auf dasselbe hinausläuft.

Vorfahrt ist Vorfahrt, die demjenigen zusteht, der sich auf der vorfahrtberechtigten Straße befindet. Diese Regel gilt analog auch für die verschiedenen Vorrangformen.

@Erkan: Erzwingen darf man sich die Vorfahrt allerdings nicht. Nur dürfte in solchen Fällen im Nachhinein ein Nachweis, dass es so war, schwer zu führen sein (siehe ggf. Dein Fall).


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abgesenkter Bordstein

angehängt von HeLi [Email: Keine]
am 04.04.03 23:16

Lieber Peter Lustig,

dass ich den abgesenkten Bordstein in der StVO nicht finden würde, habe ich auch nicht behauptet:

>[Zitat:] "(...) und kommst dabei an eine bauliche Einrichtung, die sich "abgesenkter Bordstein" nennt, dann hast Du KEINE Vorfahrt. Das steht zwar so nicht in der StVO, wird aber allgemein so ausgelegt. (...)"

Mein "Steckenpferd-Thema" haben wir hier aber schon reichlich oft behandelt. Ob Vorfahrt (speziell) oder Vorrang (allgemein) - in § 10 StVO findest Du auch keine Aussage über Vorrang. Und § 8 erwähnt den abgesenkten Bordstein nicht.

Meine Beobachtungen an Kreuzungen, an denen mindestens einer der beteiligten Verkehrszüge abgesenkten Bordstein aufweist, zeigen, dass es sehr oft zu bisweilen unfallträchtigen Uneindeutigkeiten kommt.
Das hat damit zu tun, dass Baumaßnahmen nicht immer auch eine vorrangrelevante Absicht der anordnenden Behörde voraussetzen. Offensichtlich ist das auch in diesen Etagen nicht hinreichend bekannt...
Zur Verwirrung der Verkehrsteilnehmer trägt zusätzlich bei, dass an manchen Kreuzungen, die einen abgesenkten Bordstein sehr deutlich aufweisen, dennoch zusätzlich vorfahrtregelnde Verkehrszeichen aufgestellt sind. Daraus schließen doch manche Verkehrsteilnehmer (auch wenn dieser Schluss nicht gerechtfertigt ist), dass ein abgesenkter Bordstein allein noch keine Aussage über Vorfahrt/Vorrang haben könne, da sonst dieses Schild nicht dastünde.

Was unseren thread hier betrifft: Vielleicht trifft ja gerade das zu: ein nicht eindeutig abgesenkter Bordstein. Und schon haben wir wieder so einen typischen Fall.

Gruß HeLi

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