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Ausparken in Tiefgarage

hinzugefügt von Heiduschka Sigrid [Kontakt]
am 09.09.01 21:47

Ich möchte meine Erfahrung in einer Tiefgarage mitteilen und vielleicht auch einige Meinungen dazu lesen. In der Tiefgarage meines Betriebes ( gehört zur Kreisverwaltung) wollte ich nachDienstschluss ausparken, blickte wie üblich zurück und rund herum und setzte dann ca. 15-20cm aus der markierten Parkbucht zurück und stand, um noch weiter schauen zu können und vor allem nach hinten in die ca. 30 - 40 m lange Garage zu blicken und zu prüfen, ob ein Fahrzeug naht. Da ich weit hinten ein Fahrzeug sich bewegen sah und mit recht hoher Geschwindigkeit herannahen sah, beschloss ich stehen zu bleiben und zu warten, bis das Fahrzeug auf der recht breiten Fahrbahn, auf der etwa drei Autos nebeneinander Platz hätten, hinter mir vorüber fahren zu lassen. Da jedoch krachte es fürchterlich, ich meinte, mein halbes Auto sei weg. Als ich mich von dem Schreck erholt hatte, legte ich den Parkgang ein, stellte den Motor aus, zog die Handbremse an und stieg dann aus, um das andere Auto zu betrachten und den Fahrer zu interviewen. Die Kollegin war voll an mir in hoher Geschwindigkeit, ca. 40 km, vorbeigebraust und ca. 8-10m weiter zum Stehen gekommen. Ziemlich genau vor der Garageneinfahrt. Leider gab es keine Zeugen, nur nach dem Unfall sahen Kollegen, wie die Autos standen und halfen das Fahrzeug der Kollegin rückwärts zu schieben und in eine Parkbucht. Sie hatte den rechten Kotflügel und vorne rechts Beschädigungen sowie einen platten Reifen, in den sich etwas gebohrt hatte. Die Versicherung versucht mir jetzt eine Mitschuld zuzusprechen. Die Kollegin hatte mir gegenüber ihre Schuld zugegeben und ich ging davon aus, dass es alles damit geregelt wäre. Die Kollegen, die noch halfen, haben dies auch gehört und selbst am nächsten Tag gab die Kollegin zu, sie hätte mich überhaupt nicht gesehen. Jetzt hat sie sich eines anderen besonnen. Ich rate allen, aus dieser Erfahrung, immer die Polizei zu rufen, auch wenn es der beste Freund ist, denn das habe ich leider hier lernen müssen. Ich habe noch am gleichen Abend das Fahrzeug einer Reparaturfirma/Abschleppdienst übergeben und ein Sachverständigengutachten wurde angefertigt. Der Sachverständige meinte, dass die Unfallfolgen an meinem Fahrzeug auf den Hergang wie oben geschildert schließen lassen. Die Kollegin Unfallverursacherin hat kein Gutachten anfertigen lassen, nur ihre Hausfirma könnte Fotos gemacht haben. Ich habe mit der allermöglichsten Vorsicht die Parkbucht vorsichtig und langsam verlassen wollen und stand abwartend da, als sich der Unfall ereignete. Der Unfall war auch bei aller Vorsicht für mich unvermeidbar. Hinzufügen ist, dass ja wohl das Rücklicht/Rückwärtsgang und die roten Lichter, da ich den Fuß auf der Bremse hatte, zu sehen gewesen sein müssen. Weiterhin stehen in der Tiefgarage oft Autos recht weit in die Fahrbahn hinein, da die Parkbuchten für manche Marken zu kurz sind. Es gibt Fußgänger und Fahrradfahrer. Mit 40 km, selbst mit 30 km, durch eine Tiefgarage zu brettern, ist doch wohl eine eklatante Verletzung aller Vorsichtsmaßnahmen, weiterhin scheint mir der Mindestabstand nicht eingehalten. Hätte ich am Kofferraum etwas zu tun gehabt, wäre ich bei diesem Unfall entweder tot oder schwer verletzt. An meinem Wagen waren im Gegensatz zur Unfallverursacherin überwiegend Schleifspuren rechts hinten, die deutlich zeigen, dass der Wagen sich nicht bewegt hatte. Den Rechtsanwalt habe ich leider schon einschalten müssen. Ich würde mich freuen Meinungen zu diesem Sachverhalt zu hören. Vielen Dank Sigrid


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Zu: Ausparken in Tiefgarage

angehängt von Felix (Email-Adresse unbekannt)
am 10.09.01 08:47

Was versprichst Du Dir davon, die Polizei zu rufen? In vielen Bundesländern kümmert sich diese gar nicht mehr um die Aufnahme von "Bagatellschäden" wie der typischen Parkunfälle. Eine genaue Unfallaufnahme (die aber keinesfalls die eines Sachverständigen ersetzen kann) erfolgt meist nur noch bei Personenschäden. Wenn die Polizei kommt, wird allenfalls geschaut, welche Ordnungswidrigkeit jemand begangen hat, ein entsprechendes Verwarnungsgeld verhängt oder eine Anzeige geschrieben, und dann heißt es: "regeln Sie den Rest bitte unter sich". Wenn Du Pech hast (der aus einer Parklücke rückwärts Ausfahrende hat immer schlechte Karten, da besondere Sorgfaltspflicht), wird aufgrund des ersten Eindrucks womöglich noch gegen Dich ein V-Geld verhängt oder Anzeige erstattet. Die strafrechtliche Schuld hat wiederum mit dem zivilrechtlichen Ansprüchen grundsätzlich nichts zu tun, wenngleich da durchaus gewisse Weichenstellungen erfolgen. Außerdem sollten Kraftfahrer schon aus grundsätzlichen Gründen die Konflikte unter sich regeln, ohne zur Staatsmacht zu laufen.

Die Entscheidung, umgehend danach ein Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben, war völlig richtig. Ansonsten selbst das Geschehen dokumentieren: billige Kamera mit Blitzlicht sowie Schreibblock im Auto mitführen, Unfallprotokoll (keine Schuldanerkenntnis) vor Ort mit der anderen Partei ausfüllen, wo unstrittige Tatsachen dokumentiert werden. Manche Versicherungen haben entsprechend Vordrucke. Dann kann sich es auch keiner ein paar Tage später anders überlegen, bzw. es nicht sonderlich glaubhaft, wenn er es tut.


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Zu: Ausparken in Tiefgarage

angehängt von Karl-Heinz Menk (khmenk@mac.com)
am 10.09.01 11:20

Hier scheint mal wieder der klassische Fall vorzuliegen, dass sich etwas zugetragen hat, bei dem ausser den Beteiligten keine weiteren Personen zugegen waren, die danach als unabhängige Zeugen zur Verfügung stehen und den Sachverhalt so schildern können, wie er tatsächlich passiert ist. Daraus ergibt sich leider immer wieder die bittere Konsequenz, dass Recht haben nicht unbedingt immer auch Recht bekommen bedeutet.

So schildert jeder den Vorfall aus seiner Sicht, lässt Dinge weg oder beschönigt sogar und dreht den Sachverhalt so, dass ein zumindest teilweises potenzielles Fehlverhalten jeweils auch auf der anderen Seite gesehen werden muss. Wie sollen dann hinterher die Polizei, die Versicherungen oder auch die Gerichte entscheiden, ob der Unfall tatsächlich nur durch das Fehlverhalten einer Seite verursacht wurde? Selbst wenn man unter dem Eindruck des Unfalls an der Unfallstelle eigenes Verschulden oder zumindest Mitverschulden zunächst zugibt, schaut dann eine Aussage am nächsten tag, nachdem man vielleicht auch von anderen Personen zwischenzeitlich "gute" Ratschläge bekommen hat, ganz anders aus.

Ob die Polizei den Unfall überhaupt aufgenommen hätte, erscheint für mich fraglich, weil es sich bei der Tiefgarage möglicherweise nicht um öffentlichen Verkehrsgrund sondern um Privatgrund handelt und niemand verletzt wurde.

Ob das Unfallgutachten entsprechende Rückschlüsse auf den wirklichen Unfallhergang zulässt, da habe ich ebenfalls Zweifel. Nicht alles lässt sich leider aus einem vorhandenen Spurenbild herauslesen. Vielleicht ist es aber einen Versuch wert, die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen. Wenn eine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, ist zumindest schon einmal das Kostenrisiko nicht so groß.

Viel Erfolg!!!

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