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Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

hinzugefügt von Al [Kontakt]
am 29.07.03 23:43

Hallo,

ich habe zwar meinen Vorfall schon bei einem Beitrag vorher hinzugefügt, aber da er schon recht alt ist, mache ich einen neuen auf.

Ich bin mit 1.87 Promille von Polizisten angehalten worden. Ich bin auf einem Radweg gefahren und wollte auch weiterfahren, als mich ein Polizist in zivil vom Rad runtergerissen hat.
Danach gab es noch einige Diskussionen, weil ich sehr geschockt und sauer war und meine Papiere erst gar nicht zeigen wollte. Ich dachte auch im ersten Moment nicht, dass diese Typen Polizisten sind. Sie waren recht gefährlich angezogen. (z.B. Kampfhose).
Jedenfalls wurden mir Handschellen angelegt. So wurde ich dann auch zur Blutabnahme gefahren. Danach konnte ich gehen. Mir wurde der Führerschein nicht genommen.
Recht schnell habe ich eine Bussgeldbescheid bekommen über 68 Euro, wegen Verweigerung der Personalien.
Jetzt nach ca. 5 Monaten kam dann aber der Hammer.
Der Strafbefehl. 30 Tagessätze a 70 Euro = 2100 Euro aber keine Rede von Führerscheinentzug oder irgendwelchen Tests.
Jetzt meine Fragen:
1. Hat jemand schon so ein Strafmass bei einem Verkehrsdelikt mit einem Fahrrad erlebt/gesehen?
2. Gibt es tatsächlich solch ein grossen Spielraum der Geldstrafen. In einem ähnlichen Fall weiter oben, ist von 150 Euro die Rede.
3. Kann es sein, dass der gesamte Vorfall mit den Diskussionen und meiner Verweigerung der Personalien, zu diesem hohen Strafmass geführt hat? Sollte aber das nicht eigentlich mit den 68 Euro schon abgegolten sein?

Also ich persönlich finde das Strafmass hat überhaupt keine Verhältnismässigkeit zur Straftat.
Ich habe schon so einige Geschichten gehört, aber so eine hohe Strafe ist mir bei so einem Delikt nicht bekannt.

Grüsse
Al


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Da muß mehr vorgefallens sein

angehängt von MrMurphy [Email: Keine]
am 30.07.03 05:35

Du solltest mal genau durchlesen, weshalb du den Strafbefehl bekommen hast.

Es scheint sich nicht mehr um ein Verkehrsdelikt zu handeln, daß wohl auch schon mit dem ersten Bußgeldbescheid abgehandelt wurde.

Das Strafmaß deutet eher auf Beleidigung oder Widerstand gegen die Staatsgewalt hin. Dann ist die Höhe der Strafe normal.

So lange du dazu nichts näheres schreibst, wird dir kaum jemand sagen können, ob die Höhe der Strafe berechtigt ist.


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Zu: Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

angehängt von Al [Email: Keine]
am 30.07.03 11:24

Hallo,

also wie gesagt, ich hatte die Polizisten in zivil nicht erkannt. Bin gefahren und sehr abrupt vom Rad gerissen worden. Was auch sehr schmerzvoll im ersten Moment war. Ich hatte sogar eine leichte Prellung und einen Bluterguss.
Jedenfalls hatte ich im ersten Moment einen ziemlichen Schock und habe mich auch darüber beschwert. Zu diesem Zeitpunkt war mir immmer noch nicht bewusst, das dies Zivilpolizisten sind.
Als sie sich dann ausgeweisen hatten, war es mir schon klar. Ich war trotzdem noch aufgebracht, weil ich die Art und Weise unmöglich gefunden hatte.
Der Hintergrund warum die mich aufgehalten war, dass ich kurz vorher über eine rote Ampel gefahren bin und das auch noch ohne Licht.

Wie ich schon erwähnt hatte, wollte ich meine Personalien nicht herausgeben. Klar war das nicht in Ordnung, aber ich war einfach noch total aufgebracht. Dann haben die mich an ihr Auto geschmissen, mir Handschellen angelegt, mich Blasen lassen und dann gings zur Blutabnahme.
Nach der Blutabnahme konnte ich , ohne den Führerschein abzugeben, gehen.
Ich wollte wissen was auf mich zukommt, deshalb habe ich bei einem Rechtsanwalt nachgefragt.
Der meinte diese Geschichte mit der Verweigerung der Personalien ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Das hat sich in meinen Augen auch als richtig erwiesen, weil die Strafe für dieses Delikt bei 68 Euro lag.
Nach ca. 2 Wochen musste ich noch zur Polizeistation. Dort hatte mir der Beamte noch einmal meine Sachlage erklärt und gemeint, dass ich noch etwas zu Protokoll geben kann.
Er meinte auch, wenn ich mit dieser BAK mit dem Auto erwischt worden wäre, dann wäre der Führerschein für ca. 1 Jahr weg und ein Geldstrafe von 1500 Euro.
In meinem Fall meinte er, weil es sich um Trunkenheit mit Fahrrad handelt, werden es ca. 3 Monate Führerscheinentzug und bis zu 500 Euro Strafe.
Darauf hatte ich mich jetzt auch eingestellt und dann kommt dieser Hammer.
Da ich weder zu einem Test muss oder den Schein auch nur einen Tag abgeben muss, drängt sich mir der Verdacht auf, dass es sich hier nur um Abzocke handelt.
Einer der drei Zivilpolizisten war auch sehr aufgebracht. Es kann natürlich sein, dass er alles daran gesetzt hat, mir die höchstmögliche Geldstrafe für so etwas aufzubrummen.

Ich wollte ja eigentlich nur wissen, ob jemand schon etwas ähnliches erlebt hat oder weiss ob so ein Geldbetrag üblich ist.

Das ich Mist gebaut habe ist mir klar, aber 2100 Euro für so ein Delikt, halte ich für wahnsinnig überzogen.


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Zu: Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

angehängt von willi [Email: Keine]
am 30.07.03 11:43

Das klingt ziemlich plausibel, siehe auch hier

Gruß

willi


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Zu: Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

angehängt von Margo [Email: Keine]
am 30.07.03 12:21

Hi Al, kann es möglich sein, dass auf deiner Normalstrafe noch eine Strafe Widerstand gegen die Staatsgewalt kam?? Was steht denn im Klartext im Strafbefehl? Das wäre nämlich eine sehr hohe Strafe. Oder verdienst du so gut?? Danach richtet es sich nämlich auch.Aber mach dir mal Gedanken darüber ob nicht das Straßenverkehrsamt sich noch meldet. Denn so wie deine Sache aussieht wird eine MPU angeordnet. Denn man geht davon aus das du auch nicht ein Fahrzeug ohne Alk. führen könntest.


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Zu: Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

angehängt von Al [Kontakt]
am 30.07.03 13:40

Hallo,

danke erstmal für die antworten.

Die Strafe 2100 Euro entspricht ca. einem Nettomonatsgehalt von mir.
Das finde ich schon recht heftig. Oder ist das etwa normal?
Und wie gesagt, die Geschichte mit der Verweigerung der Personalien, hatte 68 Euro gekostet.
Ich hatte auch mal bei einem Rechtsanwalt nachgefragt, der meinte auch, dass diese Geschichte nicht so schlimm ist, vielmehr der Alkoholwert.

Ich werde konkret beschuldigt

"fahrlässig im Verkehr ein Fahrzeug geführt zu haben, obwohl sie infolge des Genusses alkoholischer Getränke nicht in der Lage waren, das Fahrzeug sicher zu führen"

kein Wort von Führerscheinentzug oder MPU.

Aber ich hab jetzt gehört, dass das trotzdem kommen kann.
Wie kann ich mich den erkundigen, ob da noch etwas auf mich zukommt?

Grüsse

Al


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Zu: Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

angehängt von Margo [Email: Keine]
am 30.07.03 14:17

Hi Al, dann ist die Strafe korrekt man geht von einem bis 2 Monatsgehälter aus. So ähnlich ging es mir nämlich auch 80 Tagessätze a´60 €. Wenn das der endgültige Strafbefehl ist, dann hast du keinen Entzug mehr zu befürchten. Warte einfach mal ab wann das Straßenverkehrsamt sich meldet. Und ob es sich überhaupt meldet. Ich wünsch dir viel Glück.


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Anwalt fragen

angehängt von Tortenjan [Email: Keine]
am 30.07.03 14:25

Du scheinst in der Sache ja schon einen Anwalt zu haben. Was meint der denn zu dem Strafbefehl. Für die Strafbefehl ist ein Staatsanwalt zuständig, ob dem in Massenbetrieb ein kleiner Zivilbeamter wichtig ist, wage ich zu bezweifeln. 30 Tagessätze sind, was ich so in den anderen Threads gelesen habe, durchaus akzeptabel. Wenn im Strafbefehl nichts von Fahrverbot oder Führerscheinentzug drin steht kannst du den Lappen auch behalten. Ob die FE-Behörde noch eine MPU anordnet ist leider nicht vorherzusagen, das kann durchaus einige Monate dauern bis die sich (wenn überhaupt) entscheiden.


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Schon ärgerlich

angehängt von uahs34 [Email: Keine]
am 30.07.03 23:42

ja ja, die Herren in GRÜN, oder die schlimmere Spezies, die Zivilbeamten die für einen Hungerlohn dann Clint Eastwood spielen. Schon schlimm, dass man dagegen nichts tun kann.

Ein Betrunkener im Auto ist ne Waffe, aber was ist ein Betrunkener auf dem Fahrrad????

Wow, über Rot und ohne Licht über eine Kreuzung geradelt, da ist dann gleich ein Polizeieinsatz mit den üblichen Amtshandlungen von nöten.

Wir haben ja sonst keine Probleme in Good Old Germany.

Bye the way


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Zu: Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

angehängt von Jack Daniels [Email: Keine]
am 31.07.03 00:27

Und wenn er dir vors Auto geradelt wäre hättest du vermutlich am lautesten geschriehen,nie ist die Polizei da wenn man sie braucht.


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Zu: Fahrrad 1.87 Promille - Strafe 2100 Euro

angehängt von Al [Kontakt]
am 31.07.03 01:20

Hallo,

nochmals danke für all die Antworten.

Jetzt weiss ich wenigstens, dass der Geldbetrag nicht unüblich ist.
Als ich den Strafbefehl zuerst gelesen hatte, dachte ich, die haben sich um eine Null am Schluss vertan.
Ich werde jetzt noch einmal versuchen, irgendwie herausfinden, ob die Führerscheinstelle noch irgendetwas von mir will. Wenn das überhaupt geht.
Vielleicht kann mir der Anwalt noch einmal weiterhelfen. Das ist aber leider nicht mein Anwalt, sondern nur ein Bekannter von meiner Schwester. Da ich keine Rechtschutzversicherung habe (was sich jetzt aber ändern wird), will ich nicht einen beauftragen.

Eins wollte ich noch sagen.
Das meine Aktion nicht korrekt war sehe ich ja ein, aber meiner Meinung nach (aber anscheinend nicht des Gesetzgebers), ist ein Fahrrad von Gewicht, Geschwindigkeit (ausser man ist Jan Ullrich) und Gefährlichkeitsgrad, näher an einem Fussgänger, als an einem Auto.
Deshalb finde ich es übertrieben, eine Strafe dafür zu verhängen, die fast schon das gleich Mass hat, wie bei einem Autovergehen.
Wenn ein Radfahrer durch seine Trunkenheit einen Unfall verursacht, sollte er hart dafür bestraft werden. Genauso aber auch ein Fussgänger.
Wenn man aber, wie ich, in ein Routinekontrolle gerät, sollte man doch das Strafmass gegenüber einem Autovergehen deutlich kleiner halten.
Ich dachte nämlich auch, dass ich eigentlich was eher vernünftiges mache, wenn ich das Fahrrad nehme (wenn ich Auto fahre, trinke ich übrigens nie Alkohol), aber das scheint halt nicht so zu sein.
Ich werde die Konsequenzen daraus ziehen und umdenken.

Grüsse

Al

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